17.05.2021
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Wenn mit Laptop aufgekocht wird

Seit März ist Samuel Hörl aus Fieberbrunn Schulsprecher der Tourismusschulen am Wilden Kaiser in St. Johann. Ein Gespräch über die veränderten Rahmenbedingungen, den Kochunterricht mit Laptop daheim und die Vorfreude auf den gemeinsamen Unterricht.

Fieberbrunn, St. Johann | Der Traum von Praktikas am Meer, Servicekraft bei Großveranstaltungen und das Hineinschnuppern in Kochtöpfe in fernen Ländern sind seit einem Jahr Fremdwörter für viele Schüler geworden. Genau diese Praxiserfahrung, die Faszination in unterschiedlichen Ländern zu arbeiten, bedient normalerweise die Tourismusschule in St. Johann. Seit einem Jahr hat sich  nicht nur das Leben, sondern auch der Unterricht extrem verändert.

An die Masken in der Schule  haben sich Samuel Hörl und seine Klassenkameraden in der dritten Klasse der Tourismusschule schon lange gewöhnt, an die Leere im Klassenraum weniger. Nur die Hälfte  der Kollegen sitzt dort, nach zwei Tagen wird gewechselt und am Freitag ist für alle Online-Unterricht angesagt. Die größte Veränderung im vergangenen Jahr sind für Hörl die fehlenden persönlichen Kontakte.

Für alle keine einfache Situation
Generell ist die derzeitige Situation nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer eine Herausforderung. Unterschiede hat man aber bei den verschiedenen Lockdowns gespürt. War man beim ersten Lockdown noch unerfahren, so klappte es im Herbst viel besser. „Es gab zahlreiche Online-Stunden“, sagt der Schulsprecher und ergänzt, dass es aber generell schwierig ist, immer nur von zu Hause aus zu lernen. „Es fehlt das miteinander reden und quatschen“. Speziell bei den vielen Fremdsprachen ist das Training unverzichtbar: Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch und  Englisch wird an der Tourismusschule unterrichtet.

Bisher gab es die Möglichkeit, bei Schularbeiten an die Schule zurück zukommen, Tests galt es aber auch per Computer zu einer vorgegebenen Zeit zu bewältigen. Außerdem bieten die Lehrer vor den letzten Prüfungen auch Förderkurse zur Vorbereitung an. So hofft man, alle Schüler in die nächste Klasse mitzunehmen.
Bereits Anfang des Jahres gab es einen Erlass vom Bildungsministerium indem geregelt ist, dass ein Aufsteigen in die nächste Schulstufe auch mit einem „nicht genügend“ möglich ist. Voraussetzung, im vergangenen Jahr wurde dieses Fach positiv abgeschlossen.

An Mamas Herd mit Handy und Laptop
Kreativ hat man das Homeschooling im Kochunterricht genutzt. Die Zutatenliste kam einige Tage zuvor, und per Videokonferenz wurde dann gemeinsam in Mamas Küche gekocht. Kleine Schwierigkeiten inklusive. „Der Lehrer hat immer wieder nachgefragt, wie es geht und ich habe meinen Laptop mit Kamera herumgedreht. Dabei bin ich draufgekommen, dass es mit dem Handy viel praktischer ist“, erinnert sich Hörl an die Anfänge des Homeschoolings zurück. Zufrieden war dabei die Mama nicht immer: „Es hat ihr immer zuviel ausgeschaut“, schmunzelt der Jugendliche.
Derzeit wird in der Schule nur einmal im Monat gekocht und dazu noch in Kleingruppen. „Da kann man aber viel aufwendigere Sachen zubereiten“, erklärt Hörl bei all den Einschränkungen einen positiven Aspekt.

Vorfreude auf Schule ist groß
Worauf freust du dich in der Schule am meisten? „Auf das super Mittagessen, das in der Betriebsküche von anderen Schülern als dreigänges Menü zubereitet wird“. Für heuer hat der Fieberbrunner seine Praktikumspläne adaptiert, es geht in ein Hotel nach Saalbach. Für nächstes Jahr wird dann mit einem Auslandsaufenthalt spekuliert.
    Ab 19. Mai sollen alle Schüler wieder zurück in die Klassen kommen. Verändert hat sich dabei auch die Einstellung: „Man schätzt die Schule wieder mehr und freut sich, endlich wieder seine Kameraden und Freunde zu treffen.“

Das Ziel für die Zukunft hat Hörl auch weiterhin klar vor Augen: „Ich will etwas in der Wirtschaft kombiniert mit Tourismus machen. Jetzt freue ich mich noch mehr drauf.“ Verena Mühlbacher

Bild: Derzeit sitzt Samuel Hörl nur mit der Hälfte seiner Klassenkameraden im Unterricht an der Tourismusschule, ab 19. Mai sollen wieder alle Schüler zurückkommen. Foto: privat

 
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