11.12.2021
News  
 

Fake-News auf dem Vormarsch

Verschwörungstheorien gibt es seit es Menschen gibt. Früher glaubte man an Hexen und Außerirdische, heute tummeln sich krude Aussagen in Sozialen Netzwerken. Das Hauptthema: die Corona-Pandemie.

Bezirk, St. Ulrich | Bei all den Aussagen wird mittlerweile nicht einmal von dem höchstpersönlichen Lebensbereich Abstand gehalten. Der Tod des Pfarrers von St. Ulrich wurde mit der Corona-Impfung in Zusammenhang gebracht. In den Sozialen Netzwerken kursiert ein Posting, wonach der Pfarrer zur Impfung genötigt wurde, da er ansonsten nicht mehr hätte predigen dürfen. Außerdem sei er einen Tag nach der Impfung verstorben. Kurt Sonneck, Presseverantwortlicher der Erzdiözese Salzburg widerspricht dem klar: „Pfarrer Santan Fernandes ist laut Arzt eines natürlichen Todes gestorben. Außerdem zwingt die Erzdiözese niemanden zur Impfung“.

Was darf man teilen?
Schaut man sich den Inhalt des mehrfach geteilten Posts genauer an, dann fällt eine Tatsache ins Auge. Es stimmt nicht einmal das Todesdatum, denn der Priester ist einen Tag früher verstorben. Außerdem hat ein Pfarrerkollege im Netz  mehrmals den Angaben widersprochen. Bisher nicht von Erfolg gekrönt.
Von Seiten der Polizei wird den Nachrichten nachgegangen, die sie selbst betreffen. „Denn Blödsein ist nicht strafbar“, heißt es von der Pressedienststelle Tirol und es wird präzisiert, dass die Aussagen strafrechtlich nicht verfolgt werden. „Privatrechtliche Klagen können aber folgen.“

Geklärte Meldung
In dieser Woche wurden weitere Beispiele von Fake-News bekannt, wie die Polizei berichtet. Nach Meldungen über den Tod eines Polizisten, der angeblich aufgrund einer Impfung verstorben sei, ist der Polizei ein Ermittlungserfolg gelungen: Ein 53-jähriger Steirer zeigte sich geständig, die Nachricht verfasst zu haben. Tatsächlich hatte der Polizist die Impfung gar nicht erhalten.
Ebenso gab der Mann an, dass sein Hausarzt insgesamt 146 Corona-Impfungen verabreicht hätte. Dabei seien 16 Impfschäden aufgetreten. Dies verbreitete er mittels Messenger-Dienst. Eine Falschmeldung, wie der Mann bei der Polizei zugab.

Inhalte genau prüfen
Die Plattform Safer Internet hat sich zum Ziel gesetzt, einen sicheren Umgang im Internet zu fördern. Außerdem wird vor Fake News gewarnt, denn Falschmeldungen werden oft absichtlich im Internet in Umlauf gebracht. „Das Ziel dahinter ist, möglichst viele Leute zu narren, erschrecken, verunsichern oder Stimmung gegen eine bestimmte Sache bzw. Bevölkerungsgruppe zu machen,“ betonen die Verantwortlichen von Safer Internet. Verena Mühlbacher

Bild: Auf den ersten Blick ist das Erkennen von Falschmeldungen nicht so einfach. Foto: pixabay

Außerdem - Tipps zum News-Umgang
Auf der Plattform Safer Internet befinden sich viele Tipps zum sicheren Umgang mit dem Internet. Grundsätzlich gilt, bei Online-Nachrichten skeptisch zu sein. Reißerische Titel, Verallgemeinerungen und emotionale Begriffe sowie fehlerhafte Quellen können darauf hinweisen.
Online-Dienste wie www.mimikama.at oder www.hoaxmap.org decken Falschmeldungen und Gerüchte auf. In den meisten Sozialen Netzwerken kann man ungeeignete Inhalte oder Spam-Nachrichten direkt an die Seitenbetreiber melden.

 
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