23.01.2017
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Kletterkurse gehen normal weiter

Die Novelle des Bergsportführergesetzes sorgt jetzt vor allem in der Kletterszene für Aufregung. Es werden wirtschaftliche Turbulenzen und Personalmangel in den Kletterhallen befürchtet. Die Betreiber der Hallen in Kitzbühel und St. Johann können beruhigen: „Auf uns trifft das nicht zu. Es geht alles normal weiter.“

Bezirk | Für Aufregung in der Kletterszene sorgt derzeit die Gesetzesnovelle des Bergsportführergesetzes, die im Juni 2017 in Tirol schlagend wird. Vor allem der Klettersport boomt in Tirol seit Jahren und immer mehr Hallen öffnen ihre Pforten. Während es in Kitzbühel seit Jahren die Kletterhalle „Salewa Kletterkitz“ gibt, öffnete in St. Johann mit der „Koasa Boulder“ im Herbst 2015 eine der größten Hallen Westösterreichs ihre Pforten. Rund acht bis zehn Trainer bilden hier u.a. den Kletternachwuchs aus.  Eine weitere rund 600 Quadratmeter große Kletterhalle gibt es überdies im Familienland in St. Jakob.

Laut der Gesetzesnovelle sollen zukünftig in kommerziellen Kletterhallen nur noch Sportkletterlehrer mit der höchsten Ausbildung angestellt sein. Diese sollen u.a. über eine eigene Haftpflichtversicherung verfügen und Tourismusabgabe zahlen. Experten befürchten daher wirtschaftliche Turbulenzen und vor allem Personalmangel, da sich, so die Meinung, keine autorisierten Kletterlehrer mehr finden, die sich nur einige Stunden in der Woche für einen Kletterkurs anstellen lassen.

Alpenverein stellt Lehrer

„Bei uns wird das nicht schlagend“, beruhigt Bernhard Geisler, der Marketingbeauftragte des „Koasa Boulder“ in St. Johann. Die Kletterhalle sei ein Einzelunternehmen des Alpenvereins. Sobald ein Kurs ausgebucht ist, werde über den Alpenverein ein qualifizierter Kletterlehrer engagiert, der den Kurs leite. Somit sind alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt, da ehrenamtlich Übungsleiter und Instruktoren u.a. des Alpenvereins Kurse anbieten dürfen. „Bei uns gehen die Kurse ganz normal weiter“, betont Geisler. Seiner Ansicht nach betreffe die Gesetzesnovelle vor allem die sehr viel größeren Hallen in den Städten, die einen viel größeren Zulauf hätten und daher mehr Kurse anbieten.

Wildwuchs Riegel vorgeschoben

Auch für Thomas Gandler, Leiter der Kletterhalle „Salewa  Kletterkitz“ in Kitzbühel, ist die Gesetzesnovelle kein Grund zur Sorge. „Bei uns bietet der Alpenverein die Kurse an und wir stellen die Halle zur Verfügung“, informiert Gandler. Damit werden auch in Kitzbühel die gesetzlichen Vorgaben eingehalten. Die Forderung nach einem neuen Gesetz sei bereits im Jahr 2010 aufgekommen, weil ursprünglich jeder, der wollte, Kletterkurse abhalten konnte. Mit dem neuen Gesetz will man dem Wildwuchs an Kletterlehrern einen Riegel vorschieben, die ohne Befähigung Kurse angeboten haben. „Hier geht es in erster Linie um die Sicherheit“, betont Gandler. Daher sei eine Qualifikation unabdingbar und die sei bei jenen, die in Kitzbühel Kurse abhalten, selbstverständlich gegeben. Allerdings ist für Gandler das Gesetz schon sehr weitreichend: „Das ist in etwa so, als würde eine Skischule keine Landeslehrer oder Anwärter, sondern nur noch staatliche geprüfte Skilehrer anstellen dürfen.“     
Margret Klausner

Bild: Im „Koasa Boulder“ in St. Johann ist meist viel los. Foto: Klausner

 
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