18.09.2020
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Freibäder mit blauem Auge

Zahlreiche Herausforderungen und neue Regelungen sowohl für Betreiber als auch Gäste prägten die Sommersaison. Schlussendlich zeigen sich die Tiroler Bäder den Umständen entsprechend zufrieden.

Innsbruck, Bezirk | Die Sonne zeigt sich dieser Tage nochmals von ihrer besten Seite, doch eine der wohl außergewöhnlichsten Sommersaisonen neigt sich langsam dem Ende zu. Die Freibäder schließen in den kommenden Tagen bzw. Wochen ihre Pforten und zogen Bilanz bei einer Pressekonferenz, im Zuge derer auch der neue Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter vorgestellt wurde.

Tirolweit elf Prozent weniger Besucher
Der aktuelle Ausnahmezustand spiegelt sich in den Auswertungen wieder. Gegenüber dem Vorjahr sind die Besucherzahlen um knapp 11 Prozent auf insgesamt 2,2 Millionen Besucher gesunken. Auch der Umsatz weist einen Rückgang auf: Mit einem deutlichen Minus von 18,7 Prozent erwirtschafteten die Tiroler Bäderbetriebe dieses Jahr nur 12,4 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde der Mitarbeiterstand jedoch gehalten.

Schwarzsee bleibt beliebte Abkühlung
Beim öffentlichen Strandbad Schwarzsee konnten alle fünf Mitarbeiter, davon drei Bademeister und zwei Kassierinnen, dem Betrieb erhalten bleiben. „Wir hatten rund 40.000 Eintritte“, sagt Seereferent Rudi Widmoser und verweist auf ein durchschnittliches Jahr. „Wir sind gut über die Runden gekommen und auf dem Stand vom vergangenen Jahr“. An ganz heißen, schönen Sommertagen gab es beinahe Probleme mit dem Abstandslimit: „Wir waren ab und zu kurz vorm Zusperren, da wir die Höchstzahl mit 1500 Badenden erreicht haben. Es ist sich aber noch knapp ausgegangen“, erklärt Widmoser.

Verregnete Tage im Hallenbad spürbar
Der Startschuss zur Bäderöffnung erfolgte heuer erst am 29. Mai, der anschließende Juni präsentierte sich sehr verregnet, auch im klassischen Bademonat Juli gab es einigermaßen viel Niederschlag. Deutlich zu spüren bekam man die verregneten Tage in der Panorama Badewelt. Mit 120 Besuchern war die Höchstzahl im Hallenbad überschaubar und dementsprechend schnell erreicht. „Im Hallenbad haben wir daher sicher ein Minus, im Freibad war die Saison halbwegs ok“, heißt es dort auf Anfrage. Mit einer 4-Stunden Beschränkung der Badekarte wollte man mehr Gästen Badespaß bieten. An die sonstigen Zahlen kam man aber beiweitem nicht heran.
Mit 13.000 m2 Fläche waren im St. Johanner Freibad 1400 Badegäste erlaubt. „Aufgrund der Dichte der Bäder in den Nachbargemeinden hat sich das alles gut aufgeteilt“, schildert ein Mitarbeiter. Eine Schließung war nicht nötig.

Durchschnittlicher Sommer
„Insgesamt blicken wir in Tirol auf einen eher durchschnittlichen Sommer zurück. Doch gerade die durchwachsene Wettersituation und der ausbleibende Riesenansturm kamen uns in gewisser Weise entgegen. Die 6 m2Wasserfläche pro Badegast sowie sonstige Abstandsregeln konnten eingehalten werden. Auch, wenn sowohl die Umsatz- als auch die Besucherzahlen einen Verlust aufweisen, sind die Bäder mit einem blauen Auge davon gekommen und glücklich darüber, dass kein einziges Bad schließen musste“, schaut Berufsgruppenobmann Ulrich Mayerhofer auf die vergangenen Monate zurück.

Freibäder punkteten mit Platzangebot
Jene Bäder, die über parkartige Liegewiesen verfügen, konnten  mit dem Platzangebot punkten, während Erlebnisbäder stärkere Einbußen verzeichneten. Insgesamt haben sich 67 Betriebe – davon 42 Freibäder und 25 Erlebnisbäder –an der aktuellen Umfrage der Tiroler Wirtschaftskammer beteiligt. Außerdem wurden 500 Tiroler zu den Maßnahmen in der Badesaison befragt, welche in den Bädern einzuhalten waren. Im Nachhinein sahen 89 Prozent die Vorkehrungen und Hygieneregeln als gerechtfertigt. KA, veh

Die letzten Schwimmtage gehören bald der Vergangenheit an. Ruhiger wird es auch beim Schwarzsee. Foto: Krimbacher

 
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