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Kitzbüheler Anzeiger
01.04.2024
News  
 

Horn-Liftverbindung bleibt auf Eis

Die Forderungen nach einer Skiverbindung Harschbichl-Kitzbüheler Horn sind neuerlich aufgeflammt. Der Tiroler Landesumweltanwalt erteilt dem jüngsten Vorstoß des Oberndorfer Bürgermeisters jedoch eine Abfuhr. 

Exakt 392 Höhenmeter trennen den höchsten Punkt des St. Johanner Harschbichls (1.604 m) vom Gipfel des 1.996 Meter hohen Kitzbüheler Horns. Die skitechnische Verbindung nannten führende St. Johanner Touristiker daher schon vor vielen Jahren als ihr wichtigstes Zukunftsprojekt, zumal diese das Skigebiet akttraktiver machen würde. 

Pläne landeten in der Schublade

Um die Jahrtausendwende wurden die Pläne unter der Federführung des damaligen St. Johanner Seilbahnchefs Ingo Karl konkreter. Die Wiederbelebung der sogenannten Hoferschneid-Abfahrt sowie die Errichtung einer Gondelbahn auf den Gipfel standen auf der Wunschliste der St. Johanner damals ganz oben.  

Die angestrebte Skiverbindung wurde immer wieder diskutiert und ebenso oft landeten die Pläne auch wieder in der Schublade. Dann wurde es still um diese Zukunftsvision. 

Die Seilbahnunternehmen auf beiden Seiten des Berges waren bekanntlich mit Aufgaben in den eigenen Gebieten beschäftigt. Die St. Johanner Bergbahn, konfrontiert mit Eigentümerwechseln, errichtete die Gondelbahn Eichenhof samt Beschneiung. Die bestehenden Anlagen – sie stammen großteils aus dem Jahr 1987 – warten auf Erneuerung, der Betrieb der Hochfeldlifte wurde sogar eingestellt. Die notwendigen Investitionen liegen zwischen 50 und 60 Millionen Euro, hieß es schon vor zwei Jahren.

Die Bergbahn AG Kitzbühel setzte ihre breit angelegte Modernisierungsoffensive im gesamten Skigebiet fort; darunter fielen auch der Neubau des Brunellenlifts sowie der Raintalbahn am Kitzbüheler Horn. 

Umso mehr überraschte in der vergangenen Woche der Anlauf vom Oberndorfer Bürgermeister Hans Schweigkofler: In einem TV-Interview heizte er die Diskussion über die seilbahntechnische Verbindung auf dem Kitzbüheler Horn neuerlich an und wurde dabei von St. Johanner Wirten unterstützt. Sowohl auf Kitzbüheler als auch auf St. Johanner Seite sind die Bürgermeister – sie sind auch Vorsitzende des jeweiligen Aufsichtsrates – jedoch zurückhaltend. Es bestehe aktuell kein Bedarf, sagt Stefan Seiwald, während Klaus Winkler darauf verweist, dass das St. Johanner Skigebiet Aufholbedarf habe. 

Kostenzer: Schritt in die falsche Richtung

Verwundert ist hingegen Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer. Warum dieses alte Projekt wieder ausgegraben werde, entziehe sich seiner Kenntnis, erklärt er auf Anfrage. „Fakt ist, dass mir weder Pläne dazu bekannt sind noch diesbezüglich Gespräche mit mir geführt wurden.“ Angesichts der Klimaerwärmung stehe er einem Ausbau der Skigebietsinfrastruktur ohnehin sehr kritisch gegenüber, sagt Kostenzer. „Diese Skigebietsverbindung ist ein Schritt in die falsche Richtung und nicht mehr zeitgemäß.“

Kritisch ist auch Alexander Gamper, Tourismussprecher der Freiheitlichen im Landtag und Stadtrat in Kitzbühel: „Die Diskusssion kommt 40 Jahre zu spät.“

Text: Alexandra Fusser  
Foto: TVB/Eisendle 

 

 

 
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