09.11.2020
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Neue Teststraße soll künftig Staus vermeiden

Nicht nur die Coronazahlen im Bezirk sind in den vergangenen Tagen im Steigen, auch immer mehr Menschen müssen sich testen lassen. Die Folge: Staus bei der Anfahrt zum Krankenhaus St. Johann. Zwischen dem Kreisverkehr vor der Gemeinde und dem Bahnhof geht zeitweise fast nichts mehr. Es gibt Warteschlangen bis zum Knoten St. Johann Nord. Die Verantwortlichen haben nun reagiert.

St. Johann | Die Nerven von Autofahrern werden an den Vormittagen in St. Johann auf eine harte Probe gestellt. Zwischen halb 10 bis 12 Uhr gibt es vom Knoten Nord Richtung Zentrum meter-, mittlerweile auch kilometerlange Staus. Der Grund: Die Screeningstraße beim Krankenhaus St. Johann, die im Bereich der Notaufnahme Innere Medizin aufgebaut ist. Dort werden Corona-Abstriche durch das Autofenster vorgenommen.
Die Situation spitzt sich immer mehr zu. „Wir sind massiv von dem Verkehrschaos betroffen“, schildert Bürgermeister Hubert Almberger und gibt an, dass bereits an Lösungsvorschlägen gearbeitet wird. „Unsere Intention ist, dass die Teststraße so schnell wie möglich raus aus dem Ort muss“, sagt Almberger.

Andrang auf Tests ist gigantisch
Primar Norbert Kaiser vom Bezirkskrankenhaus sieht die Situation ebenso außer Kontrolle: „Wir befinden uns in der zweiten Welle. Die Anzahl der Testungen ist in den letzten Wochen gigantisch gestiegen“. Als Service für das Land sieht Kaiser die Testeinrichtung. Der Betrieb des Krankenhauses sei aber die Hauptaufgabe. Für ihn ist das größte Problem die Einteilung. „Alle Betroffenen bekommen die gleiche Zeit für die Tests“, erzählt der Primar und versteht nicht, warum keine Zeitslots, beispielsweise 40 Tests pro Stunde, vergeben werden. Angeregt hat er dies schon mehrfach, Änderungen sieht das System aber keine vor. „Wir müssten schon längst die Segel streichen. Es ist nur dem Engagement unserer Mitarbeiter zu verdanken, dass es die Straße noch gibt“, sagt Kaiser.

Vorschläge an BH Kitzbühel
An die Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel, als zuständige Behörde, ist Bürgermeister Almberger herangetreten und hat die Nutzung des Harschbichl­parkplatzes angeboten. Bis Montagvormittag ohne Erfolg, da die Aufbau- und Organisationsarbeiten für eine neue Screeningstraße rund drei Wochen beanspruchen. Ein winterfestes Zelt wird für die Abstriche gebraucht, außerdem noch das Personal. Bei so einer Teststraße würde die Aufgabe vom Roten Kreuz übernommen. In Kufstein ist dieser Wechsel zu Wochenbeginn bereits passiert. Die Screeningstraße ist vom Krankenhaus übersiedelt und wird nun an einem anderen Standort vom Roten Kreuz betreut.
Ein Beispiel auch für den Bezirk Kitzbühel? „Wir wissen noch nichts und handeln erst im behördlichen Auftrag“, sagt Bezirksgeschäftsführer Bernhard Gschnaller vom Roten Kreuz. Für die Screeningstraßen gibt es fixe Richtlinien: Die Teststraßen sind täglich von Montag bis Sonntag acht Stunden lang geöffnet und werden von drei Personen des Roten Kreuzes betreut.

Weitere Unterstützung vom Roten Kreuz
Die Presseanfrage vom Kitzbüheler Anzeiger wurde vom Land Tirol an das Rote Kreuz Tirol weitergegeben. Dieses hat umgehend Unterstützung zugesagt. „Wir werden die Mitarbeiter bei der Teststraße unterstützen“, sagt Geschäftsführer Andreas Karl und spricht von einer Sonderlösung, da Personal zur Verfügung gestellt wird. Der positive Aspekt soll bald spürbar sein: mit längeren Öffnungszeiten will man eine Entzerrung des Andrangs erreichen. „Wir wollen zusammenhelfen“, sagt Karl.
Aufgrund des Verkehrschaos am Montagvormittag hat nun auch die Bezirkshauptmanschaft reagiert und erste Maßnahmen gesetzt.

Neue Zufahrt zum Krankenhaus
„Wegen massiver Staubildungen im Zusammenhang mit der Sreeningstation beim BKH St. Johann musste eine neue Zufahrtsregelung getroffen werden. Die Zufahrt erfolgt ausnahmslos über den Parkplatz bei der Talstation der Bergbahn Harschbichl. Dort erfolgt eine Dosierung des Verkehrs durch Ausgabe von Zufahrtsberechtigungen. Abstriche erfolgen Montag bis Freitag jeweils ab 10.30 Uhr“. Das bedeutet, dass alle Personen vor ihrem Test mit dem Auto zum Harschbichlbahnparkplatz fahren und dort regelt die Polizei die Weiterfahrt zur Screeningstraße.

Teststraße am Schwarzsee-Parkplatz
Die Vorbereitung für eine neue bezirksweite Teststraße sind im Laufen. Geplant ist sie am Schwarzsee-Parkplatz in Kitzbühel. Dies bestätigt Bürgermeister Klaus Winkler. „Die neue Teststraße ist gut erreichbar“, erklärt Winkler einen entscheidenden Vorteil. Wie lange die Umsetzung dauert, darauf will sich Winkler nicht festlegen. Er geht von einer Zeit zwischen 14 Tagen und drei Wochen aus.
Andreas Karl, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Tirol, bestätigt die Errichtung einer Teststraße am Schwarzsee. „Wir sind dabei, tirolweit alle Teststationen winterfest zu machen“, erklärt Karl und ergänzt, dass winterfeste Hallen aufgebaut werden sollen. Und hier hakt die rasche Umsetzung, denn der Übersidelungszeitpunkt hängt von der Lieferzeit der Halle ab. „Diese beträgt zwischen vier und fünf Wochen“, sagt Karl. Vorstellen kann sich der Rot-Kreuz-Geschäftsführer aber auch eine Zwischenlösung, die beispielsweise auch in Schwaz errichtet wurde. „Wenn die Auslastung da ist und wir die Ressourcen haben, dann können wir früher am Schwarzsee in Betrieb gehen“, sagt Karl.

Zwei Teststraßen in Kitzbühel
In Kitzbühel gibt es in naher Zukunft zwei Screeningstraßen. „Beide Teststraßen laufen dann parallel“, bestätigt Winkler. Der Unterschied? Beim Tennisstadion, initiiert von Stadtgemeinde, TVB, Bergbahn AG Kitzbühel,  Schischule und Hotelvereinigung kann man hingehen, sich testen lassen und erhält das Ergebnis innerhalb von zwei Stunden. Der Test kostet 85 Euro.
Im Gegensatz dazu braucht man bei der Screeningstraße am Schwarzsee den SMS-Code von der Gesundheitshotline 1450, oder man füllt im Internet den Fragebogen aus und bekommt den Zugangscode (siehe Kasten unten). Es fallen keine Kosten an. Die Wartezeit auf das Ergebnis kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Verena Mühlbacher

Bild: Stau, Stau, Stau - soweit das Auge reicht. Individualverkehr und  Personen, die zum Test in die Screeningstraße fahren, stehen rund um St. Johann im Stau. Im Bild reicht die Schlange bis zur Mittelschule zurück. Foto: Mühlbacher

 
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