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Kitzbüheler Anzeiger
06.08.2022
News  
 

Gegen die Energiekrise gewappnet

Die Energiekrise und ihre möglichen Folgen beschäftigen auch die Seilbahner im Bezirk. Optimiert wird schon seit Jahren, wie u.a. das Projekt „Snowsat“ zeigt.

Kitzbühel | Die Vorbereitungen für die kommende Wintersaison, die nach der zweijährigen Coronapandemie endlich wieder ein „Winter wie damals“ werden könnte, laufen bereits.
Doch die massiven Strompreiserhöhungen, aber auch ein möglicher Gasengpass, sorgen inzwischen auch bei den Bergbahnbetreibern im Bezirk für Sorgenfalten. Wenn sie auch guter Dinge sind, dass die Seilbahnen laufen wie eh und je. Es war die feurige Rede des obersten österreichischen Seilbahners, Franz Hörl, bei einer Eröffnung in Vorarlberg, die das Thema ins Bewusstsein rückte. So forderte er die Versorgungssicherheit für die Seilbahnen ein und kündigte an, dass man sich schon zu wehren wisse, wenn dem nicht so sei.
Das Thema Energie und dessen sparsamer Verbrauch ist allerdings nicht erst seit heuer in den Köpfen der heimischen Bergbahnbetreiber verhaftet. Wenn auch nicht in dieser Intensitität wie derzeit, wie der Vorstand der Bergbahn AG Kitzbühel, Anton Bodner, erklärt.

Energie-Jour Fixe findet alle zwei Wochen statt
Den vorsichtigen Umgang mit den Ressourcen habe es jedoch schon immer gegeben. Derzeit treffen sich die Kitzbüheler Verantwortlichen im 14-tägigen Rhythmus und besprechen mögliche Einsparungen. „Da werden dann unterschiedliche Themen angesprochen. Wie schaut es mit den Beleuchtungskörpern aus, kann man diesen oder jenen automatischen Türschließer ändern“, zählt Bodner die Fragen auf, die besprochen werden. Bereits im letzten Jahr haben die Kitzbüheler die Sitzheizungen der Sessel- bzw. Gondelbahnen umgestellt. Wurden diese bisher beim laufenden Betrieb immer geheizt, ist das jetzt nur noch so, wenn jemand in der Gondel oder am Sessel sitzt.

Im Vorjahr wurde überdies eine erste Photovoltaikanlage errichtet, heuer kommt eine weitere hinzu. An allen größeren Verbrauchsstellen wurden Zählpunkte installiert, außerdem werden alle elektronischen Geräte vom Untertischboiler bis zur Schreibtischlampe oder auch die beheizten Regenrinnen auf Stromsparmöglichkeiten unter die Lupe genommen.
Auch das Thema „Aquarena“ steht auf der Agenda ganz oben. Diese wurde ja vor einigen Jahren auf Gas umgestellt. Hier prüfen die Betreiber, ob es auch andere Möglichkeiten gibt. Für Bodner stehen natürlich nicht nur die Lifte und Bahnen im Vordergrund, auch der Busverkehr oder auch die normalen Betriebsautos, die im Einsatz sind, werden auf mögliche Einsparungen geprüft.

„Wir stellen uns derzeit die Frage, was und hilft, Energie besser und effizienter einzusetzen, ohne dass der Kunde etwas merkt. Wo können wir sparen, ohne den Kundennutzen zu reduzieren“, betont Bodner. Das  sei auch deshalb wichtig, weil „wir derzeit nicht wissen, ob wir Vorgaben bekommen.“ Er könne natürlich derzeit auch nicht sagen, wie es gehen solle, wenn zu wenig Strom da ist.

Derzeit noch keine sicheren Informationen
Solche Gedanken will Andreas Brandtner von der Steinplatte  in Waidring gar nicht erst aufkommen lassen: „Wir bereiten uns wie alle Jahre auf die Wintersaison vor. Wir haben aber bisher keine Informationen, auch von den Energieversorgern nicht.“ Das Thema sei ja auch nicht erst seit heuer auf dem Tisch. Jeder Betrieb in der Branche optimiert sich. Dass gespart wird, ist ja nichts Neues, das sei Standard. Er habe im Übrigen Verträge mit den Versorgern. Er hofft, dass diese eingehalten werden. „Ich bin optimistisch. Der letzte Winter hat mir gezeigt, wenn es nur halbwegs geht, dann haben wir immer noch einen brauchbaren Erfolg“, betont Andreas Brandtner.
Bereits zum achten Mal in Folge wurden die Westendorfer als „Umweltfreundlicher Skibetrieb“ ausgezeichnet. Das zeige schon, sagt Geschäftsführer Stefan Grafl, dass die Westendorfer viel Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Vom Gas sind die Brixentaler nicht abhängig. Und die Eindeckungen seien auch schon gemacht. „Wir optimieren unsere Abläufe schon seit langem“, betont Grafl. So wird in der Beschneiung mit dem „Snowsat“-System gearbeitet, das genaue Schneemessungen durchführt. Die Pistenfahrzeuge sind ebenfalls mit GPS ausgerüstet, wodurch die Schneemengen festgestellt werden können. Das Beschneien wird viel effizienter. Natürlich sind derzeit alle hellhörig, weiß Grafl, aber eines steht auch fest: „Einfach einen Lift abschalten geht nicht.“ Margret Klausner

Bild: Bei den Kitzbüheler Bergbahnen wird Einsparung groß geschrieben. Derzeit wird vom Untertischboiler bis hin zur Gebäudebeleuchtung alles unter die Lupe genommen. Foto: Hoyer

 
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