04.12.2021
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Oberster Alpinpolizist sagt Servus

Im Bezirkspolizeikommando Kitzbühel geht mit dem Abschied von Martin Hautz eine Ära zu Ende. Nach 33 Jahren bei der Polizei, davon 25 Jahre als Alpinpolizist, hat sich Martin Hautz in den Ruhenstand verabschiedet.

Kitzbühel, Gasteig | „Der klassische Beamte bin ich sicher nie gewesen“, schmunzelt Martin Hautz, wenn er auf die vergangenen 33 Jahre im Polizeidienst zurück denkt. Ein Vierteljahrhundert lang hat er die Alpinpolizei – mit derzeit immerhin 18 Beamten im ganzen Bezirk – beim Bezirkspolizeikommando geleitet. Jetzt verabschiedet sich der 62-Jährige in den Ruhestand. Damit geht eine Ära zu Ende, denn Hautz war einer, der von den Bergrettern immer geschätzt wurde und der  mit viel Einfühlungsvermögen seine Arbeit gemacht hat. „Bereut habe ich diesen Weg keinen einzigen Moment“, betont Hautz, der aber vor allem seiner Frau und den zwei Töchtern dankt, die ihm immer den Rücken freigehalten haben und ihn vor allem nach belastenden Einsätzen unterstützt haben.

Sein Weg zur Polizei war alles andere als vorgezeichnet. Der Gasteiger besuchte vorerst die HTL in Saalfelden und begann als Bautechniker bei heimischen Unternehmen zu arbeiten.

Vom Bautechniker zum Bergführer
Doch seine große Leidenschaft waren immer die Berge, schon von Jugend an. Am Fuße des Wilden Kaisers groß geworden, kletterte er schon immer. Als ein Freund die Ausbildung zum Bergführer machte, schloss er sich an, bestand die Prüfung und wechselte seinen Beruf. Seine Touren mit den Gästen führten ihn auf zahlreiche Gipfel auf der ganzen Welt.
Als dann die Möglickeit bestand die internationale Berg- undWanderschule in St. Johann zu übernehmen, kniete er sich hinein und hatte auch Erfolg. Allerdings war die Leitung auch enorm zeitraubend und nicht sehr familienfreundlich. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die heimische Pension umgebaut, die seine Frau seit Jahrzehnten führt. Daher strebte er dann doch neuen Ufern entgegen.

Wichtig sei ihm jedoch gewesen, dass auch bei einer neuen beruflichen Herausforderung die Berge eine wichtige Rollen spielen müssen. Die Polizei bot ihm diese Möglichkeit. 1988 trat er in den Polizeidienst ein, von seinem Vorgänger Roman Lukasser gefördert, konnte er dann 1996 die Leitung der Alpinpolizei übernehmen. Und führt seither das große Team – seine Mitarbeiter sind in allen Polizeinspektionen stationiert.
Am Schreibtisch traf man Hautz in den letzten 25 Jahren allerdings selten an. Seine Welt sind und bleiben die Berge. Jeden Berg im Bezirk kennt er, und sein Hausgebirge – den Wilden Kaiser – sowieso wie seine Westenasche. Bei hunderten Einsätzen war er mit dabei.

Schwere Alpinunfälle haben ihn geprägt
„Einmal hatten wir an einem Wochenende vier tote Alpinisten“, erinnert er sich an schreckliche Momente. Einsätze, die unter die Haut gingen, waren auch jene, in die vor den Augen von Eltern Kinder abstürzten. An furchtbare Seilschaftsabstürze in der Steinplatte erinnert er sich gut. Sehr berührt hat ihn der Absturz eines Polizeihubschraubers in den Achensee. Er, der lange Jahre auch Flugretter beim Polizeihubschrauber war, kannte die Opfer. „Und es hätte auch mich treffen können“, sagt Hautz.

Eine Vielzahl an Veränderungen
Verändert hat sich viel in den vergangen Jahren, sagt er. So sei die Ausrüstung sehr viel besser geworden. Den sandalentragenden Wanderer gibt es nicht mehr. Allerdings sieht er Probleme bei den Kletterern. „Viele lernen das Klettern in der Halle. Gehen sie dann in die Wand, ist das völlig anders“, betont Hautz. Hier gelte es das Wetter zu beachten, auch der Zeitplan ist ein wichtiger.
Hautz, der seit Jahrzehnten auch Bergretter ist, hatte auch oft ungute Erlebnisse. Ein Dankeschön für die Rettung aus der  Bergnot kommt selten. „Ich kann aber nur meinen Vorgesetzten danken, dass sie mich immer so arbeiten haben lassen, wie ich es als richtig empfunden habe. Mein Dank gilt aber auch den Kollegen und vor allem den Bergrettern für die gute Zusammenarbeit“, betont Hautz.

Er wird sich jetzt in der Pension wieder mehr Zeit für Bergtouren nehmen und – wie er es auch schon in den vergangenen Jahren in seiner Freizeit immer gemacht hat, wird Martin Hautz seine Frau und seine Tochter im Kaffeehaus unterstützen. Denn auch als „Herr Ober“ macht der  Polizist eine gute Figur. Margret Klausner

Bild: An seinem Schreibtisch war Abteilungsinspektor Martin Hautz in den vergangenen 25 Jahren eher selten anzutreffen – sein Einsatzgebiet waren die Berge im ganzen Bezirk. Foto: Klausner

 
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