23.06.2020
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Tote Ziegen: Warten auf Ergebnis

Ob es sich bei den tot aufgefunden Ziegen in Kirchdorf tatsächlich um einen Wolfsriss handelt, wird die DNA-Analyse zeigen. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch aus. „Als durchaus möglich“, stuft Dr. Martin Janovsky die Wahrscheinlichkeit ein, dass es sich dabei um einen Wolf gehandelt hat.

Kirchdorf | Bis Redaktionsschluss am Montagabend lag noch kein Ergebnis der DNA-Analyse aus dem Institut für Wildtierkunde aus Wien beim Land Tirol vor. Dass es sich bei den toten Ziegen um einen Wolfsriss handeln könnte, schließt Dr. Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer, nicht aus. „Die Ziegen könnten durchaus von einem Wolf gerissen worden sein“, erklärt er im Gespräch mit dem Kitzbüheler Anzeiger.

Die Zeichen sprechen für ein Raubtier
Am 3. und 4. Juni wurden auf einer Alm im Gemeindegebiet von Kirchdorf zehn tote Ziegen aufgefunden, eine weitere Ziege wird vermisst. Dass so viele Ziegen auf einmal gerissen werden, sei ein typisches Verhalten für ein Raubtier wie den Wolf, erklärt Janovsky. „Hier geht es nicht um die Befriedigung des Hungers des Tieres, sondern um den Beutereflex. Das Tier verfällt sozusagen in einen Blutrausch. Wie der Fuchs im Hühnerstall, der auch versucht, alle Hühner zu töten“, veranschaulicht Janovsky.

2019 gab es neun Wolfs-Nachweise in Tirol
2019 gab es in Tirol neun gesicherte Wolfsnachweise, wie der Jahresbericht des Landes Tirols zeigt. Der erste Nachweis erfolgte auf genetischen Weg im Winter in Osttirol bei zwei gerissenen Wildtieren im Defreggental.
Im Frühjahr 2019 wurde die Anwesenheit eines Wolfes im Kaunertal über eine DNA-Analyse nachgewiesen. In Sellrain, Oberperfuß, Inzing und Flaurling riss ein Wolf mehrere Schaffe auf Almen. Insgesamt waren im letzten Jahr 15 gerissene Schafe eindeutig dem Wolf zuordenbar. Bei weiteren 31 Schafen konnte die Zuordnung nicht eindeutig erfolgen.
In diesem Jahr gab es (Stand 15. Juni) neun nachgewiesene Wolfsrisse im Tiroler Oberland.Johanna Monitzer

Foto: Am 3. und 4. Juni wurden zehn tote Ziegen auf einer Alm in Kirchdorf gefunden. Foto: ZOOM-Tirol

Daten & Fakten - Wolf kam 2009 nach Tirol
Tirol | In Tirol wurde im Jahr 2009 der erste Wolf genetisch nachgewiesen. Danach gab es Jahre mit gesicherten Nachweisen von Wölfen in Tirol, genauso aber auch Jahre ohne Nachweise.
Wölfe sind Fleischfresser. Sie ernähren sich in der Regel von Wildtieren, die eine Nahrungsquelle darstellen, die für sie ganzjährig verfügbar ist. Ungeschützte Nutztiere stellen für Wölfe eine leichte Beute dar und Wölfe können daher für Weidetiere eine erhebliche Gefahr darstellen.

Entschädigung für Bauern
Wenn genetisch nachgewiesen wurde, dass ein mit Ohrmarkennummern gekennzeichnetes Nutztier durch einen großen Beutegreifer, wie den Wolf, gerissen wurde, hat der Landwirt Anspruch auf eine Entschädigungszahlung. Derartige Schäden werden in Tirol durch die Haftpflichtversicherung des Tiroler Jägerverbandes abgegolten. Darüber hinaus wird auch eine Entschädigung durch das Land Tirol in Fällen geleistet, in denen kein direkter Nachweis erbracht werden kann, aber der Riss bzw. Schaden sehr wahrscheinlich von großen Beutegreifern verursacht wurde. Quelle: Land Tirol

 
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