07.05.2022
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Großer Schaden durch Kryptobetrug

Der Traum vom schnellen Geld ist für einen 40-jährigen St. Johanner zum Albtraum geworden. Bei einem Schaden im sechsstelligen Eurobereich informierte er die Polizei, der ein außergewöhnlicher Ermittlungserfolg gelang.

St. Johann | Alles von Anfang an: Ein St. Johanner ließ sich durch Werbung auf einem Sozialen Netzwerk zum Investment in Kryptowährungen verleiten. Er gab seine Daten ein und wurde seit Dezember mehrmals von einer ausländischen Telefonnummer kontaktiert. Die hohen Gewinnversprechungen überzeugten den Mann schlussendlich und er tätigte eine Überweisung. Unterstützung bekam er dabei vom Täter, wie Revierinspektor Christoph Hörl von der Polizeiinspektion St. Johann erklärt: „Der Anrufer überzeugte den Mann, Zugang zum Computer zu erhalten, um zu helfen.“ Ein großer Fehler. In der Zeit vom 17. Jänner bis zum 14. März wurden bei diversen Kryptowährungsbörsen mehrere Konten für den 40-Jährigen angelegt. Danach täuschte der Täter vor, die gekaufte Kryptowährung zur Weiterveranlagung auf ein anderes Konto überwiesen zu haben. Dem St. Johanner entstand dabei ein Schaden von einem unteren, sechsstelligen Eurobetrag.
Als die gewünschte Auszahlung nicht möglich war, informierte der Geschädigte die Polizei.

Großer Schaden abgewendet
Die Ermittlungen waren von einem großen Erfolg gekrönt.Durch umfangreiche Ermittlungen des Bezirks-IT- Ermittlers der Polizeiinspektion St. Johann in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Tirol konnten die Transaktionen nachverfolgt werden. „Die Überweisungen waren relativ gut nachvollziehbar und schlüssig“, erklärt Hörl, der die Ermittlungen führte. Auf dem Konto, auf dem sich ein Guthaben von mehreren Bitcoins befand, konnte eine vorübergehende Sperrung erwirkt werden. Rund 1,5 Monate dauerte es, bis der Staatsanwalt die Sicherstellung veranlasste.
Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Innsbruck konnte schlussendlich der gesamte Schaden sichergestellt und auf eine Behördenwallet transferiert werden.
Die weiteren Ermittlungen hinsichtlich der Täterschaft laufen.

Aufwendige Ermittlungsarbeit
„Die Kryptowährungen sind an sich nichts Schlechtes, aber die Unwissenheit der Menschen,  die investieren“, erklärt Revierinspektor Hörl. In den vergangenen zwei Jahren kam es immer wieder zu Anzeigen, die Höhe bei diesem Betrug war aber ungewöhnlich. „Die Betrugsform ist klassisch.“ Der Experte rät, niemals fremden Personen Zugriff auf Handy und Computer zu geben. Bei Werbung im Internet solle man kritisch sein.
Der Geschädigte kann sich freuen- das ganze Geld bekommt er zurück. Seine Reaktion? „Er hat sich bedankt“, sagt Hörl. Der Polizei gelang der erste derartige Ermittlungserfolg in Tirol, wahrscheinlich in Österreich.

Gewinne werden nun besteuert
Nachdem viele Menschen in Kryptowährungen investiert haben, hat auch die Österreichische Finanz neue Regeln erlassen. Seit März 2022 gilt das Gesetz zur Besteuerung von Gewinnen aus dem Verkauf von Kryptowährungen. Gewinne werden mit 27,5 Prozent KESt belegt. Verena Mühlbacher

Bild: Das Angebot zum Ankauf von Krypto-Währungen ist in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. Das Risiko bleibt aber hoch. Foto: getty images

Kurz notiert - Warnung der Arbeiterkammer
Bezirk | Die Arbeiterkammer warnt vor unreflektiertem Umgang mit Geld, denn unerwünschte Anrufe und besonders übertriebene Gewinnversprechen – das sind Zeichen für nicht astreine Investmentplattformen. AK Konsumentenschützer Christian Prantner betont: „Kryptoplattformen sind unseriös, wenn sie Konsumenten mit unerwünschten Werbeanrufen – also ohne vorherige Einwilligung – belästigen. Dieses Cold Calling ist in Österreich verboten.“ In einem Informations-Video wird auf die Schattenseiten des Bitcoin-Hypes hingewiesen. veh

 
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