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Kitzbüheler Anzeiger
16.06.2023
News  
 

Peggo, der emsige Kultur-Arbeiter

Hanspeter „Peggo“ Jöchl hat vor Kurzem sein 60. Lebensjahr vollendet. Der runde Geburtstag kratzt den Kitzbüheler überhaupt nicht: Umtriebig wie eh und je, ist er eine der prägenden Kräfte im kulturellen Leben der Gamsstadt.

Kitzbühel | Vom Plakatieren bis zur Verpflichtung namhafter Künstler, vom Absperrungsgitter, die in letzter Minute noch angeschleppt werden müssen, bis zum Organisieren von Kabeltrommeln: Vor, während und nach Veranstaltungen ist Hanspeter Jöchl, besser bekannt unter dem Spitznamen Peggo, die erste Ansprechperson. Und darüber hinaus ist er sich nicht zu schade, die Hemdsärmel aufzukrempeln und anzupacken, egal worum es sich dreht. „Ich bin ein Kultur-Arbeiter, aber kein Schreibtischtäter und schon gar kein Manager“, so Jöchls Selbstbeschreibung. Letztlich stehe für ihn das gute Gelingen jeder Veranstaltung im Vordergrund, und dafür müsse man eben zusammenhelfen. „Ohne die vielen, vielen Heinzelmännchen an meiner Seite würde es nicht funktionieren.“

Tibet-Sommer war prägendes Ereignis
Seit 1988 arbeitet der gebürtige Kitzbüheler in der Finanzverwaltung der Stadtgemeinde, vor mehr als 20 Jahren wurde ihm die Leitung der städtischen Kulturabteilung übertragen. Auf den ersten Blick mag die Kombination aus Zahlen und Kultur wohl ungewöhnlich erscheinen, Hanspeter Jöchl hingegen sieht hier zahlreiche Synergien. Markant war für ihn der Kitzbüheler Tibetsommer vor 21 Jahren, der einen ungeahnten Besucheransturm auslöste: 10.000 Menschen beim Sand-Mandala der buddhistischen Mönche im Rathaussaal, 7.000 bei der Peter-Aufschnaiter-Ausstellung im Museum Kitzbühel. Dazu noch zahlreiche weitere themenbezogene Initiativen und ein Konzert mit Hubert von Goisern am Hahnenkamm –  zwei intensive wie erfolgreiche Monate zu Jöchls Einstieg in die Kulturabteilung. Dank der Tibet-Mönche wurde er in dieser hektischen Zeit energetisch aufgeladen. „Damals habe ich begriffen, dass nur qualitativ hochwertige Veranstaltungen zählen, denn sie entwickeln eine Eigendynamik, die begeistert. Geht es aber nur um ein ausgebuchtes Haus, wird die Veranstaltung nicht erfolgreich sein. Bis heute ist dies mein Credo geblieben.“  

Abseits der städtischen Kulturabteilung ist Peggo Jöchl eine der treibenden Kräfte der  „KleinKUNST in KITZbühel“, die er mit Sandkastenfreund Pauli Huter 1988 gegründet hat.

Mann der ersten Stunde im Verein Kleinkunst
Ein kleiner, überaus engagierter Verein, der seither hochkarätige Kabarett- und Musikveranstaltungen nach Kitzbühel bringt und im Café Praxmair sein Hauptquartier bezogen hat.

1993 war Jöchl außerdem Mitbegründer des Kulturwerks, ein bis heute in Österreich einzigartiger, fester Zusammenschluss unabhängiger Kulturinitiativen auf Bezirksebene. Hier werden die Events terminlich abgestimmt, damit die Veranstaltungen nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern gemeinsam ein breites Angebot schaffen.

Das Miteinander steht für Peggo Jöchl ohnehin immer im Vordergrund – nicht nur bei Kultur-Veranstaltungen. Von der Sportlerehrung über die Jungbürgerfeier, vom Radrennen bis zum Kitz-Triathlon, vom Fußballspiel bis zum Schülerskitag: Peggo organisiert und agiert am liebsten im Hintergrund und unterstützt, wo er gebraucht wird. Selbst beim Hahnenkammrennen, wo er im Auftrag des Kitzbüheler Ski Clubs alle Jahre den Zugang zur Ehrentribüne kontrolliert. Einmal ausgeholfen, sei ihm dieses Amt über die Jahre geblieben, erzählt er.

Kann ein derart rastloser Mensch jemals zur Ruhe kommen? „Schwer, aber ich bin achtsamer geworden.“ Ein Burnout vor sechs Jahren hat den Umtriebigen leiser treten lassen. „Viele Dinge haben mich viel Kraft gekostet. Manches habe ich zurückgeschraubt. Heute mache ich das, was mir am Herzen liegt.“ Berggehen, radlfahren und garteln bilden den Ausgleich zum hektischen Alltag. „Ich habe das große Glück, eine tolle Familie zu haben, einen super Arbeitgeber und ebenso super Vereine“, freut sich der dreifache Familienvater.

Als künstlerischer Protagonist hat er sich, mit Ausnahme der Band „Die Kitzbüheler Rathaus-Buam“ jedoch nie versucht. „Die Kunst braucht nicht nur Künstler, sondern auch Menschen, die sie organisieren“, so sein Leitspruch. Eine Veranstaltung, die das Publikum mitreißt, ein nicht enden wollender Applaus oder glänzende Kinderaugen seien für ihn der schönste Lohn. „Dann weiß ich, dass alles gut gelaufen ist.“ Alexandra Fusser

Bild: Wenn in Kitzbühel was los ist, ist er meist vor Ort: Hanspeter „Peggo“ Jöchl lebt für  die Veranstaltungsorganisation, im Bild im Café Praxmair. Foto: Fusser

 
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