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Kitzbüheler Anzeiger
29.07.2023
News  
 

Stadtmarketing soll neue Impulse setzen

Kitzbühels Innenstadt steht vor großen Herausforderungen. Es drohen Leerstände, ein von Wirtschaftstreibenden initiiertes, professionelles Standortmarketing soll gegensteuern. Im ersten Quartal 2024 soll es den Betrieb aufnehmen.  

Kitzbühel | Derzeit ist Hochsaison und die Innenstadt entsprechend frequentiert. Schenkt man den kursierenden Gerüchten jedoch Glauben, könnte sich dieses Bild schon in naher Zukunft drastisch ändern. Hinter vorgehaltener Hand ist zu vernehmen, dass gleich mehrere alteingesessene und teilweise noch familiengeführte Kitzbüheler Betriebe in der Innenstadt demnach für immer zusperren – entweder, weil die Inhaber und Betreiber in Pension gehen und  der Nachfolger fehlt oder weil es sich wirtschaftlich schlichtweg nicht mehr rechnet.

Konkrete Bestätigungen gibt es für diese mutmaßlichen Geschäfts- und Gastronomieschließungen derzeit noch nicht. Dennoch wird von der Öffentlichkeit schon jetzt ein ausgeprägter Leerstand befürchtet.  Stirbt die Kitzbüheler Innenstadt womöglich aus?

Die gute Nachricht vorweg: Das Traditions-Schuhhaus Haderer bleibt der Vorderstadt mit einem Schaufenster sowie Reparaturmöglichkeiten erhalten, in dessen Schuhgeschäft zieht Schuhmoden Fuschlberger aus Fieberbrunn ein. Außerdem: Frida, ein Pop-up Family Concept Store im Sparkassenhaus (ehemaliger Sonnentor Shop) ist in der Vorderstadt bis März 2024 vertreten. Jenes hartnäckige Gerücht, wonach die US-Kaffeehauskette Starbucks die Hinterstadt ansteuern soll, ist hingegen widerlegt. „Es gibt aktuell keine Pläne für die Neueröffnung eines Coffee Houses in der Kitzbüheler Innenstadt“, heißt es aus der Starbucks Österreich-Zentrale auf Anfrage.  

Hohe Mieten sind kaum zu stemmen
Alexander Etz und Johanna Oberdorfer vom Verein „Wirtschaft für Kitzbühel“ wissen um die Problematik in der Innenstadt. Es sei nicht grundlos zu befürchten, dass als Folge der Geschäftsschließungen noch weitere Luxus-(Mode)labels in die Vorder- und Hinterstadt drängen, sagen die beiden Wirtschaftstreibenden. In Kitzbühel sei der Mietzins für Geschäftsflächen hoch: „Der Quadratmeterpreis bewegt sich um 80 Euro netto. Bei 300 Quadratmetern sind monatlich 24.000 Euro zu stemmen, dazu kommen noch die Betriebskosten. Das können Konzerne für eine Niederlassung in Kauf nehmen, heimische Kaufleute oder Gastronomen können da aus Kostengründen nicht mithalten.“

Für die Belebung des Standorts brauche es neue Ideen,  Inspirationen und auch ein Konzept für eine autofreie Innenstadt, sind Etz und Oberdorfer überzeugt. Der Wirtschaftsverein sei 2021 ins Leben gerufen worden, um Kitzbüheler Unternehmer zusammen mit Vertretern der Stadt, des TVB und von Leitbetrieben, wie etwa der Bergbahn, an einen Tisch zu bringen.

Winkler: Innenstadt lebt nicht von Luxusläden
Die Stadt stehe grundsätzlich hinter diesen Plänen, erklärt Bgm. Klaus Winkler. „Wir unterstützen das Vorhaben, die städtische Entwicklung voranzutreiben, sofern ein Schulterschluss zwischen den Gremien gegeben ist.“ Nachsatz:  „Eine pulsierende Innenstadt lebt nicht nur von teuren Luxuslabels, sondern vor allem von heimischen Betrieben.“

Derzeit wird zwischen den Gremien noch verhandelt, bis zum Herbst soll alles unter Dach und Fach sein, beschreibt Etz. Der weitere Fahrplan: Im ersten Quartal 2024 soll das Standortmarketing den Betrieb aufnehmen – mit einem Geschäftsführer sowie einem weiteren Mitarbeiter. Alexandra Fusser

Daten & Fakten
Leitprojekt für Kitzbühel
Kitzbühel | Der Verein „Wirtschaft Kitzbühel“ zählt derzeit 65 Mitglieder und steht für die Interessen der Kitzbüheler Unternehmer ein. Er wurde 2021  gegründet, um die Entwicklungen am Standort Kitzbühel mitzugestalten. In der Jahreshauptversammlung, die kürzlich stattgefunden hat, wurde der Grundsatzbeschluss für die Etablierung eines professionellen Standortmarketings  mit dem Namen „Kitz 365“ gefasst. Für das kommende Jahr stellt es mit Abstand eines der Leitprojekte für den Verein dar. Die Implementierung eines Standortmarketings in Kitzbühel sei notwendig, wie der Verein gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger festhält. „Nicht um mit den anderen Institutionen Kitzbühels zu konkurrieren, sondern um sich bestmöglich untereinander zu ergänzen und dadurch an einem Kitzbühel festzuhalten, in dem man gerne lebt, arbeitet und Zeit verbringt.“

Weinfest Bichlstraße und Stammtische
Wie bereits mehrmals berichtet, versteht sich das Kitzbüheler Standortmarketing als gemeinsame Plattform der Stadt, des Tourismusverbands, des Vereins „Wirtschaft Kitzbühel“ sowie weiterer Institutionen und Leitbetriebe. Gemeinsames Ziel ist die Konzeption, Initiierung und Umsetzung von Maßnahmen im City- und Wohnortmarketing, der Event-Koordination und Betriebsansiedlung. Die Entwicklung des Standortmarketings wird professionell von der Cima Beratung und Management GmbH begleitet.  

Ergänzend dazu wurde bereits im August des Vorjahres das Weinfest in der Bichlstraße aus der Taufe gehoben. Es sollte zur Belebung des „äußeren Rings“ der Innenstadt beitragen. Außerdem werden auch regelmäßig Stammtische abgehalten, die den gegenseitigen Austausch der Wirtschaftstreibenden aus Kitzbühel, Reith, Aurach und Jochberg fördern sollen. Acht dieser Treffen fanden bereits statt. „Sie sind eine großartige Plattform, um sich in unkomplizierter Atmosphäre zu vernetzen, gemeinsame Probleme anzusprechen und diese zu bündeln“, heißt es seitens der Vereinsführung.

Weitere Infos unter www.wirtschaft-kitzbuehel.at KA/ali

 
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