02.04.2020
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Pflegeheime sind im Krisenmodus

Das Leben in den Altenwohnheimen hat sich grundlegend verändert. Die Mitarbeiter versuchen mit aller Kraft, das Virus aus den Heimen fern zu halten. Was fehlt ist Schutzkleidung.

Bezirk | Keine Besuche, keine Ausflüge, keine Spaziergänge – die Altenwohnheime im Bezirk wurden aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus praktisch von der Außenwelt abgeschottet. Mit aller Kraft wird versucht, die älteren Menschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen – eine psychische Belastung für Mitarbeiter und Bewohner. „Die Stimmung bei uns im Haus ist nichts desto trotz gut“, sagt Altenwohnheim Kitzbühel Geschäftsführer Wolfgang Zeileis.
Im Altenwohnheim Kitzbühel wird versucht, das Beste aus der Situation zu machen. In dieser Woche wird ein Skype-Dienst im Wohnbereich eingerichtet. „Unsere Bewohner können sich dann mit ihren Liebsten über Video-Telefonie unterhalten“, berichtet Zeileis. Ansonsten finden Unterhaltungen über die Terrasse oder die Balkone statt. Geschenke und Besorgungen werden vor der Tür abgelegt. „Es ist schon teilweise eine recht
skurrile Situation – aber die Maßnahmen sind notwendig“, betont Zeileis.

Über Skype und WhatsApp in Verbindung
Im Sozialzentrum Pillerseetal ist es ruhig geworden. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter dürfen nicht mehr ins Haus, der Schönheitssalon und viele weitere Angebote mussten eingestellt werden. „Die Unterhaltung findet nun nur mehr in den jeweiligen Wohnbereichen statt, um ein Infektionsrisiko zu minimieren“, erklärt Pflegedienstleiter Herbert Breitmayer. Auch im Pillerseetal bleiben die Bewohner mithilfe von Skype und WhatsApp in Kontakt mit ihren Lieben. „Diese Situation macht einigen Bewohnern schon Angst – erinnert es sie doch an den Krieg“, veranschaulicht Breitmayer.

„Der Zusammenhalt ist großartig“
Die Pflegeheime in Oberndorf  und St. Johann hat man schon zwei Tage vor der Anweisung des Landes „dicht“ gemacht. „Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitern und den Bewohnern in dieser Ausnahmesituation ist beeindruckend“, berichtet Waltraud Saischek, von der GemNova, die vorübergehend die Heimleitung begleitet. Jedes Stockwerk wird nur von bestimmten Mitarbeitern betreut – bei einem Coronafall könnten sie so einzeln isoliert werden. „Wir setzen alles daran, dass das Coronavirus nicht zu uns ins Haus kommt. 100% Sicherheit gibt es jedoch nicht“, räumt Saischek ein.

Herausforderung für die Mitarbeiter
Die Mitarbeiter in den Pflege- und Altenwohnheimen müssen ihre privaten sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Zudem gibt es strenge Hygienemaßnahmen. Alle Mitarbeiter sollten Schutzkleidung, wie z.B. Masken tragen.

Wo bleibt die Schutzkleidung?
In Kitzbühel gibt es noch für eine gewisse Zeit genügend Schutzkleidung im Lager, sagt GF
Zeileis. Im Pillerseetal haben die Bürger Schutzmasken für die Mitarbeiter genäht. Eine erste kleine Lieferung an Schutzkleidung des Landes Tirols ist eingetroffen. „Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen noch mehr kommt – denn sonst haben wir ein Problem“, sagt Breitmayer.
Auf genähte Schutzmasken muss auch in St. Johann und Oberndorf zurückgegriffen werden. „Unsere Vorräte sind bald zu Ende. Wir hoffen, dass uns das Land endlich versorgt“, so Saischek.

Außerdem - Corona-Fälle in Westendorf
Im Wohn- und Pflegeheim Westendorf wurde das Coronavirus letzte Woche bei einer jungen Mitarbeiterin und einem 92-jährigen Heimbewohner nachgewiesen. Auch der Heimleiter und eine weitere Bewohnerin sind infiziert.
Alle 61 Mitarbeiter und 36 Bewohner wurden daraufhin einem Coronavirus-Test unterzogen, erklärt Rainer Gerzabek, Pressesprecher vom Land Tirol.„Dabei ergaben die Tests bei vier Bewohnern und drei Mitarbeitern ein positives Ergebnis. Bei weiteren drei Mitarbeitern ist das Testergebnis noch ausständig. Zwei Mitarbeiter werden nochmals getestet, da sie symptomatisch wurden. Auch sie sind derzeit noch isoliert, bis das Ergebnis bekannt ist“, berichtet Gerzabek.
Heimbetrieb läuft weiter
Die restlichen noch im Dienst befindlichen Mitarbeiter versehen ihre Arbeit unter strengsten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, teilt das Land Tirol mit.  Johanna Monitzer

Beim „Mensch ärgere dich nicht“ spielen wird im Altenwohnheim Kitzbühel viel gelacht. Die Mitarbeiter in den Heimen  geben ihr Bestes, um die Bewohner in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Foto: AWH Kitzbühel

 
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