02.09.2016
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Mit höchstem Anspruch

War‘s beim zweiten Sommerkonzert primär das originelle Programm gewesen – vierhändiges Klavierspiel und Spiel auf zwei Klavieren, so waren es diesmal, d.h. beim letzten diesjährigen Sommerkonzert, die Namen, welche für einen vollen Saal sorgten.

Kitzbühel | Zum einen die berühmten ‚Hagens‘ – Lukas (Violine) Clemens und Julia (Violoncello), zum andern deren musikalische Mitstreiter Thomas Reif (Violine) und Sarina Zickgraf (Viola) – was nicht heißen soll, die gebotene Programmfolge wäre weniger attraktiv gewesen. Im Gegenteil – denn: Wer hört nicht gern, dazu an einem lauen Sommerabend (wenngleich im Saal), ein Divertimento, nämlich von Mozart, das in Es-Dur, KV 563 – ein sehr spät (1788) geschriebenes, ebenso einen Schubert – dessen Streichquintett C-Dur, D 956, eines der berühmtesten Kammermusikwerke überhaupt (aus dem Todesjahr 1828). Und wenn Musiker solchen Formats, wie die angeführten sich der Stücke annehmen, ja, dann ist höchste Qualität vorprogrammiert.

Mag sein, das Divertimento wurde vielleicht von manchen Zuhörern als etwas langatmig empfunden – bei aller Schönheit; aber Divertimenti sind schließlich U-Musiken, also zur Unterhaltung und Zerstreuung, z.B. tafelnder Herrschaften, gedacht. Freilich, wenn ein Mozart in all seiner Genialität etwas Derartiges schreibt, möchte man doch sagen: Eigentlich zu schade als Musik nur so „am Rande“! Dabei: Schon der zarte Beginn ließ aufhorchen (es spielten, im Trio, Reif, Zickgraf und Julia Hagen): „Wenn Streichinstrumente singen“, möchte man apostrophieren! Der Bogen reichte von weichem Piano bis zu heftig-deftiger Virtuosität.

Wunderbarer Einstig für alle fünf Streicher

Dann aber der Schubert: Was für ein wunderbarer Einstieg, jetzt  durch alle fünf Streicher! Und in der Folge: dieser satte Klang – wie ein ganzes Orchester. Teils sogar schroffe, oft explosionsartige, jedoch nie missklingende Dynamik! „Klang“ und „Ausdruck“ unbedingt das Wichtigste. Und wie das „atmete“! So schön, wie dieses an die Musiker höchste technische Anforderungen stellende  Werk dargeboten wurde, hat Schubert es wohl nicht einmal in seinen Träumen erlebt. Er soll übrigens kurz vor seinem Tod geäußert haben, es gingen ihm „ganz neue Harmonien durch den Kopf“. Dieses Quintett enthält einiges davon. Man muss tatsächlich in höchsten Tönen von dieser Darbietung sprechen. Hat man bei uns je – und wir haben im Lauf der Jahre wunderbare Kammerkonzerte erlebt – eine derart vollkommene Umsetzung hören dürfen? Für manchen im  Saal mag’s  geradezu ein musikalisches „Schlüssel-
erlebnis“ gewesen sein.

Eine musikalische Sternstunde

Ein  zuhöchst imponierender Abschluss des Zyklus‘. Ja, und klingt’s auch etwas kitschig, eine musikalische Sternstunde! Hugo J. Bonatti

Bild: Den fulminanten Abschluss der Kitzbüheler Sommerkonzerte bildete letzten Woche „Next Generation“.  Foto: multivisalart

 
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