Kitzbüheler Anzeiger
24.04.2024
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Mit dem Rad vom Stephansdom bis nach Nizza

Einmal über die Alpen radeln – davon träumen einige, doch nur wenige machen es so wie Nadja Prieling und Martin Butler.

Reith | Nadja Prieling und Martin Butler erfüllten sich einen ganz besonderen Traum: eine Alpenüberquerung von Ost nach West mit dem Rennrad. Der Startschuss fiel direkt vorm Stephansdom in Wien. Bis an den Strand von Nizza warteten zahlreiche beeindruckende Alpenpässe auf die drei passionierten Radsportler (mit dabei war auch der Steirer Christoph Marak). Insgesamt 2.500 Kilometer und 50.000 Höhenmeter standen am Ende im Tourenbuch. Nach 17 Tagen war das Ziel erreicht.

„Schon seit vielen Jahren träume ich von dieser Route. Von Anfang an war klar, dass wir nicht den direkten Weg nehmen, sondern alle namhaften Alpenklassiker integrieren  wollen“, erklärt Nadja Prieling. Angefangen vom Timmelsjoch über das Stilfserjoch bis hin zu den berühmten Passstraßen der Tour de France ließen die beiden Reither auf ihrem Weg nach Nizza nichts aus.

Zwischen sieben und acht Stunden pro Tag
„Wir sind die Etappen mit Bedacht angegangen, aber es hat super funktioniert, und wir haben alles, was wir uns vorgenommen haben, gut geschafft“, zieht Martin Butler zufrieden Bilanz. Dabei saßen die beiden täglich zwischen sieben und acht Stunden im Sattel, erklommen im Schnitt um die 3.500 Höhenmeter und gönnten sich zwischendurch lediglich einen einzigen Pausentag.

„Wir waren selbst überrascht, dass es so gut lief. Auch mit dem Wetter hatten wir großes Glück. Die jahrelange Erfahrung hat uns natürlich extrem geholfen“, weiß Prieling. Sie hat in der Vergangenheit schon öfter mit ehrgeizigen Projekten für Schlagzeilen gesorgt. So auch 2016, als sie innerhalb von zehn Tagen zehn Mal den Ötztaler Radmarathon absolvierte. Oder als sie 2014 und 2019 das „Race across the Alps“ – eines der härtesten Eintagesrennen der Welt – gewinnen konnte.

Die Zeit ist für Nadja inzwischen nicht mehr wichtig. 2019 beendete sie ihre Radsport-Karriere. Die Alpenüberquerung sollte vielmehr eine Genusstour werden. „Die Landschaft war wirklich beeindruckend, vor allem die Strecken in Frankreich und der Schweiz haben uns begeistert“, schildern beide.

Maximal vier Kilogramm Gepäck waren dabei
Um möglichst entspannt radeln zu können, hatten sie ihr Gepäck auf ein Minimum beschränkt. Nur rund 3,5 bis vier Kilogramm brachten ihre Satteltaschen auf die Waage. „Das hat für 17 Tage gereicht“, sind sich Nadja und Martin einig. Flipflops, ein T-Shirt, eine kurze und lange Hose und eine regenfeste Jacke  – mehr hatten sie bei ihrem Abenteuer nicht dabei.

Und Werkzeug natürlich –  das kam ausgerechnet am letzten Tag zum Einsatz. „Weil für den nächsten Morgen ganz schlechtes Wetter voraus gesagt war, haben wir kurzfristig beschlossen, die letzten beiden Etappen zusammen zu legen“, erzählt die Radsportlerin. 205 Kilometer und 3.700 Höhenmeter hatten zum krönenden Finale noch gefehlt. „Ausgerechnet bei der letzten Abfahrt habe ich mir dann einen Platten eingefahren. Das Wechsel der Schlauchreifen (Klebereifen) dauerte etwas länger und so war es bereits dunkel als wir in Nizza ankamen. Wir sind einfach nur müde ins Bett gefallen und haben das Feiern auf den nächsten Tag verschoben“, erinnern sich beide. sh

Bild: Der Start zu ihrem Abenteuer erfolgte mitten in Wien und brachte zu Beginn gleich die einen oder anderen Orientierungsprobleme mit sich. Foto: Nadja Prieling

 
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