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06.11.2019
News  
 

Rarität aus dem Hause Mozart

Es muss wohl ein besonderer Glücksfall genannt werden, dass man kürzlich in der Kitzbüheler Pfarrkirche Gelegenheit hatte, ein so hochinteressantes Werk W. A. Mozarts wie die – übrigens fragmentarisch gebliebene – „Große C-moll-Messe“, auch Missa solemnis genannt, hören zu dürfen. 
 
Kitzbühel | Und nicht nur diese: auch eine Rarität seines gleichfalls komponierenden Vaters Leopold, dem stets im Schatten seines genialen Sohnes Stehenden, wiewohl zu seiner Zeit als Komponist nicht unbeachtet, sogar geachtet. Dass man im gegebenen Fall zuerst diese brachte, nämlich Vater Mozarts „Sinfonia in D (dur)“, war und ist nur logisch – ein relativ kurzes Werk, nach damaligem Brauch noch dreisätzig und nicht wie später quantitativ ausladend, Beispiel einerseits spätbarocken Musizierens mit eindeutigen Bezügen zu Bach und dessen Söhnen, anderseits zur vorklassischen Musik der sogenannten „Mannheimer Schule“, die sich bekanntlich von der barocken Terrassendynamik verabschiedete und Crescendi und Decrescendi und damit eine neue Art Dynamik einführte. Die „Sinfonia“: zweifellos ein ansprechendes, spritziges, spielfreudiges Stück, teils sehr virtuos angelegt – eine Musik, welche das handwerkliche Können Leopolds glänzend ausweist und vom Orchester der Tiroler Barockinstrumentalisten geschmackvoll kredenzt wurde.

Szenenapplaus
Freilich, als dann die ersten Takte der Großen C-moll-Messe aufklangen, wurde gleichsam ein völlig anderer musikalischer Raum aufgerissen. Es war wie das Wegziehen eines Vorhangs, ja wie das Eintauchen in um viele Stockwerke höher angesetzte Sphären – oder noch besser: wie der Versuch eines Eindringens in eine Riesenkugel, deren Zentrum anpeilend – wenn man will,  den göttlichen Bereich zu gewinnen.

Glänzende Solisten
Man hatte den Chor, entsprechend dessen Größe, knapp vor den Aufgangsstufen zum Presbyterium postiert, das Orchester jedoch unten in der sogenannten Vierung des Kirchenraums, die Solisten schließlich am linken Seitenaltar, also etwas erhöht, was alles einen akustisch ausgesprochen kompakten und homogenen Schalleindruck vermittelte. Der Dirigent, Wolfgang Kostner, legte die Messe oratorienmäßig an – insofern, als er die einzelnen liturgischen Abschnitte durch kleine Pausen gegeneinander absetzte, etwa nach dem Beispiel von Aufführungen der H-moll-, der ‚Hohen Messe‘ Bachs. Kostner, auf gegensätzliche Dynamik bedacht (klar seine Zeichengebung, wohl an Großen des Dirigierens geschult), erreichte so prachtvolle und wuchtige Steigerungen – z. B. im Gloria und im Sanctus, auch bezüglich der Kombination Solisten plus Chor plus Orchester. Vielleicht ist es ungerecht, aus letzterem einen Musiker hervorzuheben, nämlich den hochmusikalisch agierenden  Schlagzeuger, welcher viel zum exakten Zusammenspiel beitrug. Ja, und die Solisten: Judith Spießer mit ihrem die teils so düsteren Messteile aufhellenden – darf man vorsichtig sagen „Mozart-Sopran“ ?  Sie hatte den Löwenanteil (ihre Koloraturen!) zu bewältigen. Sabine Winter: um es in der Registersprache von Orgeln auszudrücken: gewissermaßen „Lieblich gedackt“, was, wenn die beiden im Duett sangen, eine einander wohltuend ergänzende Einheit bildete. Dann noch der Tenor Willi Rogl und der Bass Unnstein Armason mit ihrem den Klang abrundenden Timbre. Was man kaum erwarten durfte, bedenkt man die bei Kirchenkonzerten oftmals eher schüttere Besucherzahl: die Pfarrkirche war praktisch gerammelt voll, wobei allerdings bedacht werden muss, dass der Name Mozart allemal wie ein Magnet wirkt. Er ist ja auch nach wie vor der Meistgespielte überhaupt. Hugo J. Bonatti

Mozarts Messe wurde vor Kurzem in der Kitzbüheler Stadtpfarrkirche aufgeführt. Foto: Kulturreferat Kitzbühel/Achhorner

 
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