12.05.2022
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Konzert für Menschen mit Demenz

„Musik hören - Musik spüren“ lautet der Titel eines ganz besonderen Konzerts, das am Freitagnachmittag im Saal der Musikschule Kitbühel stattfindet.

Kitzbühel | „Das Hirn vergisst, aber das Herz nicht“, brachte es Katja Gasteiger vergangene Woche bei der Präsentation eines ganz besonderen Konzertes, das am Freitag (13. Mai) ab 15.30 Uhr im Saal der Landesmusikschule Kitzbühel stattfindet, auf den Punkt. Musikschülerinnen und -schüler spielen für ein ganz besonderes Publikum - für demenzkranke Menschen. Immer mehr Menschen sind von der Krankheit, die so viele Namen hat (u.a. Alzheimer), betroffen.

Bereits vor drei Jahren fand eine solche Veranstaltung zum ersten Mal in Kitzbühel statt. Einer Wiederholung stand jedoch bisher die Pandemie entgegen. Doch jetzt ist es wieder soweit.  
Die Initiative kam von Katja Gasteiger, die beim Caritasverband der Diözese Salzburg, bei der Fachstelle für pflegende Angehörige, Servicestelle Demenz, arbeitet. Von der Idee erneut ein solches Konzert zu veranstalten war dann auch der Leiter der Musikschule Peter Gasteiger, begeistert. Als Ehemann der Demenzexpertin bleibt das Projekt sozusagen in der Familie.

Österreichweit gibt es eine hohe Dunkelziffer
Bei der Präsentation in der Vorwoche war auch der Direktor des Caritasverbandes, Johannes Dines, mit dabei: „Es soll eine Atmosphäre geschaffen werden, in der sich Betroffene und deren Angehörige wohlfühlen können.“ In Österreich leben rund 130.000 Menschen mit der Diagnose Demenz, im Gebiet der Diözese Salzburg sind es in etwa 3.000. Die Dunkelziffer sei ungleich größer, vermutet Dines. Musik habe bei den Menschen einen großen Stellenwert. Das bestätigt auch Susanne Schmidt-Neubauer, deren Mann Manfred mit gerade einmal 56 Jahre die Diagnose erhielt. Von seiner Frau betreut lebt der gebürtige Holländer daheim. Und das werde auch so bleiben, sagt seine Frau. Musik hören sei ein ganz wichtiger Punkt für ihn, betont sie und erzählte im Rahmen der Präsentaton aus dem Alltag.

Volksmusik, Klassisches, Rock und Pop
Musikschuldirektor Peter Gasteiger ist mit Herzblut bei der Sache, das Programm für das Konzert hat Ahmad Omrani zusammengestellt. Es umfasst Volksmusik und klassische Stücke aber auch Rock und Pop kommen nicht zu kurz.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass eineinhalb Stunden zu lange sind, daher hat man sich auf 45 Minuten geeinigt. Im Rahmen des Konzertes, das bereits um 15.30 Uhr beginnt - auch das ist wohl durchdacht - gibt es keinerlei Einschränkungen. Die Devise heiße „Ich kann sein, wie ich will.“ Wenn also jemand aufsteht während des Konzertes, hinaus gehen will oder auch einfach durch den Saal schlendern - alles ist möglich. „Menschen mit Demenz sind auch jung, sind aktiv, sind selbstbestimmt  und haben Wünsche und Bedürfnisse wie andere Menschen auch“, zeigt Katja Gasteiger auf. Dieses Bild wolle man zeigen, durch das Konzert sollen auch Kinder und Jugendliche, die hier musizieren, mit dem Thema vertraut werden. Mit einer solchen Veranstaltung hilft man auch Angehörigen aus der Isolation, ist Katja Gasteiger überzeugt.

Begeistert ist auch der Leiter der Tiroler Landesmusikdirektion, Helmut Schmid. Er kann sich vorstellen, dass solche Konzerte auch in anderen Musikschulen Nachahmer finden. Margret Klausner 

Bild: Susanne Schmidt-Neubauer mit Mann Manfred Schmidt, Peter Gasteiger (Musikschule), Vizebgm. Walter Zimmermann, Katja Gasteiger (Caritas), Johannes Dines (Caritas) und Helmut Schmid (Land Tirol, von links) bei der Präsentation des Konzerts. Foto: Klausner

Angesagt - Konzert in der Musikschule
Musik hören - Musik spüren: Freitag, 13. Mai, im Saal der Landesmusikschule.
Beginn: 15.30 Uhr; keine Anmeldung notwendig.

 
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