02.09.2018
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Inklusive Arbeit schafft Mehrwert

Maßnahmen zur Förderung von Integration behinderter Menschen am Arbeitsmarkt gibt es viele. Bewusstsein soll beispielsweise die Auszeichnung „Wir sind inklusiv“ schaffen.

Kirchberg, Kirchdorf | Sie wird heuer das dritte Mal verliehen. Preisträger im Bezirk sind das SeneCura Sozialzentrum Kirchberg sowie die Sinnesberger GmbH in Kirchdorf. Im Zentrum in Kirchberg sind aktuell zwei Mitarbeiterinnen mit Behinderung im Bereich Reinigung und Wäscherei beschäftigt. „Sie arbeiten beide jeweils 20 Stunden, die Arbeitszeiten wurden an ihre Bedürfnisse angepasst. Täglicher Arbeitsbeginn und Arbeitsende sind individuell geregelt“, gibt Manuela Gruber vom Sozialzentrum Einblick in den Arbeitsalltag. Gleichzeitig werden die Mitarbeiterinnen laufend von der Arbeitsassistenz Wörgl gecoacht – dabei gehe es darum, so Gruber, Unterstützung bei der Festlegung von Struktur und Abläufen in der täglichen Arbeit zu bekommen. „Diese zwei Mitarbeiterinnen bedeuten eine große Bereicherung für unser Team“, freut sich Gruber.

Arbeitserprobung steht am Anfang

„Es ist etwas Schönes, wenn man erleben darf, welche Freude diese Menschen mit ihrer Arbeit haben. Man muss sie oft sogar überreden, in Urlaub zu gehen“, zeigt sich auch Alexandra Scheffold von der Sinnesberger GmbH hoch erfreut über das Konzept der Inklusion am Arbeitsplatz. „Sie haben ein Einkommen, einen Job, eine Aufgabe – man gibt diesen Menschen eine tolle Chance.“ Insgesamt sind acht „inklusive“ Mitarbeiter bei Sinnesberger an Bord. Scheffold ist überzeugt, dass es „keine größere Firma gibt, wo man keine Möglichkeit zu entsprechenden Tätigkeiten finden kann.“ Der Gesetzgeber biete da viel Spielraum, außerdem locken zusätzlich noch entsprechende Förderungen. Das Beschäftigungsverhältnis beginnt zunächst oft mit einer Arbeitserprobung. Für Scheffold ein gutes Konzept, da sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter vorab schauen können, ob die Zusammenarbeit passt.

Bislang blickt man auf eine sehr positive Bilanz – getragen vom ganzen Team: „Unsere Mitarbeiter heißen sie offen willkommen und arbeiten wertschätzend mit ihnen zusammen“, unterstreicht Scheffold. Auch Michaela Gruber bestätigt das gute Miteinander: „Das gesamte Team unterstützt und nimmt sich viel Zeit für Erklärungen und Anweisungen, wobei auch Lob nicht zu kurz kommen darf.“

Für Scheffold ist die Haltung des Arbeitsgebers zu dem Thema entscheidend: „Es ist eine reine Einstellungssache. Ich persönlich habe große Freude damit, denn es ist eine eindeutige Win-Win-Situation.“

Gruber unterstreicht abschließend: „Diese beiden Mitarbeiterinnen regen uns oft an, über den Tellerrand hinaus zu schauen und eingefahrene Wege zu überdenken.“

Die offizielle Preisverleihung von „Wir sind inklusiv“ erfolgt übrigens Anfang Oktober. Die regionale Auszeichnung des Sozialministeriumservice Tirol prämiert Betriebe, die Kriterien der inklusiven Beschäftigung oder Ausbildung erfüllen und sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben einsetzen. 
Elisabeth Galehr

Bild: Eine doppelte Anrechnung auf die Erfüllung der Einstellungsverpflichtung lt. Gesetz erfolgt u.a. bei Beschäftigung von Menschen im Rollstuhl. Symbolfoto: Fotolia

 
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