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04.03.2022
News  
 

JuRed - Von der Schulbank zu Olympia

Drei junge Skisportler aus Kitzbühel hatten die Möglichkeit, unvergessliche Erfahrungen zu sammeln und zu den Olympischen Winterspielen in Peking zu reisen. Doch wie sind sie dazu gekommen?

Kitzbühel, Peking | „Angefangen hat alles mit dem Badehosen-Video von Nici auf der Streif“, erzählt Lukas Kien lachend. Damit meint er Nicolas Hofer, einen begeisterten Skifahrer, bei dem der Spaß nicht zu kurz kommt. Beide besuchen die Maturaklassen der HAK Kitzbühel und bekamen durch Zufall die Chance, bei Olympia dabei zu sein. Letztes Jahr im März drehte Nicolas ein unterhaltsames Kurzvideo, in dem er in Badehose die berühmte Streif runterraste. Nachdem er es auf der Plattform „TikTok“ hochgeladen hatte und mehr als 646.000 Klicks erreichte, bekam er einen Anruf von einem Funktionär der FIS. Atle Skårdal bot Nicolas an, bei den Olympischen Winterspielen in Peking als Vorläufer live dabei zu sein und erkundigte sich nach weiteren Sportbegeisterten. Von seinen beiden Freunden Lukas Kien und Felix Klingler, ehemaliger Schüler der Handelsschule Kitzbühel, erhielt er natürlich sofort Zustimmung.

Eine Reise mit vielen Fragezeichen
Leider war lange nicht klar, ob die drei es überhaupt nach Peking schaffen. Schlussendlich durften sie trotz einiger Komplikationen, natürlich auch in Verbindung mit Corona, sowie nach einem Besuch bei der Botschaft, die Reise antreten. Am 26. Jänner starteten sie mit dem Flieger von München aus nach Zürich und landeten schließlich nach einem 10-stündigen Flug in Peking. Zuerst mussten die Sportler einen Corona-Test über sich ergehen lassen, bevor sie ihre Unterkunft bezogen. Diese war zwar nicht im olympischen Dorf, dafür wohnten die drei mit allen anderen europäischen Vorläufern zusammen in einem Appartement mit sehr großen und sauberen Zimmern. Eine andere Kultur bedeutet natürlich auch anderes Essen. Besonders zu Beginn sei dies sehr gewöhnungsbedürftig gewesen und sie hätten sich auch nur von Reis mit Sojasoße und Frühlingsrollen ernährt, erzählten die beiden Schüler schmunzelnd im Interview. Dafür konnten sie Freundschaften mit Vorläufern aus anderen Nationen knüpfen und lernten viele neue Menschen kennen.

Im Fokus stand der Sport
Die nächsten Tage und Wochen waren alleinig vom Sport geprägt. Täglich pendelten Nicolas, Lukas und Felix 45 Minuten von der Unterkunft bis zur Rennstrecke. Sie waren alle sehr beeindruckt, wie der Gastgeber China in so kurzer Zeit alles gebaut hatte und das in unvorstellbaren Dimensionen. Am meisten Zeit verbrachten die drei im Startgelände und auf der sehr gut präparierten Piste. Dort übten sie dann ihre Funktion als Vorläufer aus. Die drei waren bei den Trainings, der Abfahrt und dem Super-G sowie beim Riesentorlauf der Herren am Start. Doch auch bei den Speed-Bewerben der Damen kamen sie zum Einsatz. Manchmal machte ihnen das Wetter zu schaffen. Auf einer Seehöhe von nur rund 2.000 Metern herrschten eisige Temperaturen von -20 Grad Celsius, mit Wind sogar -35 Grad Celsius und extrem trockene Luft.

Mit vielen Erinnerungen im Gepäck wieder daheim
Pünktlich zum Start ins neue Semester kamen Nicolas, Lukas und Felix am 21. Februar wieder gesund und mit vielen Eindrücken zuhause an. Sie sind sehr dankbar für die Erlebnisse in Peking und werden sich sicher gerne daran zurückerinnern. AnSchi

Bilder: 1) Olympialuft schnuppern– eine außergewöhnliche Gelegenheit für die ganze Gruppe.
2) Die drei Sportbegeisterten hatten immer viel Spaß, so wie hier bei der Besichtigung des 500 Mio. Euro (Quelle: derstandard.at) teuren Eiskanals, von Yanqing, der einem Drachen nachempfunden sein soll. Fotos: Hofer

 
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