31.03.2019
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Kartenbetrug kein Kavaliersdelikt

Vor kurzem flog in Kirchberg ein großangelegter Betrug mit der „Tirol Snow Card“ auf. Laut Hansjörg Kogler von den Bergbahnen Westendorf gehen die Schäden jährlich in die Zigtausende.

Bezirk | Mit allen Tricks soll ein 53-jähriger polnischer Reise­veranstalter gearbeitet und so die Bergbahnen massiv geschädigt haben. Vor kurzem klickten die Handschellen.

Der Pole soll Skiurlaube in Tirol organisiert und die „Tirol Snow Card“ zu einem Durchschnittspreis von 25 Euro pro Tag überlassen haben. Die Reisenden seien instruiert worden, die Personalien auf den Karten auswendig zu lernen und die eigenen Ausweise in der Unterkunft zu lassen.

Aufgeflogen ist der Betrug dank der Aufmerksamkeit der Bergbahnmitarbeiter an der Talstation der Fleckalmbahn. Die Polen wurden vorübergehend festgenommen. Der Schaden liegt im fünfstelligen Euro­bereich. Die Polizei konnte  u.a. 17 „Tirol Snow Cards“ sicher stellen.

Dass es immer wieder zu Betrügereien mit Skikarten kommt, weiß auch der Geschäftsführer der Bergbahnen Westendorf, Hansjörg Kogler. Missbrauch von Saisonkarten – da fährt z.B. eine Familie abwechselnd mit nur einer Saisonkarte – ist alles andere als selten. „Es ist leider so, dass das oft als Kavaliersdelikt angesehen wird“, erklärt Kogler. In Westendorf gibt es sogenannte Kontrollsperren an unterschiedlichen Zeiten am Tag, an denen jede Karte genau unter die Lupe genommen wird.

Die Vorfälle mit der „Tirol Snow Card“ werden jetzt genau analysiert, um so etwas zukünftig zu verhindern. Hansjörg Kogler ist überzeugt, dass „die Schäden im Bezirk für jede Berg­bahn mehrere tausend Euro betragen.“

Weiterverkauf von Karten sogar am Parkplatz

„Es ist einfach unfair all jenen gegenüber, die sich korrekt verhalten“, ärgert sich auch der Chef der Kitzbüheler Bergbahnen, Josef Burger. Im Kitzbüheler Skigebiet wird ebenfalls engmaschig kontrolliert. Sogar auf den Parkplätzen. Kommt es doch vor, dass der eine oder andere Skifahrer schon mittags die Ski abschnallt und dann am Parkplatz die Karte an den nächsten verkauft. Kontrolliert wird aber auch im Skigebiet selbst sehr engmaschig. Doch auch in kleinen Skigebieten wie in St. Johann kennt man das Problem. „Da kommt es dann schon mal vor, dass ein Elternpaar eine Karte kauft und sich diese teilt. Einer geht am Vormittag, einer geht am Nachmittag zum Ski fahren, während der jeweils andere das Kind hütet“, weiß SkiStar-Geschäftsführer Peter Grander.

Alle Tricks, die es da so gibt, kennt auch Andreas Brandtner von der Steinplatte in Waidring. „Wir haben schon seit einigen Jahren die Fotokennung eingebaut. Aber geben wird es das immer, auch wenn wir es weitgehend im Griff haben.“ Da gab es schon die Fälle jener Mütter, die am Vormittag mit den Sportpässen ihrer Kinder gefahren sind. Die Masche „Mei, jetzt habe ich den Anorak vom Bruder erwischt“, gehöre ebenfalls zu den Standardausreden.

Wird man mit einer fremden Karte erwischt, kennen die Bergbahner übrigens kein Pardon: Die Karte ist unwiderruflich weg. Margret Klausner 

 
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