19.05.2018
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Leinenzwang massiv verschärft

Der Kirchdorfer Gemeinderat beschloss vergangene Woche eine verschärfte Hundeverordnung für einen Großteil des Gemeindegebiets. Die Bergwacht sorgt für die Einhaltung.

Kirchdorf | „Es reicht“ – darüber ist sich der Kirchdorfer Gemeinderat mehrheitlich einig. Es ist das Thema Hunde, das in der jüngsten Gemeinderatssitzung für emotionale Debatten sorgte. Gerade am Ende des Winters sorgte eine massive Verschmutzung durch Hundekot, die vor allem nach der Schneeschmelze sichtbar wurde, auf den Spazierwegen für Ärger und zahlreiche Beschwerden in der Gemeindestube.

Freilaufende Hunde sowie deren Hinterlassenschaften – einhergehend mit der Verantwortlungslosigkeit ihrer Herrchen bzw. Frauchen – werden vor allem entlang der Großache immer mehr zum Ärgernis. Die Leinen- bzw. Kotentfernungspflicht gibt es in der Kaisergemeinde ja schon lange, war Kirchdorf doch eine der ersten Gemeinden im Bezirk, die eine solche hatte. Allerdings galt diese für das gesamte Gemeindegebiet, was wiederum nicht der Gesetzeslage entsprach. Das Land Tirol hob diese daher auch auf.

Der Sicherheitsausschuss der Gemeinde mit Gemeindevorstand Josef Wörgötter an der Spitze hat sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und eine neue Verordnung erarbeitet. Diese sei inzwischen, wie Amtsleiter Christopher Innerkofler betonte, auch vom Land so genehmigt. Die neue Fassung wurde entsprechend verschärft und gilt u.a. auch auf zahlreichen beliebten Wanderwegen und vor allem auch entlang der Gr0ßache. „Wir haben jene Bereiche, in der die Leinenpflicht gilt, dezidiert ausgewiesen. Die Strafen für die Nichteinhaltung liegen bei bis zu 2.000 Euro“, kündigte Innerkofler an.

Wenn man auch nicht gleich strafen wolle, sondern vorerst nur ermahne, wie der Amtsleiter betont. „Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei“, erklärt GV Wörgötter. Es habe in einer Wohnsiedlung Vorfälle mit freilaufenden Hunden gegeben. Überhand nehme vor allem entlang der Großache der Hundetourismus aus dem bayerischen Raum. Meist aus dem Landkreis Traunstein kommen Hundebesitzer nach Kirchdorf, um die Vierbeiner frei laufen zu lassen. Mit dem verschärften Leinenzwang und den drakonischen Strafen möchten die Kirchdorfer dem entgegenwirken.

Mistkübel fehlen

Im Gemeinderat fand die neue Verordnung durchwegs Zustimmung. „Diese neue Verordnung ist höchst notwendig, damit haben wir eine Handhabe“, erklärte Vizebürgermeister Gerald Embacher.  Die Hundebesitzer unter den Mandataren zeigten sich ebenfalls großteils positiv, hatten allerdings auch Kritik auf Lager. „Wir brauchen mehr Hundekotaufnahmekübel im Ortsgebiet“, erklärte GV Maria Braito. Zustimmung kam auch von GR Franz Wiesflecker. Es brauche mehr Doggystationen und mehr Kübel zur Entsorgung der Sackerl. Da die Hundesteuer ja heuer einstimmig erhöht wurde, hieß es, müsse man diese ankaufen können.

Die Frage der Kontrolle kam natürlich ebenfalls auf den Tisch. „Wir werden hier mit der Bergwacht sprechen, dass diese die Kontrolle übernimmt“, informierte Bürgermeister Gerhard Obermüller. Zuwiderhandlungen könne auch jeder Bürger anzeigen. Die neue Verordnung wurde mit 13 Ja-Stimmen, einer Enthaltung sowie einer Nein-Stimme beschlossen.
Margret Klausner

 
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