31.03.2020
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„Verantwortung für den Arbeitsplatz“

Wie geht es dem Eggerwerk in Zeiten von Corona? Das fragten wir Anfang der Woche Matt-hias Danzl, den verantwortlichen Werksleiter für Vertrieb im Stammwerk St. Johann. Wie wirken sich hinsichtlich der Produktion die Maßnahmen gegen das Coronavirus auf den Betrieb im Egger-Stammwerk aus?
Aus heutiger Sicht und im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen werden wir auf absehbare Zeit in unserem Stammwerk in St. Johann vollumfänglich weiterproduzieren. Dabei stehen natürlich der Schutz und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets im Mittelpunkt. Unter dieser Maßgabe setzen wir alles daran, dass die Bestellungen unserer Kunden zum bestätigten Liefertermin ausgeliefert werden können. Dies setzt voraus, dass die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten und Fahrern ausreichend gegeben ist und Transporte nicht durch die ausgeweiteten Kontrollmaßnahmen an den Grenzen übermäßig verzögert werden. Aus aktueller Sicht zielen die behördlichen Maßnahmen darauf ab, den nationalen und zwischenstaatlichen Warenverkehr uneingeschränkt aufrechtzuerhalten. Auch unsere vorgelagerte Lieferkette ist derzeit gesichert. Was die Be- und Entlade-Vorgänge von LKW in unseren Werken betrifft, so haben wir diese umorganisiert. Der Kontakt zwischen unseren Mitarbeitern und den Fahrern findet berührungslos bzw. mit größerer Distanz statt.

Muss Kurzarbeit gefahren werden? Bzw. wie ist die Situation für die Lehrlinge?
Grundsätzlich begrüßen wir das umfassende Maßnahmenpaket zur neuen Kurzarbeit der österreichischen Bundesregierung. Dieses Angebot wird vielen Arbeitnehmern und Wirtschaftsreibenden in dieser schwierigen Situation entscheidend helfen. Aus heutiger Sicht ist für uns eine Inanspruchnahme wenn dann nur in einzelnen Bereichen notwendig. Allerdings müssen auch wir die Situation laufend prüfen. In dieser außergewöhnlichen Lage gilt es jedoch, Verantwortung für unseren Arbeitsplatz zu übernehmen. Wir alle sind Teil eines sehr eng verzahnten Wirtschaftsprozesses. Das heißt, dass wir unser Möglichstes versuchen, um unserer Versorgungsverpflichtung und Verantwortung gegenüber unseren Kunden sowie deren Mitarbeitern und Kunden weiterhin gerecht zu werden. Ein entscheidender Teil unserer Kunden sind Produktionsbetriebe und daher von unserer Versorgung abhängig. Wir tragen Verantwortung für die Aufrechterhaltung dieser Produktionsstätten. Und dieser Verantwortung werden wir auch in herausfordernden Zeiten gerecht. Wir alle müssen uns bewusst sein, dass die Wirtschaftskreisläufe erhalten bleiben müssen, um die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Gesellschaft insgesamt nicht nachhaltig zu schädigen. Unser besonderer Dank gilt daher unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! Durch ihren täglichen Einsatz tragen sie maßgeblich zur Erhaltung unserer aller wirtschaftlichen Grundlage bei. Wir möchten an dieser Stelle allerdings erneut betonen, dass für uns die Gewährleistung der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oberste Priorität hat! Wir haben sowohl im Produktions- als auch im Verwaltungsbereich weitreichende Maßnahmen gesetzt: Die Arbeitsplätze in der Produktion sind – bedingt durch das Schichtmodell, den sehr hohen Automatisierungsgrad und die sich daraus ergebenden größtenteils verstreuten Arbeitsplätze – relativ gut geschützt. Zusätzlich arbeiten soweit möglich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung im Homeoffice.

Persönliche Kontakte minimieren
Auch die Anzahl der Mitarbeiterbusse wurde erhöht, um auch bei der Hin- und Rückfahrt zum Arbeitsplatz den entsprechenden Abstand im Bus zu ermöglichen. Unsere Lehrlinge sind in dieser herausfordernden Situation bis auf weiteres freigestellt und zu Hause bei ihren Familien. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, die persönlichen Kontakte amArbeitsplatz so weit wie möglich zu minimieren.

Wie läuft es mit der Ausrollung der neuen Egger-DEKOR-Kollektion?
Gerade in dieser für uns alle außergewöhnlichen und herausfordernden Situation legen wir großen Wert auf eine gute Kommunikation und den kontinuierlichen Austausch mit unseren Kunden. Dies ist leider derzeit nicht von Angesicht zu Angesicht möglich. Um das Übertragungsrisiko des Coronavirus so weit wie möglich einzudämmen, empfangen wir derzeit keine externen Besucher in unseren Werken und haben sämtliche Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Nichtsdestotrotz gewährleisten wir weiterhin umfassende Erreichbarkeit und Service für unsere Kunden. Der Digitalisierungsgrad im Vertrieb ermöglicht, dass die Verkaufsmitarbeiter auch vom Homeoffice aus den gewohnt hohen Service und die Erreichbarkeit für unsere Kunden sicher stellen. Ebenso stehen unseren Kunden wie gewohnt der Service im Egger-Kundenportal sowie alle anderen digitalen Services zur Verfügung. Letztlich müssen wir aber ebenso feststellen, dass unsere Kunden derzeit vorrangig an der eigenen Bewältigung der Auswirkungen der Coronakrise arbeiten und somit mit uns eher bestandssichernde Sachverhalte klären wollen.

Wie sieht es mit der Nachfrage weltweit aus?
Mit den aktuell getroffenen Beschränkungen in vielen europäischen Ländern ergeben sich Herausforderungen für alle Wirtschaftstreibenden. Am wichtigsten ist für uns ein verantwortungsvoller Umgang mit der Gefahr des Coronavirus und zugleich die Gewährleistung der notwendigen Versorgung unserer Kunden. Wie alle anderen Unternehmen, müssen auch wir davon ausgehen, dass die regional veranlassten Maßnahmen zu Nachfragerückgängen führen können. So sehen auch wir aktuell bereits einen leichten Rückgang der Auftragseingänge, speziell aus den besonders schwer betroffenen Regionen.

Müssen die geplanten Investitionen in neue Standorte nach hinten verschoben werden?
Diese komplexe Situation fordert natürlich die gesamte Wirtschaft. Als Egger-Gruppe ist unser Handeln seit jeher auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtet. Als einer der führenden Holzwerkstoffhersteller sind wir uns unserer Verantwortung bewusst: Vorausschauendes, auch auf zukünftige Generationen ausgerichtetes Handeln liegt nicht nur unserer ökonomischen, sondern auch unserer ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit zugrunde und ist bei uns seit jeher gelebte Praxis. So prüfen wir grundsätzlich alle unsere Investitionen umfassend. Allerdings müssen auch wir, wie alle anderen auch, weiterhin die aktuelle Situation sehr engmaschig beobachten und uns am eng verzahnten Wirtschaftskreislauf orientieren.

Braucht es generell in der Wirtschaft alternative Ansätze in Richtung Digitalisierung, um mit ähnlichen Krisen künftig fertig zu werden?
Als Egger-Gruppe sind wir im Hinblick auf Digitalisierung und Automatisierung sehr gut aufgestellt: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung sind aktuell zur Gänze im Homeoffice weiterhin regulär tätig. Auch in unseren Produktionsbereichen hilft uns unser sehr hoher Automatisierungsgrad, da wir im Gegensatz zu vielen anderen produzierenden Industrien einen entsprechenden Abstand in der Produktion gewährleisten können und so unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter relativ gut geschützt sind. Wir sehen gerade jetzt, dass sich unsere Investitionen und Innovationen der vergangenen Jahre im Bereich Digitalisierung und Automatisierung bewähren. Diesen Kurs werden wir auch weiterhin fortsetzen. Elisabeth Galehr

Das Team Werksleitung St. Johann, v.l.: Matthias Danzl, verantwortlicher Werksleiter für Vertrieb, Rainer Bachmaier, verantwortlicher Werksleiter für Finanzen/Personal, Albert Berktold, verantwortlicher Werksleiter für Produktion, Michael Happ, verantwortlicher Werksleiter für Logistik. Foto: Egger

 
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