Kitzbüheler Anzeiger
05.06.2024
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Unterbürg: Land gibt grünes Licht

Die Würfel sind gefallen – das Land Tirol befürwortet den Bau des interkommunalen Gewerbegebietes in St. Johann. Die Vertreter der Bauernschaft sparen nicht mit Kritik.

St. Johann | Aufatmen in den Amtsstuben von St. Johann, Going und Reith – das Beratungsgremium des Landes für Fragen der Raumordnung und regionaler Planungen gibt grünes Licht für die Realisierung des gemeindeübergreifenden Gewerbegebietes in St. Johann. Damit endet ein drei Jahre lange dauerndes Tauziehen rund um ein Projekt, auf das viele Gewerbetreibende bereits sehnsüchtig warten.

„Mit diesem Beschluss geht die Region neue Wege in der Zusammenarbeit auch bei der Standortentwicklung und lässt das Kirchturmdenken hinter sich. Das hat schlussendlich auch die große Mehrheit der Mitglieder des Beirats überzeugt“, fasste LH-Stv. Josef Geisler zusammen. Er tritt Kritikern des Projektes klar entgegen und betonte, dass er trotz Herausnahme dieser 7,5 Hektar im Bereich der landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen eine positive  Bilanz ziehe.

Die Standortbürgermeister Stefan Seiwald (St. Johann), Stefan Jöchl (Reith) und Alexander Hochfilzer (Going) sind überzeugt, dass das Kirchturmdenken in Dörfern nicht mehr zeitgemäß sei. „Für uns ist dieses interkommunale Gewerbegebiet ein zukunftsträchtiges Projekt, das vor allem den heimischen Gewerbebetrieben eine gute Perspektive gibt und uns als Gemeinden Einnahmen durch die Kommunalsteuer sichert. Geld, das der Bevölkerung zu Gute kommt, weil damit wichtige Infrastrukturprojekte umgesetzt werden können, die schließlich die Lebensqualität in der ganzen Region weiter steigern“, so die drei Bürgermeister unisono.

Wirtschafter positiv, Bauern enttäuscht
Während die Funktionäre der Wirtschaftskammer den Beschluss begrüßen, herrscht bei den Funktionären des Bauernbundes und der Landwirtschaftskammer Katerstimmung: „Diese Entscheidung ist ein Tiefschlag für die Landwirtschaft“, betont Bauernbundobmann Georg Wurzenrainer, „unsere landwirtschafltichen Flächen gehören, zum Wohle aller, geschützt. Der Bodenverbrauch ist auf ein Minimun zu senken. Bereits versiegelte Flächen gehören endlich wieder in Anspruch genommen, bevor Grünland bebaut wird.“

Ähnlich argumentiert Kammerobmann Josef Fuchs: „Die Entscheidung ist sehr schmerzlich. Damit gehen auf einen Schlag 7,5 Hektar landwirtschaflicher Boden verloren, damit wird quasi eine bäuerliche Familie ihrer Existenzgrundlage beraubt. KA/mak

 
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