17.07.2018
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Schärfwerkzeuge fürs Firmenprofil

Der Chef als Marke – zu neudeutsch „Employer Branding“ – wird ein immer beliebteres Instrument, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Wie‘s geht, zeigt das Projekt „Chefansage“ vor und lud gleichzeitig zu einem Netzwerk-Nachmittag nach Oberndorf ein.

Oberndorf  |  Andrea Starzer ist Expertin darin, Unternehmen mit ein bisschen Politur zum Strahlen zu bringen. Die Employer-Branding-Beraterin  zeigte, wie auch kleine und mittlere Firmen ihren Marktwert auf dem digitalen Basar erhöhen können. Oft sind die Maßnahmen günstig, wenn nicht sogar kostenlos.

„Der Wettbewerb der Zukunft entscheidet sich am Arbeitsmarkt“, unterstreicht Starzer. Eine Vision, die im Bezirk – und hier vor allem im Tourismus – schon lange Realität ist. Daher zahlt es sich aus herauszufinden, wie man Menschen in den Betrieb holt und sie dort auch hält. Das Internet kann dabei als großes Jobportal dienen: „Rund 39 Prozent der Unternehmen nützen soziale Netzwerke für Human-Resources-Marketing“, sagt Starzer. Die Betriebe haben da noch Aufholbedarf, denn: „Acht von zehn Bewerbern suchen online“.

Wer suchet, der findet ... nicht?

Unternehmen tun also gut daran, im Netz sichtbar zu sein.  Das beginnt schon bei kleinen Dingen wie: „Ist meine Unternehmensseite überhaupt mobiltauglich?“, „Wird mein Karrierebereich auf der Firmenhomepage leicht gefunden?“

Außerdem empfiehlt die Expertin, die Umstellung der Homepage auf „https://“ nicht zu verschlafen. Wer im Internet nach einer Stelle sucht, geht zunächst gerne ganz simpel vor und „googelt“. Der häufigste Begriff dabei ist „Job“. Also, sagt Andrea Starzer, sollte man online auch „Jobs“ anbieten und keine „Stellenanzeigen, Karrierenchancen oder Berufsperspektiven.“ Denn das geht womöglich im digitalen Wust unter. Klartext reden sollte man auch, was die Jobbezeichnungen angeht: Denn bei vielen hochtrabenden Begriffen kann sich die Zielperson nichts vorstellen und fühlt sich dementsprechend auch nicht angesprochen.

Chef und Firma werden vorab einem entsprechenden Check unterzogen. Firmen werden bei Google mit Rezensionen – „Sternchen“ – versehen.  Auch in diesem Bereich empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung durch das Unternehmen. Kritiken, gute wie schlechte, gehören regelmäßig kommentiert.

Ein weiteres Betätigungsfeld, das nichts kostet, aber einiges an Reichweite bietet, sind soziale Medien. Neben Facebook, dessen durchschnittliche Nutzer im idealen Alter für leitende Angestellte sind, gibt es auch beruflich orientierte Plattformen wie „Xing“ und „LinkedIn“.

„Welche Zielgruppe ist auf welcher Seite unterwegs? Wen wollen wir ansprechen?“, diese Fragen, rät Andrea Starzer, sollte man sich unbedingt stellen. Soziale Netzwerke eignen sich hervorragend, um Geschichten zu erzählen. Geschichten, von Karrieremöglichkeiten, Mitarbeiterbenefits und vielem mehr. Je persönlicher, desto besser, denn: „Menschen wollen Menschen sehen.“

18 Unternehmer bei Projekt Chefansage

Genau hier hakt auch das Projekt Chefansage ein. Wie bereits berichtet rückt das Leader-Projekt Unternehmer aus der Region in den Fokus, ganz nach der Philosophie „Schau zuerst, was Chef und Chefin sagen.“ Die Plattform stellt persönliche Videos bereit, in der verschiedenste Chefs stets die selben neun Fragen beantworten und so aufzeigen, wie das Unternehmen „tickt“. „Derzeit sind 18 Unternehmen dabei, wir haben einen guten Branchenmix“, zeigt Regionalmanagement-GF Stefan Niedermoser auf. Nicht nur Firmen werden übrigens präsentiert, auch Berufsbilder werden vorgestellt. Das Portal „Chefansage“ wurde bereits in Schulen im Bezirk präsentiert. Die Resonanz der Schüler war sehr gut.

Ist einmal die Hemmschwelle, vor die Kamera zu gehen, übersprungen, scheuen die Betriebe keinen Aufwand, dass der Clip gelingt. Professionell unterstützt werden die Chefs natürlich vom Regionalmanagement. „Persönliche Stimmung kommt auf“, freut sich Niedermoser. Die Produktion des Clips ist immer ein Miteinander, niemand brauche sich zu „fürchten“. Das Projekt wird vom AMS und der Wirtschaftskammer unterstützt. Näheres www.chefansage.at.
Elisabeth Galehr

Bild: Susanne Felzmann (Team Chefansage), Andrea Starzer (ProMasters, JOBshui), Christine Widmoser (ISG Personalmanagement Tirol), Sebastian Widmoser (ISG Personalmanagement Tirol) und Regionalmanagement-GF Stefan Niedermoser luden zum „Chefansage“-Netzwerken nach Oberndorf ein. Foto: Galehr

 
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