31.01.2020
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Vom Skifahren im digitalen Zeitalter

Als Franz Reisch vor mehr als einem Jahrhundert das Skifahren nach Kitzbühel brachte, hätte er sich vermutlich nicht träumen lassen, welche Zukunftsperspektiven für diesen Sport nun bestehen. Am Rande des Jubiläums-Hahnenkammrennens wurde eine entsprechende Studie vorgestellt.

Kitzbühel  | Für die Studie des Zentrums für Sport und Management der WHU – Otto Beisheim School of Management wurden 46 internationale Experten der Branche befragt. Wenn die Schlagworte Digitalisierung und Nachhaltigkeit fallen, wird wohl niemand sonderlich überrascht sein. Um die Zukunft des Schnee-Sports dauerhaft abzusichern, setzen die Skigebiete auf eine Kombination von Kunst- und Naturschnee. Der Kunde reagiert immer sensibler auf das Thema Nachhaltigkeit – erneuerbare Energien  und Maßnahmen wie z.B. die Wiederverwertung von Schmelzwasser helfen, die Energiebilanz auf diesem Sektor zu verbessern. „Wenn Skigebiete ihre Arbeit nicht nachhaltiger gestalten, werden sie bald ohne Gäste dastehen“, lautet das eindeutige Fazit der Studie.
Innovative Technik ist also nicht nur das Zauberwort, um den Wintersport nachhaltiger zu machen, sondern sie optimiert auch das Training der Athleten und sorgt nicht zuletzt für bessere Sicherheit.

Schutzpanzer mit Info-Funktion
Die Ausrüstungen für Sportler sorgen für immer besseren Verletzungsschutz, außerdem kommen die Aspekte von Künstlicher Intelligenz zur Leistungsüberwachung und vor allem „Augmented Reality“ dazu.
Wie das ausschauen kann, zeigten einige Start-ups im Rahmen des Mountain Peak gleich live vor. In Skihelm bzw. -brille wird Technik eingesetzt – die Ausrüstung so zum „Bildschirm“ verwandelt. In Echtzeit erhält der Skifahrer dann Daten zur Orientierung im Skiraum, aber auch Nachrichten von Freunden oder andere hilfreiche Informationen.

Noch einen anderen Teilbereich, der von den Verbänden bereits ernsthaft in Angriff genommen worden ist (vgl. S. 27), untersuchte die Studie: das Thema E-Sports. Die befragten Experten hielten mit ihrer Meinung dazu nicht hinter dem Berg: Sie halten es für wenig wahrscheinlich, dass die Gamer plötzlich Lust bekommen, tatsächlich auch auf der Piste zu sein. Am Diskussionspodium bestätigten auch die Topathleten Aksel Lund Svindal, Daron Rahlves und Verena Bentele, dass ihre ersten Wintersporterfahrungen maßgeblich durch das Vorbild der Eltern geprägt worden sind. Gleichwohl sehen sie das Thema E-Sports teilweise als Ergänzung der Branche.   
Mit der Gleichberechtigung im Skisport beleuchtet die Zukunftsstudie einen weiteren, wesentlichen Aspekt unserer Zeit.  Die befragten Experten geben eine fünfzigprozentige Chance, dass die Gleichstellung der Geschlechter innerhalb von fünf Jahren Realität wird – denn notwendig dafür ist ein grundlegender Mentalitätswandel.

Kontaktlos zum Sporterlebnis
Die Studie im Auftrag von Mastercard beschäftigt sich im Speziellen mit den technischen Möglichkeiten und den Erwartungen der Kunden. Das Kitzbüheler Skigebiet ist dabei Vorreiter. Wie es dazu kam, erklärt  Christian Rau (Country Manager Mastercard Austria): „Hier in Kitzbühel gibt es so viel technische Innovation. Aber das Bezahlen lief trotzdem noch bar ab. Wir wollten die customer journey optimieren und den Bedürfnissen des digitalen Zeitalters anpassen.“ Kitzbühel verfügt bereits über eine Zone, in der kontaktloses Bezahlen möglich ist. Das ist allerdings nur der erste Schritt. Angebote und Services laufen vermehrt zusammen und werden auf ein einzelnes Gerät transferiert. „Dieses Jahr feiert die erste Hybridkarte ihre Premiere, die Bezahlen, Skipass, Hotel- und Nahverkehrzugang auf einem kontaktlosen Wearable in Kartenform vereint“, so Rau. Die Karte heißt „Ski2Pay“ und kann in über 100 Skigebieten und Hotels auf der ganzen Welt eingesetzt werden. Wer solche Produkte geschickt einsetzt, kann bei den Gästen punkten – möglich ist in ferner Zukunft, dass die Region Kitzbühel zum Beispiel ein digitales Bonussystem etabliert. E. Galehr

Stolz auf die Ski2Pay-Card: Christian Schicker und Christian Rau von Mastercard stellten die Innovation beim Hahnenkammrennen vor. Foto: Galehr

 
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