23.07.2018
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„Gehen Sie zum nächsten Schalter“

Seit der Bahnschalter in St. Johann abgeschafft wurde, häufen sich die Beschwerden. „Wenn man sich beim Automaten verdrückt hat, wird man aufgefordert, zum nächsten Schalter zu gehen – sehr lustig“, erzählt GVin Christl Bernhofer. Die ÖBB arbeitet nun an einer alternativen Lösung.

Umweltfreundlich und stressfrei mit der Bahn unterwegs sein – für einige, die ihr Ticket nicht im Internet kaufen wollen bzw. können, beginnt die Zugfahrt aber bereits mit Stress. Wie in vielen anderen Orten, gibt es auch in St. Johann keinen besetzten Ticketschalter mehr. Die Zugfahrkarten können ausschließlich am Automaten gezogen werden. „Selbst ich als EDVler tue mich da manchmal schwer, das richtige Ticket zu lösen“, gibt Bürgermeister Stefan Seiwald (VP) zu.

„Steige in Wörgl aus und kaufe dort das Ticket“
GVin Christl Bernhofer (Liste Soli) hat auch schon einige Erfahrungen mit dem Ticketautomaten gesammelt. „Besonders längere Zugreisen oder mehrere Tickets sind fast unmöglich zu buchen. Manchmal steige ich in Wörgl aus und gehe dann dort zum Schalter“, erzählt Bernhofer. Einmal hatte sie das falsche Ticket erwischt und bei der angegebenen Hotline angerufen. „Dort hat man mir dann erklärt, dass ich mich an den nächsten Schalter wenden soll – sehr lustig“, so Bernhofer.

In Kitzbühel gibt es noch einen Schalter
Im benachbarten Kitzbühel, das weniger Einwohner als St. Johann aufweist, gibt es nach wie vor einen Ticketschalter – auch das stößt auf Unverständnis bei den St. Johanner Bahn-Gästen. „Der Ticketschalter in der Bezirkshauptstadt Kitzbühel wird stärker frequentiert“, erklärt dazu ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair.
Aufgrund der Beschwerden hat Bürgermeister Stefan Seiwald bereits das Gespräch mit der ÖBB gesucht. „Realistischerweise müssen wir wohl hinnehmen, dass es keinen besetzten Schalter in St. Johann mehr geben wird, denn die Personalkosten rechnen sich nicht“, informiert der Bürgermeister.

Externe Partner werden gesucht
An einer anderen alternativen Lösung zum Ticketautomaten oder Online-Kauf wird jedoch gearbeitet, wie auch die ÖBB bestätigt. So sollen externe Betriebe in Bahnhofsnähe die Möglichkeit erhalten, Bahntickets zu verkaufen. „Die Kunden sollen dort die gleiche Produktpalette erhalten, wie am Ticketschalter. Gespräche mit möglichen externen Partner laufen bereits“, berichtet Gasser-Mair.

Alternativer Ticketkauf soll bald möglich sein
Ein großer Vorteil für die Bahnkunden wären die längeren Öffnungszeiten, wenn Tickets auch in Geschäften oder Gastronomiebetrieben gekauft werden können. „Unser Ziel ist es, bis in den Herbst hinein unseren Kunden und Partnern hier Ergebnisse präsentieren zu können“, informiert Gasser-Mair.
Außerdem will die ÖBB spätestens im Herbst wieder kostenlose Automatenschulungen im St. Johanner Bahnhof anbieten. Johanna Monitzer

Foto: „Selbst ich als EDVler tue mich oft schwer,  am Automaten das richtige Ticket zu lösen“, gesteht Bürgermeister Stefan Seiwald. Die ÖBB will nun mit externen Partnern einen Ticketverkauf starten. Foto: Monitzer

 
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