30.05.2020
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In Krisenzeiten gut betreut

So gut wie alle Menschen sind Teil der Corona-Krise geworden. Eine besonders stark betroffene Personengruppe ist jene, die auf Betreuung und Unterstützung angewiesen ist.

Bezirk | Menschen, die ihren Alltag nicht mehr alleine meistern können. Das Rote Kreuz Tirol unterstützt diese Menschen mit betreut24, einer rund-um-die-Uhr Betreuung. Auch während der Corona-Krise blieb diese Unterstützung allzeit aufrecht.
betreut24 richtet sich an Menschen, die einer Pflegestufe zwischen eins und sieben angehören, die daheim leben wollen und dies auch können, aber nicht mehr ganz in der Lage sind, ihren Alltag allein zu meistern. „Diesen Menschen vermitteln wir eine Betreuerin, die sich 24 Stunden um ihre Klientin kümmert“, sagt Paolo Brückner, Projektverantwortlicher für betreut24 beim Roten Kreuz Tirol.

Bis zu 10 Wochen vor Ort
Wie die meisten ausländischen Pflege- und Betreuungskräfte waren auch die Betreuer des Roten Kreuzes Tirol durch die Corona-Krise gezwungen, länger als die üblichen drei Wochen bei ihren Klienten zu bleiben. Für die Betreuerinnen hat das bedeutet, bis zu zehn Wochen lang und 24 Stunden am Tag für einen Menschen zu sorgen. „Mit Ende dieser Woche werden nun alle Betreuerinnen wechseln. Weil sie geblieben sind, konnten wir während des gesamten Corona-Einsatzes unser betreut24-Angebot aufrechterhalten“, ist Brückner stolz und er weiß: „Für die Betreuer war dies eine enorm anstrengende und intensive Zeit.“

Nach Hause und in Quarantäne
Bei ihrem Weg nach Hause wartet auf die Betreuer das übliche Prozedere: In Quarantäne gehen, Abstrich machen und auf das Testergebnis warten. Etwas besser geht es hier den einreisenden Kollegen. „Diese werden“, so Brückner, „mit dem Taxi von der Slowakei nach Tirol gebracht. Einen Abstrich müssen sie nicht machen, aber natürlich müssen sie gesund sein.“

Eingeschränkte Flexibilität bleibt eine Herausforderung
Das betreut24 Angebot ist eines, das sich in der Regel sehr flexibel gestaltet. Brückner: „Eine Lebenssituation, in der eine Betreuung erforderlich wird, ergibt sich oft sehr rasch. Zum Beispiel, wenn man nach einem Spitalsaufenthalt entlassen wird. Wir reagieren hier schnell und vermitteln unmittelbar eine Betreuerin“, erläutert Brückner einen der wesentlichen Vorteile von betreut24. „Jedoch“, so Brückner weiter, „ist diese Flexibilität derzeit etwas eingeschränkt. Brückner geht davon aus, schon bald wieder so flexibel wie vor Corona agieren zu können.

Umfassende Aufgaben zu fairen Bedingungen
Die Betreuer stammen alle aus der Slowakei. Sie arbeiten als Selbständige und somit auf Honorarbasis. „Damit können wir maximal faire Arbeitsbedingungen bieten, denn das bezogene Honorar bleibt auch zu 100% bei der Betreuerin“, sagt Thomas Wegmayr, Geschäftsleiter des Roten Kreuzes Tirol. Zu den Aufgaben der Betreuer gehören die Haushaltsführung, die Unterstützung ihrer Klienten z. B. bei Behördengängen sowie eine aktive Freizeitgestaltung mit der KlientIn.
Pflegerische Aufgaben übernehmen die Betreuerinnen nur auf Anweisung durch einen Arzt und auch da nur in einem sehr geringen Umfang. Tirolweit nehmen derzeit 65 Menschen das Angebot in Anspruch.

Vor der Corona-Krise – aus der Zeit stammt das Bild – blieb eine Betreuerin von betreut24 drei Wochen bei ihrer KlientIn. Foto: Rotes Kreuz Tirol/ Borubaev

 
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