08.01.2017
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Robert Siorpaes hilft in Kambodscha

Zum dritten Mal war der St. Johanner Orthopädie-Chef Dr. Robert Siorpaes Anfang November für zwei Wochen in Kambodscha, um dort in einem Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Phnom Penh sein Knowhow zur Verfügung zu stellen: er vermittelte neueste Operationstechniken im Bereich der Orthopädie.

St. Johann, Phnom Penh | Kambodscha ist eines der ärmsten Länder der Welt – und fast 40 Jahre nach Ende der Pol-Pot-Diktatur, die zwei Millionen Tote forderte, fehlt es in der Gesundheitsversorgung noch immer an allen Ecken und Enden: Gerade 27 Ärzte hatten die Schreckensherrschaft der Roten Khmer überlebt, ein Aderlass, der bis heute nachwirkt. Es fehlt an medizinischen Einrichtungen, es fehlt an gut ausgebildeten Ärzten, es fehlt an Geld und – es fehlt an Knowhow.

„Es sind intensive Wochen, bei denen ich täglich im OP stehe. Allerdings operiere ich  kaum selbst, sondern gebe meine Kenntnisse an die Kollegen vor Ort weiter, die diese dann gleich anwenden können. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe“, schildert Siorpaes seinen Einsatz im CSC-Kinderkrankenhaus in Phnom Penh, bei dem er als einer der führenden österreichischen Fachleute für Endoprothetik (die Implatation künstlicher Gelenke) seine Erfahrungen direkt im OP vermittelt.

Erstes künstliches Knie­gelenk in Kambodscha

Diesmal konnten sich Siorpaes und seine kambodschanischen Kollegen über eine ganz besondere medizinische Leistung freuen: Das erste künstliche Kniegelenk in Kambodscha wurde von einem Ärzteteam unter Leitung des Tiroler Orthopäden implantiert. „Für uns natürlich ein besonderes Erlebnis – in den nächsten Tagen wurden gleich etliche weitere Eingriffe erfolgreich durchgeführt.“ Unterstützt wurde Siorpaes von seiner Tochter Kristina – ebenfalls Ärztin, und deren Lebensgefährten, einem Orthopäden.

Lehrprogramm für Implatation

Prim. Robert Siorpaes startete 2012 ein Lehrprogramm zur Implantation von künstlichen Hüftgelenken für seine Kollegen in Phnom Penh – ein Verfahren, das heute Standard im CSC-Krankenhaus ist und mit dessen Hilfe der Leidensweg vieler Patienten beendet werden konnte. Aber nicht nur sein Fachwissen vermittelt Siorpaes, sondern er organisiert auch die Beschaffung der nötigen, hochwertigen Implantate.

Krankenhaus für mittellose Patienten

Das CSC-Kinderkrankenhaus ist übrigens nicht nur Anlaufstelle für junge Patienten. Auch viele mittellose Erwachsene nehmen die Leistungen des Hauses in Anspruch, da es eines der wenigen Krankenhäuser ist, in dem die Behandlung gratis ist. Anfangs stand die Versorgung von Landminenopfern im Vordergrund, doch diese Problematik ist inzwischen zum Glück in den Hintergrund getreten. Heute ist die Klinik auf Augenkrankheiten, plastische Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie spezialisiert. Dazu zählen: Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Klumpfüße, Minenverletzungen, Verbrennungen, Säureunfälle, Augen-Operationen, die Versorgung mit Prothesen sowie die Behandlung von Hüftleiden. Zudem werden auch junge Ärzte ausgebildet – das Haus gilt als Vorzeigeklinik im gesamten Land.

Entwicklungshilfe ganz persönlich

Übrigens: Primar Siorpaes nimmt Entwicklungshilfe sehr persönlich. Bereits mehrfach waren junge Mediziner aus Kambodscha in St. Johann zu Gast, um direkt an der orthopädischen Abteilung zu lernen, ihren Kollegen am BKH St. Johann im OP über die Schulter zu schauen und sich aus erster Hand über die neuesten Operationstechniken zu informieren. Sie sind dann zu Gast im Haus von Robert Siorpaes.

Die Fortführung dieses Austauschprogramms ist geplant. Ein privater Gönner, der ungenannt bleiben möchte, hat mit seiner Unterstützung die Fortführung des Projektes für die nächsten drei Jahre gesichert. Foto: Siorpaes

 
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