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01.07.2019
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„Ich sehe mich als Dienstleister für die Bürger“

War es für Sie eine leichte Entscheidung, nach dem Rücktritt von Stefan Seiwald, als Bürgermeister zu kandidieren?
Grundsätzlich war es für mich keine leichte Entscheidung. Anfang Jänner hat Stefan das erste Mal über seinen Rücktritt mit mir gesprochen. Auch ich war ziemlich überrascht. Nach einer schlaflosen Woche und zahlreichen Beratungen mit meiner Lebensgefährtin sowie mit meinem engsten Mitarbeiter habe ich mich dazu entschlossen – und ich habe meinen Entschluss nicht bereut.

Sie wurden fast einstimmig  vom Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt - haben Sie mit soviel Zuspruch gerechnet?
Nein, am Anfang sicher nicht. Ich habe aber im Laufe der Vorwahlzeit gemerkt, dass ich auch bei den anderen Parteien auf Zustimmung stoße. Das eindeutige Wahlergebnis hat mich sehr gefreut und ich werte es auch als Anerkennung für die bisherige Arbeit. Ich bedanke mich für das Vertrauen. Wir haben mit einem guten Programm angefangen und werden das in dieser Periode auch in dieser Form gemeinsam im Gemeinderat zu Ende führen.

Hätten Sie sich eigentlich im Sinne der Demokratie einen Gegenkandidaten gewünscht?
Ich bin am Anfang davon ausgegangen, dass es eine Bürgerwahl geben wird. Wir haben uns innerhalb der Partei darauf vorbereitet. Als sich dann herauskristallisierte, dass es keinen Gegenkandidaten geben wird, haben wir uns dazu entschieden die Bürger nicht mit einer Wahl zu „belasten“. Nach zahlreichen Gesprächen hatten wir das Gefühl, dass die St. Johanner und St. Johannerinnen eine Wahl zum jetzigen Zeitpunkt für entbehrlich halten.
Nun hat der Gemeinderat demokratisch entschieden und wir können in dieser Periode unser Programm, welches ja von den Bürgern klar gewählt wurde, weiter abarbeiten. Die Wahl innerhalb des Gemeinderates hat der Gemeinde und den Fraktionen außerdem einen Haufen Geld erspart.

Sie sind ein erfolgreicher Unternehmer, wie vereinbaren Sie das Bürgermeisteramt und das Berufliche?
Im Vorfeld war für mich klar, dass das gut geregelt werden muss, um das Amt überhaupt ausführen zu können. Ich habe hier die volle Unterstützung von meiner Lebensgefährtin Melanda und meinem Mitarbeiter Patrick, der auch die Prokura im Friseursalon übernommen hat. Ich bin nur noch an zwei Nachmittagen im Betrieb. Die beiden führen die Geschäfte in meinem Namen und es funktioniert sehr gut. Ich möchte mich bei all meinen Mitarbeitern bedanken, die voll hinter mir stehen – das ist nicht selbstverständlich und macht das Bürgermeisteramt für mich möglich.

Wie wollen Sie das Bürgermeisteramt anlegen?
Wir sind in einer laufenden Periode und für mich gilt es, unser Wahlprogramm weiter abzuarbeiten. Wir haben das bisher gemeinsam fraktionsübergreifend im Gemeinderat sehr gut gemacht und ich bin der Garant dafür, dass die erfolgreiche Arbeit, die wir angefangen haben, fortgesetzt wird. Ich sehe mich als Politiker in erster Linie als Dienstleister für die Bevölkerung. Ich möchte, dass die Bürger spüren, dass wir ausschließlich für sie arbeiten und für sie da sind.

Welche Herausforderungen hat St. Johann in naher Zukunft zu bewältigen?
Ein Riesenthema ist natürlich der Verkehr und leistbares Wohnen. Unsere Klassifizierung als E5-Gemeinde wird uns in den nächsten Jahren sehr stark beschäftigen. Umweltschutz ist für uns ein großes Thema – das sind wir unserer nächsten Generation schuldig. Überall, wo wir nachhaltig und umweltschonend arbeiten können, werden wir das tun. Beim neuen Kinderbetreuungszentrum setzen wir das zum Beispiel schon um.
Soziale Themen haben wir natürlich auch stark im Fokus. Gerade im Pflegebereich fehlt es an Personal – das ist ein großes Problem. Hier hoffen wir, mit der neuen Pflegeschule nun gegensteuern zu können. Außerdem gilt es, die Ganztagesbetreuung für Kinder auszubauen, da die Nachfrage stetig steigt.
St. Johann soll als wirtschaftliches Zentrum im Bezirk weiter ausgebaut werden. Herausforderungen sind hier, Gewerbegründe zu finden, die leistbar sind.
Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren in St. Johann wieder sehr gut entwickelt und muss weiter forciert werden. Es gibt nach wie vor  Interessenten, die nach St. Johann wollen, aber hier gilt für uns Qualität vor Quantität.
Nicht zu vergessen ist der Ausbau und Erhalt unseres Ortszentrums. Ich habe das Gefühl, dass die Ortsansässigen sehr glücklich mit den Projekten im Rahmen des Masterplanes sind und sich nun auch trauen, wieder selbst zu investieren. Der Aufschwung ist spürbar.

Die zunehmende Verkehrsbelastung und fehlender leistbarer Wohnraum sind auch in St. Johann große Themen. Wie will man hier gegensteuern?
Es ist schon viel passiert in Sachen Verkehr in St. Johann. Es gibt aber noch einiges zu tun. Die Studie über das Verkehrskonzept wurde ja bereits im Gemeinderat präsentiert. Als erster Schritt ist nun wichtig, dass wir alle Flächen, welche wir für zukünftige Verkehrslösungen benötigen könnten, im Raumordnungskonzept frei halten.
Mit dem Masterplan Ortskern haben wir es geschafft, den Verkehr im Zentrum zu beruhigen und zu lenken. Wir dürfen das Thema Radwege nicht
außer Acht lassen und versuchen, den hausgemachten Verkehr so gut es geht zu reduzieren. Zudem müssen wir die Bevölkerung sensibilisieren, ob man für alle Wege überhaupt ein Auto benötigt. Es braucht aber auch zentrumsnahe, leistbare Parkplätze, um die Erreichbarkeit zu gewähren.
Wenn wir über Verkehr sprechen, dürfen wir die Sicherheit nicht vergessen. Hier arbeiten wir auf der Salzburger Straße an weiteren Verbesserungen.
Ein großes Thema ist die Egger-Kreuzung. Auch hier arbeiten wir an einem Projekt.
Zum Thema Wohnen: Leistbares Wohnen beschäftigt uns dauernd. Aufgrund der hohen Lebensqualität wollen viele Leute nach St. Johann, was die Immobilienpreise in die Höhe schnellen lässt. Wir bemühen uns ständig, Flächen für leistbares Wohnen zu bekommen.

St. Johann war schon immer sehr zukunftsorientiert. Wie geht es mit dem Masterplan Ortskern weiter?
Der Masterplan Ortskern ist eine Erfolgsgeschichte, auf die wir stolz sein dürfen. Wir werden ihn weiter entwickeln und weiter verfolgen. Welcher Abschnitt im nächsten Jahr in Angriff genommen wird, hängt von der baulichen Entwicklung im Ort ab. Zudem haben wir das Entwicklungs-Projekt „St. Johann 2030 - 2050“ gestartet. Wir wollen nicht stehen bleiben.

Eine Gemeinderätin hat Ihnen zum Einstand ein „dickes Fell“ gewünscht. Werden Sie das brauchen?
Ich glaube, Politiker sollten kein so dickes Fell haben, dass sie für nichts mehr sensibilisierbar sind. Ich bin von meinem Naturell her eher ein sensibler und empathischer Mensch. Dass mein Fell etwas dicker werden muss, ist vielleicht in mancher Hinsicht schon richtig, aber das lernt man mit diesem Amt. Mein Fell soll allerdings nicht allzu dick werden, denn es braucht Politiker mit Herz und Gefühl. Johanna Monitzer

Foto: „Ich möchte, dass die Bürger spüren, dass wir Politiker ausschließlich für sie arbeiten und für sie da sind“, sagt Bürgermeister Hubert Almberger (Bürgermeisterliste/VP). In seinem neuen Amt hat sich Almberger schon eingelebt. Foto: Monitzer

 
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