07.11.2017
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Helden haben viele Gesichter

Was ist der Stoff, aus dem Helden sind? Um diese Frage dreht sich das aktuelle Kunstprojekt „KIDS – Kunst in die Schule“, das bereits in sein achtes Bestandsjahr geht. 

St. Johann  | Ulrike Meinhof trifft auf Don Quijotte, Ariadne einen stilisierten Humphrey Bogart. Helden? Anti-Helden? Die Schüler des BG/BORG St. Johann sollen diese Fragen für sich selbst beantworten. Denn Kunst ist ja nie eindeutig. Doch sie ist ein Privileg, wie auch Direktorin Brigitta Krimbacher bei der feierlichen Vernissage erläuterte: „Der Zugang zur Kunst ist manchmal ein schwieriger, durch Zufall kommt man selten dazu. Aber Kunst ist ein Luxus im Denken und wir freuen uns, dass wir uns diesen Luxus an unserer Schule leisten können.“ Auch Landesrätin Beate Palfrader unterstrich, dass der Zugang zur Kunst möglichst früh passieren solle. 

Die Schule biete einen guten Platz dafür und so ist die Aktion KIDS ein willkommener Anstoß, um sich mit verschiedensten Themen auseinander zu setzen. In den acht Jahren seit Beginn von KIDS wurden bereits 36 Schulen erreicht. „Das Schöne daran ist, dass daraus noch weitere Projekte entstanden sind“, freute sich Palfrader. 

Die beiden Kuratoren der aktuellen Ausstellung, Robert Gander und Claudia Mark, führten im Anschluss Schüler des BG/BORG durch die facettenreiche Schau. 

Zwölf Werke im Helden-Olymp

Die Werke, die in St. Johann zu sehen sind, stammen aus der Artothek des Bundes. Die vertretenen Künstler haben nicht nur alle einen Tirol-Bezug, ihre Bilder und Skulpturen setzen sich mit dem Mythos des Helden, bzw. des Heiligen auseinander. 

Unkritische Ikonografie ist dabei fehl am Platz: Hier wird mit harten Bandagen gekämpft, sowohl der hohle Pathos des Kriegshelden wird hinterfragt, als auch die moderne Werbeindustrie mit ihren plakativen Halbgöttern. 

Franz Lettner lässt einen Don Quichotte bildlich gegen Windmühlen kämpfen, Ernst Reyer einen Agenten die See mit einer Pistole in Schach halten.  

„Kunst soll Diskussionen anregen“, unterstrich Kuratorin Claudia Markl bei der Eröffnung. Die zwölf Positionen, die in der Ausstellung in St. Johann vertreten sind, sollen deutlich machen, dass „jede Epoche, jede Kultur ihre eigenen Helden hat.“ Manche bleiben bestehen, manche verschwinden wieder. 

Der Material-Mix macht‘s

Im Rahmen von KIDS werden aber nicht nur verschiedene Themen beleuchtet, auch verschiedenste Techniken und „Medien“ – von Fotografie über Skulptur, Zeichnung oder Video-Collage – sind vertreten. 

Anhand der Werkauswahl lässt sich nachvollziehen, welche Heldentypen die zeitgenössischen Künstler bewegt haben. So hat z.B. auch „Amnesty International“ eine Hommage durch Willi Pechtl erfahren. 

Natürlich war es auch an den St. Johanner Schülern – die „Kollegen“ der NMS St. Johann nahmen ebenfalls teil – ihre eigene Heldenvorstellung zu reflektieren. Auch diese Überlegungen sind bildlich dokumentiert und im BG/BORG nachzuschauen. Elisabeth Galehr

 

 

 
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