Kitzbüheler Anzeiger
08.10.2023
News  
 

Praxisnahe Notfalltage auf der Streif

Training, das Leben rettet – unter diesem Motto spielten Mediziner aus Österreich, Südtirol, Ungarn und Deutschland verschiedene Notfall-Szenarien durch.

Kitzbühel | „Wir wollten unseren Teilnehmern etwas Besonderes bieten. Durch die Nähe zum Hahnenkamm-Rennen konnten wir Insider-Einblicke geben und eine hochwertige Fortbildung mit der Erfahrung Streif verbinden“, erklärt Oberarzt Dr. Rainer Hoyer von der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin am BKH St. Johann. Er ist selbst seit Jahren als Streckenarzt beim Hahnenkamm-Rennen im Einsatz und kennt die besonderen Notfallsituationen.

Das Programm der Notfalltage reichte von Fachvorträgen rund um notfallmedizinische Aspekte bei Großveranstaltungen und Unfälle beim Sport bis hin zu praxisnahen Einsatzszenarien wie beispielsweise einem Golf-Cart-Crash, einem Forstunfall, der Bruchlandung eines Gleitschirmpiloten oder etwa einer Schussverletzung.

Laiendarsteller, die als Verletzte geschminkt worden waren, sorgten für realistische Verhältnisse. Unterstützt durch die Kitzbüheler Feuerwehr waren insgesamt 65 Personen im Einsatz. „Verschiedenste Aufgabenstellungen für die Einsatzteams zu kreieren ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg“, schildert Dr. Rainer Hoyer.

Hans Grugger erzählte von seinem Streif-Unfall
„Im Notfall müssen alle Schritte und jeder Handgriff funktionieren. Es geht neben medizinisch korrekt durchgeführter Arbeit auch um Kommunikation, um optimale Abläufe in unterschiedlichsten Szenarien gewährleisten zu können. Wir schauen uns genau an, wie die einzelnen Aufgaben gelöst werden, diese werden analysiert und im sogenannten Debriefing nachbesprochen“, so der erfahrene Notarzt.

 Abgeschlossen wurde das Programm mit einer Besichtigung des Starthauses. Kitzbüheler Ski Club, Rotes Kreuz, Streckenärzte, Christophorus Flugrettung und Bergrettung gewährten einen Einblick in das Rettungskonzept der Hahnenkamm-Rennen. Ein besonderes Highlight war der Besuch von Hans Grugger, dem 2011 die Mausefalle zum Verhängnis wurde. Der ehemalige Weltcup-Abfahrer traf dabei auf Flugretter Johannes Rathgeb, der den verletzten Rennläufer damals erstversorgte und ins Krankenhaus flog. sh

Bild: Ex-Rennläufer Hans Grugger (Mitte) traf bei den Kitzbüheler Notfalltagen auf Organisator Dr. Rainer Hoyer (links) und Flugretter Johannes Rathgeb (rechts), die mehrere realistische Übungs-Szenarien für die teilnehmenden Notärzte und Sanitäter vorbereitet hatten. Foto: Huber

 
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