09.04.2017
News  
 

Kameraden suchen dringend Nachwuchs

Der Kameradschaftsbund lud zur Bezirksversammlung nach Kössen. Vor allem der fehlende Nachwuchs macht der Institution zu  schaffen.

Kössen | Es ist eine beeindruckende Bilanz, die der Obmann der Kameradschaftsbünde im Bezirk, Hans-Peter Koidl, bei der Jahreshauptversammlung seinen Kameraden in Kössen präsentieren konnte.  Derzeit haben die 18 Vereine im Bezirk Kitzbühel 1.940 Mitglieder. „Davon sind 430 uniformierte Mitglieder, außerdem gibt es 277 Frauen in unseren Reihen, die sich ebenfalls zum Teil in Führungspositionen engagieren“, schildert Koidl.

40 Ausrückungen standen im vergangenen Jahr auf dem Terminkalender, dazu kamen noch zahlreiche Feste in den Gemeinden, an denen die örtlichen Abordnungen teilnahmen. Höhepunkte des Jahres waren u.a. der Landesdelegiertentag in Hopfgarten, das 140-jährige Gründungsfest der Kameradschaft Kitzbühel sowie die Landeswallfahrt und das Bezirksfest in Waidring.

„Wie immer einer der Höhepunkte im Vereinsjahr war die bereits 94. Gelöbniswallfahrt in Jochberg-Wald“, informierte Koidl. Doch den engagierten Bezirksobmann, der überdies auch Vizepräsident des Tiroler Kameradschaftsbundes ist, plagen Nachwuchssorgen. „Wir werden leider immer weniger“, bedauert er. Auch im Vorjahr sind wieder einige Mitglieder, vor allem Männer, die noch am zweiten Weltkrieg teilnahmen, verstorben.

85 Kriegsteilnehmer

„Wir haben noch 85 lebende Kriegsteilnehmer“, sagt Koidl. Es fehlen aber vor allem junge Mitglieder. „Uns ist bewusst, dass es immer wieder heißt, dass wir Ewiggestrige sind. Das stimmt  nicht! Ganz im Gegenteil. Wir verherrlichen den Krieg nicht, sondern setzen uns für den Erhalt des Friedens ein“, betont der Jochberger. Im Vordergrund stehe bei den Kameraden das soziale Engagement und die Kameradschaft. Früher war der abgeleistete Präsenzdienst Voraussetzung für die Aufnahme. „Das ist heute nicht mehr so. Bei uns ist jeder willkommen“, erklärt Koidl.

Lob aber auch Tadel gab es von Landespräsident LR Johannes Tratter. Bei der letzten Gelöbniswallfahrt war es zu einigen unschönen Szenen gekommen, da offenbar einige Kameraden aus dem Salzburger Land während der Kranzniederlegung mit einem Bier in der Hand lautstark grölten. „So etwas schadet uns“, betonte Tratter, der auch an die Kameraden appellierte, sich um die Nachwuchsförderung zu kümmern.

Zeremonienmeister

Einen Vorfall wie im Vorjahr in Jochberg käme nicht mehr vor, versprach Koidl. Heuer werde ein „Zeremonienmeister“, im Einsatz sein, der sich um die Ordnung kümmert.

Wie immer gaben die Vertreter des Bundesheeres, Oberst Martin Dagn sowie Vizeleutnant Hanspeter Ellmerer, einen kurzen Einblick über den Stand der Dinge in der Kaserne St. Johann. Derzeit sind ein Großteil, der in St. Johann stationierten Soldaten beim Grenzeinsatz im Burgenland. Wie immer wurden auch heuer verdiente Kameraden vor den Vorhang geholt:

Zahlreiche Ehrungen
Die Verdienstmedaille in Gold erhielten: Alexander Ager (Itter); Stefan Foidl (Fieberbrunn); Johann Spiegl (Oberndorf); Norbert Obermoser (Kitzbühel).
Das Verdienstkreuz in Silber erhielten: Hermann Ager (Westendorf); Martin Laiminger (St. Ulrich a. P.).
Das Verdienstkreuz in Gold erhielten: Johann Mühlberger (Kössen); Georg Aufschnaiter (Aurach); Hanspeter Ellmerer (St. Johann); Jakob Hagsteiner (Aurach); Sebastian Hölzl (Reith). Das Ehrenkreuz in Silber erhielt: Johann Oberhofer (Kirchberg).
Das Ehrenkreuz in Gold erhielten: Franz Wetzinger (St. Jakob) sowie Ehrenmitglied Josef Obermoser (Aurach).
Gastgeber des nächsten Delegiertentages mit Neuwahlen im Jahr 2018 wird im Übrigen die Kameradschaft St. Johann sein. Margret Klausner

Bild: Bezirksobmann Hans-Peter Koidl (6. v.l.) und Landespräsident LR Johannes Tratter (8. v.l.) mit Ehrengästen und den geehrten Kameraden. Foto: Klausner

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
Virtuelle Tour
Rundblick - Virtual Reality
Werbung
 
Zurück Suchen Fotos Facebook