04.09.2017
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Nun offiziell nur für „Rückkehrer“

Das Heim am Bürglkopf wird ab 1. November nun offiziell als „Rückkehrer-Einrichtung“ geführt. Bürgermeister Walter Astner hofft, dass die Aufenthaltszeiten nun kürzer werden.

Fieberbrunn | Für ein wenig Verwunderung sorgte die Meldung des Innenministeriums, dass die Asylunterkunft am Bürglkopf ab 1. November als sogenannte „Rückkehrer-Einrichtung“ geführt wird, denn schon seit gut einem Jahr sind dort Menschen mit negativem Asylbescheid beheimatet. „Seit der Übernahme der Unterkunft durch den Bund waren am Bürglkopf Menschen untergebracht, die als ‚Fast Track‘ bzw. ‚Dublin-Fälle‘ im Sinne einer rascheren Rückführung in ihre Heimatländer gebracht werden. Nunmehr wurde dies auch offiziell so betitelt“, erklärt dazu Bürgermeister Walter Astner.

Laut Pressemeldungen werden rund 100 Menschen am Bürglkopf untergebracht, die in ihre Heimatländer zurückkehren sollen. Die Bewohner dürfen sich frei bewegen, den Bezirk aber nicht verlassen.

„Werden Bewohner ein wenig beschäftigen“

Trotz der wahrscheinlich kürzeren Aufenthaltsdauer, will die Gemeinde Fieberbrunn die Menschen am Bürglkopf ein wenig beschäftigen. „Wir werden uns auch in Zukunft in Kooperation mit der Heimleitung darum bemühen, dass die Bewohner bei der Landschaftspflege in Fieberbrunn oder in den umliegenden Ortschaften mithelfen können – das hat bisher auch immer sehr gut funktioniert“, erklärt der Bürgermeister.

Wie die Stimmung in Fieberbrunn zum Heim am Bürglkopf ist, kann der Bürgermeister schwer abschätzen. „Ich bin aber  immer in Abstimmung mit Heimleitung und Exekutive, um mich auf dem Laufenden zu halten“, so Astner.

Land wollte Heim eigentlich schließen

Seit 1992 fungiert das Haus am Bürglkopf als Heim für Asylwerber. Aufgrund seiner etwas abgelegen Lage, wollte das Land Tirol die Unterkunft schließen. Dann stieg jedoch die Anzahl der Menschen, die in Österreich um Asyl ansuchten und der Bund übernahm die Unterkunft. „Wir werden diese Einrichtung auch in den kommenden Jahren haben, solange die Flüchtlingsproblematik nicht europaweit gelöst wird. Aus meiner Sicht sollen durch die Organisation als Rückkehrerheim die Aufenthaltszeiten am Bürglkopf kürzer werden – das heißt, dass auch die Präsenz der Bewohner im Ort sich nicht verstärken wird. Weiters sollen die Aufbläufe rascher und unbürokratischer passieren, beides soll sowohl Heimleitung als auch Exekutive unterstützen“, so Bürgermeister Astner.

Weitere „Rückkehrer-Einrichtungen“

Neben dem Bürglkopf werden auch in Krumfelden bei Alt­hofen in Kärnten und in Steinhaus am Semmering in der Steiermark solche „Rückkehrerquartiere“ geführt.

Kritik von der FPÖ

Die Tiroler Freiheitlichen sehen die „Rückkehrer-Einrichtung“ am Bürglkopf kritisch. FPÖ Landesparteiobmann Markus Abwerzger hält die Pläne für „wenig durchdacht“, wie er in einer Presseaussendung mitteilt. „Ein Asylheim mit ausschließlich Personen mit negativem Bescheid ist ja mehr als gefährlich. Lauter Personen ohne Zukunftsaussicht warten mitunter Jahre auf die Abschiebung, da sind soziale Probleme vorprogrammiert“, so Abwerzger.
Johanna Monitzer

 
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