10.03.2019
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Plastikfrei – auch im Tourismus

Das ehemalige Cordialhotel in Reith hat mit Christian Harisch wie berichtet einen neuen Eigentümer. Er will das Konzept des Hauses umkrempeln und es als plastikfreies Kinderhotel positionieren. Und damit liegt er voll im Trend.

Reith  | Im Verbandsgebiet von Kitzbühel Tourismus erging Post an alle Kinder und deren Eltern: Christian Harisch präsentiert seine Idee eines nachhaltigen Kinderhotels. Auch die Wünsche der Zielgruppe sollen natürlich berücksichtigt werden. Im Rahmen eines großes Festes am Ostersonntag, bei dem der neue Name des Hotels enthüllt werden soll, können alle Kinder ihre Ideen einbringen.

Idealismus reicht nicht

Vor allem das Thema Nachhaltigkeit ist aktueller denn je. Harisch erläutert gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger dazu: „Das ist ein Prozess, der jetzt beginnt. Unser Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren das erste plastikfreie Hotel zu werden.“

Allein durch Idealismus ist diese Vision freilich nicht zu schaffen. „Schritt 1: Keine Plastikverpackungen für Ketchup, Milch, etc.

Schritt 2: Weg mit dem Strohhalm aus Plastik.“ Aber gerade letzteres sei eine besondere Herausforderung.  „Da spielt das Thema Hygiene eine wichtige Rolle. Eine sehr spannende Aufgabe.“ Auch plastikfrei im Spielzeugbereich ist eine große Hürde – aus Sicherheits- und Zulassungsgründen. Daher lässt sich das Vorhaben nicht augenblicklich im Absoluten umsetzen. „Es ist, wie wenn man einen Berg erklimmen will. Die ersten Schritte sind nicht so schwierig. Aber dann kommt der Anstieg.“ Nachhaltigkeits-Akzente sollen in allen Bereichen gesetzt werden. Zum Beispiel werden die Gäste dazu ermuntert, schon bei der Anreise auf das Auto zu verzichten. Im Kinderhotel soll übrigens zusätzlich zum „normalen“ Büffet eines mit gesunden Alternativen angeboten werden.  „Über die Zeit wollen wir dann die Zuckerbomben entfernen.“ Aber so aufgeschlossen die junge Zielgruppe für den Umweltschutz ist – auf Zucker zu verzichten, dazu sind sie eher weniger bereit, schmunzelt Harisch. „Für mich ist es ein Experiment, ich bin gespannt, wie die Resonanz darauf sein wird.“

Paket für Nachhaltigkeit

Die Österreich Werbung hat bereits ein Positionspapier zu Nachhaltigkeit im Tourismus entworfen. Dieses Anliegen kann durch verschiedene Maßnahmen auf ökologischer und sozialer Ebene forciert werden.  Dazu zählt etwa, das Umweltbewusstsein bei Gästen und Einheimischen zu stärken bzw. natürlich der nachhaltige Einsatz von Energie und Ressourcen. Diese wertet touristische Produkte und Leistungen deutlich auf – ein Pluspunkt gegenüber dem Gast. Natürlich spielt auch das Thema Regionalität mit hinein, genauso wie der Schutz der lokalen Artenvielfalt und Natur.

Nicht zu unterschätzen ist ein Aspekt im sozialen Bereich: Auch die Interessen der Einheimischen sollen im Rahmen touristischer Leistungen und Produkte berücksichtigt werden. Das kann man erreichen, indem man möglichst viele Einheimische in den Prozess einbindet. Womit wir wieder in Reith wären: Am Ostersonntag sind alle Kinder aufgerufen, ihre Ideen vorzutragen. Elisabeth Galehr

 
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