12.05.2020
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MENSCHEN IM BLICKPUNKT Manfred Krimbacher

Investieren statt spekulieren – das war stets das Credo Manfred Krimbachers, der sich jetzt – nach 25 Jahren an der Spitze der Sparkasse der Stadt Kitzbühel – in den Ruhestand verabschiedete.

Kitzbühel | „Ein gutes Ergebnis und ein diskreter Geschäftsabschluss befriedigen mich persönlich mehr, als die Präsenz in der Klatschpresse“ – 45 Jahre lang stand Manfred Krimbacher  im Dienst der Sparkasse der Stadt Kitzbühel und hat dieses Motto über all die Jahre hochgehalten. 35 Jahre war Krimbacher im Vorstand der Sparkasse der Stadt Kitzbühel aktiv, davon 25 Jahre als Vorstandsvorsitzender. Seit vergangener Woche ist der 64-Jährige im Ruhestand und freut sich „über die wiedergewonnene Hoheit über meinen Terminkalender“.

Dass der gebürtige Kitzbüheler einmal einem der größten Bankinstitute im Bezirk Kitzbühel vorstehen würde, war alles andere als vorgezeichnet. Nach der Matura am Bundesgymnasium in St. Johann wollte Krimbacher eigentlich Mathematik und Elektronik studieren. „Ich bin in ein Förderprogramm des Siemens-Konzerns aufgenommen worden und hatte die Möglichkeit, in München zu studieren.“ Bis zum Studienstart galt es, ein Jahr Wartezeit zu überbrücken. Der damalige Vorstandschef der Sparkasse Kitzbühel, Willi Kindl, der mit der Familie befreundet war, bot ihm eine Tätigkeit in der neu eröffneten Filiale in der Bahnhofstraße in Kitzbühel an. „Nach zwei Monaten hat er mich, weil Not am Mann war, in die Kreditabteilung gesteckt“, erinnert sich Krimbacher. Er habe dann da auch schnell Fuß gefasst.
Als es nach einem Jahr an die Universität nach München gehen sollte, bat Willi Kindl ihn doch noch ein Jahr zu bleiben. Krimbacher schob seine Studienpläne auf – und das bis heute. „Irgendwann war ich dann etabliert, es machte mir Spaß und daher bin ich gerne geblieben“,  erinnert sich der leidenschaftliche Banker.

Lange Jahre Kassier im Kitzbüheler Ski Club
1977 übernahm er bereits die Leitung der Kommerzabteilung, ab 1985 saß er im Vorstand der Sparkasse. Willi Kindl (gest. 1999), der auch lange Jahre Präsident des Kitzbüheler Ski Clubs war, holte ihn als Kassier zum KSC. „Er hat mich immer gefördert“, ist Krimbacher heute noch voll Respekt für seinen Mentor. Das notwendige Handwerkszeug für seine weitere Karriere eignete er sich im täglichen Bankgeschäft an, nützte aber auch die Ausbildungsschienen, welche die österreichische Sparkassen-Organisation bot und legte zahlreiche Prüfungen ab.
Auch mit Dietmar Bissert (verst. 2017), der Mitte der 1980er-Jahre den Vorsitz im Vorstand übernahm, arbeitete Manfred Krimbacher jahrzehntelang gut zusammen. Die Entwicklung des Institutes schritt unaufhaltsam voran. Gab es bei Krimbachers Eintritt in die Bank in den 1970er-Jahren gerade einmal neben dem Stammhaus in der Kitzbüheler Vorderstadt zwei Filialen, wurde in den 1980er-Jahren die Expansion massiv vorangetrieben.

Zahlreiche Filialen wuden gegründet. „Im ganzen Bezirk wird heute die Sparkassen-Idee abgedeckt“, ist Krimbacher stolz. Für ihn stand die wirtschaftliche und rechtliche Unabhängigkeit der Institution immer ganz oben auf der Prioritätenliste. „Denn nur dann hast du das Sagen im Haus. Es war und ist für die Aufrechterhaltung und Sicherung der Entscheidungs- und Handlungskompetenzen sowohl im Kunden- als auch im Mitarbeiterinteresse unabdingbar“, ist Krimbacher überzeugt.
Am 1. Mai 1995 übernahm Manfred Krimbacher den Vorstandsvorsitz des Institutes und ging seinen Weg unbeirrt weiter: „Mir waren langfristige Perspektiven immer wichtiger, als kurzfristiges Erfolgsdenken“, sagt der Banker. Sein Credo: „Investieren statt spekulieren.“
Die Aufrechterhaltung des konservativen Geschäftsmodells der Sparkasse war ihm immer wichtig: „Uns hat von vielen anderen sicher immer unsere Diskretion und unsere Handschlagqualität unterschieden“, ist Krimbacher überzeugt. Die größte Herausforderung in seiner Karriere war sicher das Jahr 2008. „Dass wir trotz der weltweiten Finanzkrise in diesem Jahr ein positives Ergebnis zustande brachten, darauf bin ich heute noch stolz. Gelungen ist das auch dank der hochqualifizierten Mitarbeiter im Haus“, sagt Krimbacher.

Vergangene Woche übergab Krimbacher das Zepter „seiner“ Sparkasse an seinen Nachfolger Franz Stöckl. Jetzt freut sich der leidenschaftliche Golfer auch darauf, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen und vor allem auf viele interessante Reisen. Margret Klausner

Freut sich auf viel Zeit mit seiner Familie und vor allem darauf endlich Zeit für seine große Leidenschaft, das Reisen zu haben: Nach 45 Jahren Engagement bei der Sparkasse genießt Manfred Krimbacher den Ruhestand. Foto: Klausner

 
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