24.09.2016
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Horst Felsch

Der Tanzsport-Boom im Pillerseetal ist einem Fieberbrunner zu verdanken, der sich selbst dem Turniertanzen verschrieben hat und seine eigene Passion stets der Jugend weitervermitteln wollte. Im Tanzsportzentrum Pillersee hat Horst Felsch das Zepter an seinen Nachfolger übergeben, er selbst widmet sich neuen, tänzerischen Aufgaben.

Fieberbrunn | Der Gutschein für den Besuch einer Tanzschule zu seinem 55. Geburtstag war der Auslöser für eine Leidenschaft, die Horst Felsch seit 22 Jahren offenkundig nicht mehr loslässt. Schon während des Tanzkurses hatten er und Ehefrau Heidemarie rasch festgestellt, dass Tanzen künftig nicht nur als Hobby-, sondern viel mehr als Leistungssport ausüben zu wollen. Gesagt, getan: Auf das beinharte, professionelle Tanzsporttraining in Salzburg folgten Turnier-Teilnahmen und schon bald stellten sich die ersten Erfolge ein, die in drei österreichischen Meistertiteln in der höchsten Seniorenklasse gipfelten.

Insgesamt, so ist es im Felsch‘schen Tanzbuch vermerkt, war das Ehepaar zu 52 Turnieren startberechtigt. Vom Tanzsportvirus der Eltern angesteckt, konnte sich auch Tochter Katharina mit nur 17 Jahren über einen österreichischen Meistertitel freuen.
 
Viel Herzblut für Kinder- und Jugendarbeit

Die eigene Begeisterung für diesen Sport wollten die Felschs unbedingt an die Jugend weitergeben: 1997 gründete das Ehepaar den Tanzsportclub HIB Saalfelden, dann riefen sie 2002 das Tanzsportzentrum Pillerseetal mit Sitz in Fieberbrunn ins Leben. Nur zwei Jahre später zählte die Pillerseetaler Vereinigung beachtliche 187 Mitglieder. Als mitgliederstärkster Tanzsportclub in Tirol hält sie bis heute einen Anteil von 80 Prozent an Kindern und Jugendlichen.

„Wir waren überwältigt und dankbar, dass wir das Glück hatten, im Pillerseetal etwas anzubieten, auf das die Jugend offensichtlich gewartet hatte“, resümiert Horst Felsch im Gespräch mit dem Kitzbüheler Anzeiger.

Das Ehepaar hat viel Herzblut in die Jugendarbeit innerhalb des Tanzclubs gesteckt, es holte mit Ingrid Fussek (Latein) und Ludwig Wieshofer (Standard) die besten Profi-Trainer nach Fieberbrunn und bot den tanzbegabten Jugendlichen eine sportliche Heimat. Es gelang, unter den Kindern eine ungeheure Faszination für den leistungsorientierten Tanzsport auszulösen: der Paartanz, die elegante Kleidung, die aufwändigen und monatelang einstudierten Shows und nicht zuletzt die vielen Turniererfolge auf nationaler und landesweiter Ebene haben die Kinder über viele Jahre in den Bann gezogen.

Das intensive Tanztraining habe die Jugend geprägt, sagt Horst Felsch, „es war für sie eine Lebensschule. Die aufrechte Haltung, der stolze Gang und der offene Blick wurden geschult, Ausstrahlung und  Persönlichkeit entwickelt und nicht zuletzt wurde den Kindern sehr viel Disziplin und Körperbeherrschung abverlangt.“ Die Begeisterung der Eltern, die diese Bemühungen stets unterstützten, seien für ihn und seine Frau „eine totale Freude“ gewesen, sagt Felsch.

Fünf Tiroler Meisterschaften richtete das Tanzsportzentrum Pillerseetal aus, zweimal gestaltete man die Mitternachtseinlage am Tiroler Ball in Wien und zwei Paare durften sogar am Wiener Opernball teilnehmen. Unter dem Strich allesamt unvergessliche Erlebnisse für die Kinder und Jugendlichen aus dem Pillerseetal.

2011, als die Riege der Nachwuchstänzer am größten war und sich deren sportlichen Leistungen auf dem Höhepunkt befanden, musste Horst Felsch mit dem Tod seiner Gattin Heidemarie einen schweren, persönlichen Schicksalsschlag hinnehmen. Auch für den Tanzsportclub war dies ein großer Verlust, sagt Felsch. „Meine Frau hat den Verein durch ihre Persönlichkeit maßgeblich geprägt. Sie war außerdem eine leidenschaftliche Tänzerin, hat die Kostüme geschneidert und an den Choreographien mitgearbeitet.“   

Als Obmann wollte Felsch seither zurücktreten. In seinem Nachfolger Ernst Niedermoser weiß er den Tanzsportclub Pillerseetal nun in guten Händen und mit den Trainerinnen  Magdalena Trixl und Nadine Fischer  sieht er die Fortsetzung einer erfolgreichen Jugendarbeit gesichert. Er selbst sei glücklich über die Anerkennung seiner Arbeit, die ihm bei seinem Abschied zuteil geworden ist, sagt Horst Felsch bescheiden.

Tanzgruppen für Senioren

Mit dem Tanzen hat er freilich nicht aufgehört: Seine tänzerische Zukunft sieht der mittlerweile geprüfte Seniorentanztrainer nun bei der älteren Generation. In Virgen hat sich bereits eine 27-köpfige Damenrunde gefunden, die er mit viel Umsicht und Erfahrung zur Bewegung animiert. „Mit dem Tanzen kann man bei den Menschen so viel Positives bewegen, das möchte ich den Seniorinnen gerne weitergeben.“ Alexandra Fusser

Bild: Heidemarie und Horst Felsch am Höhepunkt ihrer Tanzsportkarriere: Das Ehepaar wurde 2008 österreischischer Meister in der höchsten Seniorenklasse.

 
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