29.08.2018
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Startschuss für neuen Lehrberuf

Was bereits lange vorher schon Schlagzeilen machte, wurde kürzlich per Verordnung rückwirkend auf Anfang Juni umgesetzt: „E-commerce Kaufmann bzw. -frau“ wurde ein eigener Lehrberuf.

Kössen, Bezirk  | „Damit kann ab sofort ausgebildet werden“, jubelten Peter Buchmüller, der Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich und Martin Sonntag, Bundesobmann des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels in der Wirtschaftskammer Österreich. In der Praxis geht die Umsetzung des neuen Lehrbildes jedoch nicht so rasant voran. Sowohl von Unternehmerseite als auch von Seiten der potenziellen Lehrlinge scheint es noch Klärungsbedarf zu geben.

Grundsätzliches Interesse vorhanden

Zunächst einmal muss die Ausbildung auf Berufsschulebene auf die Beine gestellt werden, wie Kitzbühels Wirtschaftskammer-Obmann Klaus Lackner bestätigt: „Es ist noch nicht ganz klar, welche das anbieten.“ Möglich sei auch, dass die Organisation einer entsprechenden Klasse überregional erfolgt, je nach Interessenslage. „Ein Rundschreiben ging an die Betriebe. Interesse besteht“, umreißt Lackner die ersten Schritte hinsichtlich der Unternehmen. Mögliche Ausbilderbetriebe sind naturgemäß in der Sparte Handel zu suchen, „aber auch Tourismusbetriebe mit entsprechendem Webshop könnten infrage kommen“, kommentiert der Kitzbüheler Wirtschaftskammer-Obmann gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger.

Gewehr bei Fuß steht man auch beim AMS Kitzbühel, wie Franz Huber bestätigt. Beim Berufsinfozentrum (BIZ), einer Infostelle des AMS, konnte man durchaus Interesse unter den Jugendlichen für die neue Ausbildungsschiene feststellen, wie Huber ausführt.

Eine entsprechende Lehrstelle im Bezirk

Derzeit mangelt es aber noch an entsprechenden Ausbildungsplätzen. Österreichweit sind mit Stand Mitte August nur zehn Lehrstellen für „E-commerce Kaufmann/-frau“ ausgeschrieben, informiert das AMS. Immerhin: eine im Bezirk Kitzbühel, nämlich von der „Karat Software VertriebsgmbH“ bei der Niederlassung in Kössen.

Die Nachfrage dafür war bislang aber mäßig, wie Werner Beyerle gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger erläutert. Außerdem ist für ihn auch das Gerüst rund um die Ausbildung noch auf wackeligen Beinen: „Da gibt es noch gar nichts“, moniert Beyerle. Die Lehrbilder stehen dabei schon lange fest, die entsprechende Umsetzung müsse aber erst noch flüssig in‘s Laufen kommen.

In seinem Betrieb hätte er aber kein Problem mit der Ausbildung: „Ich könnte genug Inhalte vermitteln und weiß, wie man das ausbilden müsste. Das Problem ist, einen geeigneten Interessenten oder eine Interessentin zu finden“, so Beyerle.

Lehrinhalte umfassen viele Bereiche

Dabei werden die Berufsaussichten für entsprechende Absolventen vom AMS durchaus positiv beurteilt: „Da es sich um einen neuen Lehrberuf handelt, zu dem kein Vorgängerlehrberuf existiert, ist die Einschätzung der Beschäftigungsmöglichkeiten schwierig. Generell ist der Online-Handel aber am Vormarsch und dementsprechend kann mit einer entsprechenden Nachfrage an E-Commerce-Kaufleuten gerechnet werden.“ Das Lehrbild umfasst übrigens zahlreiche Tätigkeiten, darunter vornehmlich die Betreuung von Internet-Verkaufsportalen, z.B. Produkt- und Preisinformationen online stellen. Aber auch gewisse Aspekte des Marketings sowie der Verwaltung von (Kunden-)Datenbanken fließen in das Profil mit ein. Neben dem Einzel- und Großhandel sollen die künftigen Fachkräfte unter anderem auch bei Onlineportalen und nicht zuletzt bei Banken und Versicherungen mit entsprechendem Online-Angebot zum Einsatz kommen. Entsprechende Kandidaten sollten Interesse für Medien und Verkauf aufbringen, gerne am Computer arbeiten und serviceorientiert sein. Wer sich für eine entsprechende Lehrstelle interessiert, kann sich beim AMS umfangreich informieren. Aber auch die Wirtschaftskammer Kitzbühel steht für Anfragen bereit, wie Obmann Klaus Lackner abschließend betont. Elisabeth Galehr, Bild: Symbolfoto: AMS

 
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