07.02.2022
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Gehaltszulage entspannt Situation

Nicht nur die Corona-Pandemie sorgt für einen akuten Personalmangel im Bezirkskrankenhaus. Die Hoffnung liegt derzeit bei den ersten Diplom-Absolventen der Krankenpflegeschule im „Medicubus“.

St. Johann | Hinter Pflegedirektor Harald Sinnhuber und Verwaltungsdirektor Christoph Pfluger liegen mehr als harte Monate – nicht nur die Coronapandemie sorgte im Bezirkskrankenhaus St. Johann für eine prekäre Situation, es waren in den letzten Wochen vor allem die fehlenden Pflegekräfte. Bei weitem nicht alle Stationen konnten daher auf Hochtouren arbeiten.
Insgesamt mussten 39 Krankenhausbetten vorübergehend  stillgelegt werden. „Wir haben derzeit 15 unbesetzte Vollzeitstellen“, klärt Harald Sinnhuber auf. Weitere Ausfälle - das betrifft etwa 40 Pflegekräfte -  sind unter anderem im Krankenstand, in Quarantäne oder freuen sich auf Nachwuchs. Für Sinnhuber und sein Team ist die Situation kaum mehr zu händeln.

Corona ist derzeit kaum ein Thema. Auf der Intensivstation liegt glücklicherweise kein Coronapatient mehr, auf den Normalstationen sind es noch 13 Patienten. Wobei fünf Patienten aufgrund anderer Diagnosen eingeliefert wurden und erst im Rahmen des obligatorischen Coronatests die Krankheit festgestellt wurde. Auf der Kinder-Covidstation wurden Anfang der Woche noch  drei Patienten betreut. Die Impfquote liegt beim Personal übrigens bei über 90 Prozent. Sinnhuber und Pfluger danken auch ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr unermüdliches Engagement vor allem in den vergangenen zwei Jahren.
Das Krankenhaus selbst ist mit 70 Millionen Euro Jahresbudget einer der größten Wirtschaftsfaktoren in der Region.

Land Salzburg hat höheres Lohnniveau
Viele der rund 400 Pflegerinnen und Pfleger stammen aus dem Pinzgau. Das gute Betriebsklima, sagt Sinnhuber, selbst Pinzgauer, aber auch die guten Verkehrsanbindungen sowie andere positive Dinge, wie der hauseigene Kindergarten,  waren bisher Zuckerl, mit denen das Spital punkten konnte.
Doch im Laufe des letzten Jahres haben fast 20 Pflegekräfte das Haus in Richtung Salzburg verlassen. Die Gehälter seien im Pflegebereich Ländersache, sagen Sinnhuber und Pfluger. Und die seien bei den Nachbarn um rund 200 bis 400 Euro monatlich höher. Die St. Johanner mussten sich was einfallen lassen. „Der Gemeindeverband hat die Auszahlung einer besonderen Zuwendung beschlossen“, erklärt Pfluger. Bis zu einem Monatsgehalt wird dieses bei den Diplokrankenpflegern- und Pflegefachkräften jährlich ausmachen. Und der Erfolg dürfte den Spitalsbetreibern recht geben – die Abwanderungsspirale ist vorerst gestoppt, wie Sinnhuber erklärt.

Doch noch fehlen weitere Fachkräfte. Ausgebildet werden diese derzeit im „Medicubus“. 33 Diplmonkrankenpfleger werden im Herbst fertig, 20 fangen im Spital an. Der Rest wird dringend in den Alten- und Pflegeheimen sowie den Sozialdiensten im ganzen Bezirk benötigt. Sinnhuber ist zuversichtlich, mit November wieder alle Stellen besetzen und damit auch wieder alle Betten betreiben zu können.
„Wir haben von Seiten des Landes die Genehmigung erhalten, im Herbst noch einmal mit einer Diplom-Ausbildung zu starten“, klärt Pfluger auf. Diese Ausbildungsschiene wird zukünftig in einem dreijährigen Bachelor-Fachhochschullehrgang angeboten, ansonsten gibt es nur noch einen zweijährigen Lehrgang. Bis zu vier weitere Diplomlehrgänge werden in den nächsten Jahren in jedem Fall noch durchgeführt. Sinnhuber und Pfluger, beide arbeiteten selbst als Pfleger, hoffen auf viele Bewerber, „denn dieser Beruf gibt soviel zurück.“ Margret Klausner

Bild: Sind optimistisch, bald alle Stellen besetzen zu können: Pflegedirektor Harald Sinnhuber und Verwaltungsdirektor Christoph Pfluger (v.l.). Foto: Klausner

Daten & Fakten - Krankenhaus in Zahlen
Das Krankenhaus St. Johann hat eine lange Tradition. Bereits 1879 wurde das Gemeindespital an jener Stelle erbaut, wo sich heute das Pflegeheim befindet und 1928 wurde der erste Operationssaal eingerichtet. Als Bezirkskrankenhaus wurde vom Krankenhausverband Bezirk Kitzbühel 1964 übernommen.

In den 1980er-Jahren wurde der Ruf nach einem Neubau lauter. Die Gemeinde konnte das frei gewordene Areal neben dem bestehenden Krankenhaus erwerben. Hier wurde 1991 der heutige A-Trakt und 2013 der Erweiterungsbau (B-Trakt) errichet. Heute hat das Krankenhaus 274 Betten, rund 750 Menschen arbeiten imHaus. Quelle: BKH St. Johann

 
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