Kitzbüheler Anzeiger
13.05.2023
News  
 

Liftverkauf steht in den Sternen

Der Abbau des Sessellifts im Kirchdorfer Skigebiet verzögert sich. Die Absichtserklärung finnischer Interessenten, diesen zu kaufen, ist abgelaufen.

Kirchdorf | Die unendliche Geschichte des Sesselliftes im kleinen Kirchdorfer Skigebiet ist wieder um ein Kapitel reicher – im Dezember beschlossen die Kirchdorfer Gemeinderäte den Verkauf der Anlage. Bürgermeister Gerhard Obermüller musste schweren Herzens zugeben, dass die Bemühungen, das kleine Skigebiet zu retten, gescheitert sind.
Über sieben Jahre lang hatten er und der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, GR Florian Schluifer, versucht, das Gebiet attraktiver zu machen. Sie führten ein Vouchersystem ein und wollten eine Art Freizeitpark installieren lassen. Schlussendlich mussten sich die beiden eingestehen, dass es nicht funktioniert und alle Ideen scheiterten. Die Abgänge wuchsen der Gemeinde als Mehrheitseigentümer (70 Prozent) über den Kopf und auch der Tourismusverband – dem gemeinsam mit einigen Gesellschaftern 30 Prozent der Anlage gehören – zog die Reißleine.
Still steht der Sessellift sowieso schon seit einigen Jahren. Der Betrieb rentierte sich nicht mehr. Die Kirchdorfer suchten einen Käufer – und fanden diesen in Finnland.

440.000 Euro für Sessellift
In der Dezembersitzung wurde der Verkauf um rund 440.000 Euro beschlossen. Der Rückbau der Stützen und der weiteren Infrastruktur schlagen mit rund 80.000 Euro zu Buche.
Florian Schluifer startete umgehend mit der Umsetzung des Verkaufs. Jetzt, vier Monate später, folgte die Ernüchterung, obwohl Florian Schluifer überzeugt ist, dass das Geschäft doch noch klappt, wie er nach wie vor beteuert.
Die Liftgesellschaft hatte mit den finnischen Betreibern einen „Letter of Intent“, kurz LOI genannt, abgeschlossen – eine Absichtserklärung, die die Einzelheiten des Verkaufs beinhaltet. Die Gültigkeit des LOI lief Ende April aus, Kaufvertrag gibt es jedoch nach wie vor keinen, muss Schluifer einräumen. Allerdings ist diese Absichtserklärung unverbindlich und damit gibt es auch keinerlei Rechtsanspruch.

Offenbar hat es in jenem finnischen Ort, in dem der Lift wieder aufgebaut werden sollte, einen Einspruch gegeben, da die Frage offen war, ob es für einen  solchen Ankauf EU-Mittel gibt.
Auch wenn das so sein sollte, hilft es den Kirchdorfer allerdings nichts – der Lift steht nach wie vor am Berg und sein Zustand wird nicht besser.
„Als beendet sehe ich die Verkaufsverhandlungen sicher nicht an“, betont der Liftchef. Den Gerüchten, dass der Verkauf, wie es derzeit im Dorf kolportiert wird, gescheitert ist, tritt er vehement entgegen. Ganz im Gegenteil – man stehe bei den Verhandlungen auf der Zielgeraden, ist Schluifer optimistisch. Auch wenn der besagte „Letter of Intent“ abgelaufen ist. „Ich bin überzeugt, dass wir bis Anfang Juni einen Kaufvertrag unterschrieben haben“, erklärt Schluifer, der auch von einem zweiten Kaufinteressenten spricht. Denn der Sessellift wird wieder am freien Markt angeboten. Nicht sagen kann der Geschäftsführer, wann die Bahn definitiv abgebaut wird. Das könne erst dann vereinbart werden, wenn ein Kaufvertrag vorliegt, klärt Schluifer auf. Es müssen noch Gespräche mit den betroffenen Grundbesitzern geführt werden, wann der ideale Zeitpunkt für den Abbau sei. Margret Klausner

Bild: Von Abbau keine Spur: Der Sessellift in Kirchdorf steht noch immer. Der Beschluss für den Verkauf fiel bereits in der Dezembersitzung des Gemeinderates. Doch die Verhandlungen ziehen sich. Foto: Klausner

 
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