31.03.2017
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Springkraut wird Kampf angesagt

Im Rahmen eines Informationsabends in St. Johann klärte u.a. Mat­thias Karadar vom Tiroler Bildungsforum und die Biologin Irmgard Silberberger über Neophyten und ihre Folgen für die heimische Vegetation auf. Noch werden Freiwillige gesucht, die gemeinsam mit Asylwerbern bei der Bekämpfung mithelfen.

St. Johann | Es gilt als eine der größten Plagen heimischer Gartenbesitzer – das drüsige Springkraut. Ursprünglich als Zierpflanze aus Indien „importiert“, hat sich das asiatische Springkraut vor allem in den letzten 30 Jahren explosionsartig auch im Bezirk Kitzbühel vermehrt. Doch nicht nur das Springkraut gehört zur Gruppe der Neophyten (so wird jene Pflanzengruppe bezeichnet, die eingeschleppt und gebietsfremd ist), sondern zahlreiche solcher Pflanzenarten gehören zur Gruppe der sogenannten invasiven Neophyten.

Auch in St. Johann werden diese wuchernden Pflanzen immer mehr zum Problem. Daher lud vergangene Woche der Umweltausschuss unter Leitung von GR Maria Strele zu einem Informationsabend in die Neue Mittelschule. Doch nicht nur Experten klärten über die Plage auf, überdies wurden auch die geplanten Bekämpfungsmaßnahmen vorgestellt. „In St. Johann gibt es schon seit langem Projekte zur Bekämpfung der Neophyten“, weiß Maria Strele. Waren es vorerst Klienten der Lebenshilfe, die sich darum kümmerten, wurden inzwischen auch in St. Johann lebende Asylwerber engagiert, die unter Anleitung den Pflanzen den Kampf ansagen. Ein Projekt mit Schülerinnen und Schülern der Neuen Mittelschule wurde inzwischen ebenfalls ins Leben gerufen.

21 Prozent der Tiroler Flora

Matthias Karadar vom Bildungsforum Tirol befasst sich intensiv mit den Neophyten und hatte für das Publikum zahlreiche Informationen im Gepäck. „Rund 21 Prozent der Tiroler Flora sind inzwischen Neophyten“, klärte Karadar auf. Nicht nur das drüsige Springkraut gehört dazu, u.a. auch die Goldrute, der Riesenbärenklau oder auch der Staudenknöterich gehören zu diesen Pflanzen, die sich durch die Bank massiv vermehren. Wo diese Pflanzen wachsen, hat die restliche Vegetation keine Chance mehr, daher gehören sie massiv bekämpft. „Da müssen wir in jedem Fall dranbleiben“, stimmte auch die St. Johanner Biologin Irmgard Silberberger zu.

Man müsse sich darüber bewusst sein, so die beiden Experten, dass sich die Bekämpfung über mehrere Jahre hinzieht. Auch die Straßenmeisterei weiß davon ein Lied zu singen – u.a. werden die Pflanzen mit der Abdeckung durch spezielle Planen abgetötet. Die Bekämpfung des Riesenbärenklaus etwa muss sogar im Schutzanzug durchgeführt werden, da der Saft der Pflanze Hautverbrennungen auslösen kann.  Neophyten sollten noch vor der Blüte bzw. vor der Fruchtbildung ausgerissen werden, Abmähen alleine hilft nicht, da die Wurzeln so im Boden bleiben und wieder nachwachsen. Die ausgerissenen Pflanzen müssen sofort vernichtet werden. Nicht nur einmal, sondern mehrmals im Jahr sollte die Bekämpfung durchgeführt werden.

Weitere Freiwillige gesucht

Ruth Fahringer-Moser und Manuela Juen gehören zu jenen Freiwilligen, die sich gemeinsam mit den Asylwerbern  der Bekämpfung des Springkrautes angenommen haben. Sie konnten von der Zusammenarbeit im Vorjahr nur Positives berichten. Vor allem im Bereich des „Windwehenmooses“ nördlich der Granderhöfe im Bereich des „Moor & More-Lehrpfades“ wurde fleißig gearbeitet. „Mit diesem Projekt gelingt es auch, Vorurteile gegen die Asylwerber abzubauen. Wir wurden im Rahmen unserer Arbeit immer wieder angesprochen“, schilderte Fahringer-Moser, die betonte, dass die Zusammenarbeit mit den Männern auch für sie und Manuela Juen ein großer Gewinn ist.

Derzeit sei man aber noch händeringend auf der Suche nach weiteren freiwilligen Helfern, die sich bereit erklären, mit einer Gruppe Asylwerber zu arbeiten. Infos gibt es bei Ruth Fahringer-Moser unter Tel. 0699/12760541 bzw. per Mail unter ruth.fahringer@aon.at.
Margret Klausner

 
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