23.01.2021
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Neue Hilfe für schwaches Herz

Seit Herbst diesen Jahres werden Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz auch im Bezirk Kitzbühel mit dem Programm HerzMobil Tirol behandelt.

St. Johann | Erste messbare Erfolge gibt es für das neue Projekt: „Auswertungen der bisherigen Patientendaten zeigen eine deutliche Steigerung der Überlebensrate. Die Gesamtsterblichkeit ist mit 8,7% im Beobachtungszeitraum von einem Jahr weit unter dem in der Literatur angegebenen Wert von bis zu 30%“„, erklärt Norbert Kaiser, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses St. Johann. Insgesamt sind rund 10 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren von Herzschwäche betroffen.
Mit HerzMobil Tirol wird ein umfassendes Versorgungsprogramm für Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz geboten. „Ziel ist es, die optimale Therapie sicherzustellen und die Erkrankung nachhaltig zu stabilisieren“, erklärt Bettina Fetz, Koordinatorin am Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol, das mit der Entwicklung, Implementierung und Koordination des Versorgungsprogrammes beauftragt ist.

Multidisziplinäres Team bei Versorgung
Das Versorgungsnetzwerk besteht aus Ärzten und Pflegepersonal aus dem Krankenhaus St. Johann und dem niedergelassenen Bereich. „Unsere Patienten erhalten so einen sehr niederschwelligen und wohnortnahen Zugang zu einem multidisziplinären spezialisierten Team“, erklärt Kaiser das Programm, und weiter: „Ein engmaschiges Netz, das durch die moderne Informationstechnologie ermöglicht wird, sorgt für eine genaue Kontrolle der Patienten und ermöglicht so ein zeitnahes Reagieren auf bestimmte Entwicklungen.“ Beispielsweise kann die Medikation schrittweise optimiert werden, ohne dass der Patient einen Arzt aufsuchen muss.
Ein Smartphone mit spezieller Handy-App hilft den Patienten ihre Gesundheitsparameter an das Betreuungsteam zu übertragen. Befindlichkeit, Puls, Blutdruck, Gewicht sowie die Einnahme der Medikamente sind durch wenige Klicks direkt bei der spezialisierten Pflege. „Dadurch gewinnt der Patient Lebensmut und Bewegungsfreiheit zurück“, erklärt Fetz den Vorteil.

Mobiles Team in stationärer Einrichtung
„Für die Bezirkskrankenhäuser stellt die integrierte Versorgung von Patienten eine Öffnung hin zu neuen Versorgungsmethoden dar“, freut sich auch Thomas Pollak, Verwaltungsdirektor BKH St. Johann über die neue Herausforderung, die „natürlich eine Unterstützung für unsere Arbeit bedeutet, aber auch neue Aufgaben warten damit auf uns. Wir haben nun mobile Teams im Haus, die auch nach draußen gehen, um Patienten vor Ort zu versorgen und zu begleiten. Das Krankenhaus versteht sich somit als regionales Kompetenzzentrum und agiert unterstützend zu den Einrichtungen der Regelversorgung.“

Freude über neuartige Behandlung
Auch Paul Sieberer, Obmann des Gemeindeverbands Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol freut sich über die neuartige Patientenbehandlung: „Dieses Versorgungsprogramm ist in zweierlei Hinsicht eine sehr positive Entwicklung für den Bezirk Kitzbühel. Einerseits ist es mir als Bürgermeister ein großes Anliegen, dass die Menschen in jeder Gemeinde gut versorgt sind. Andererseits bin ich als Obmann des Gemeindeverbands Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol sehr dankbar, dass dieses Programm auch in unserem Bezirk eingeführt wurde, da es zu einer Entlastung und Unterstützung des Krankenhauses, wie auch der stationären Pflege beiträgt.“ Weitere Informationen zum Versorgungsprogramm HerzMobil Tirol finden Sie unter:
www.herzmobil-tirol.at

Bild: Das HerzMobil Tirol-Team am BKH St. Johann mit der Kollegialen Führung des BKH St. Johann: v.l. Pflegedirektor Harald Sinnhuber Msc, Herzmobilpflegerin DGKP Gerda Halbmayer, Ärztlicher Direktor Prim. Dr. Norbert Kaiser, Herzmobilpflegerin DGKP Katrin Höllwarth, Verwaltungsdirektor Christoph Pfluger MBA (ab 1. Feber). Foto: Albin Vötter

 
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