25.04.2018
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„Es muss sich richtig anfühlen“

Auch „Leyya“ hat einmal klein angefangen. Frontfrau Sophie lernte, wie viele andere Kinder, zuerst Blockflöte in der Musikschule. Der Kitzbüheler Anzeiger traf das Duo vor seinem  Auftritt in Hopfgarten.

Die beiden äußerst sympathischen Musiker definieren ihre Konzerterfolge nicht nach Bühnengröße und  vertrauen auf ihre Intuition.

Ihr spielt auf den größten Festivalbühnen Europas, kommt gerade aus Mexico und den USA – und nun Hopfgarten.

Sophie: Wir sind da nicht so heikel. Wir selektieren nicht nach Stadtgrößen, sondern es muss sich einfach gut anfühlen.
Marco: Vor allem sind in so kleinen Ortschaften die Konzerte oft enorm witzig. Es kommt ein ganz anderes Publikum – meist alle Altersschichten querdurch, weil es nicht so ein großes Veranstaltungsangebot wie in Großstädten gibt.

Ihr stammt auch vom Land, aus dem kleinen Nest Eferding in Oberösterreich. Wie schafft man es so erfolgreich zu werden? Glück? Fleiß?

Sophie: Wir haben sicher noch viel Arbeit vor uns, um dauerhaft erfolgreich zu bleiben - und es ist wirklich extrem viel Arbeit. 100 Prozent Energie. Du musst dich komplett auf die Musik fokussieren. Und dann musst du das Glück haben, die richtigen Leute zu treffen, mit denen du zusammenarbeiten kannst. Es ist eine Mischung aus harter Arbeit und Glück.

Bei uns besuchen viele Kinder eine Musikschule. Seit ihr auch auf einer gewesen?

Sophie: Ja, auch bei uns in Oberösterreich ist das Netz an Musikschulen sehr groß. Es war üblich, als Kind ein Instrument zu lernen. Ich habe ganz klassische mit Blockflöte begonnen.
Marco: Ich hab gleich mit Schlagzeug gestartet, weil mich das interessiert hat. Ich versteh oft nicht, warum jeder immer als erstes Blockflöte lernen muss. Kindern taugt das oft nicht.

Woher kommt euer Bandname „Leyya“? Im Internet steht, dass Leyya das Wort der Inuit für „Vermarktungsstrategie“ sei - echt jetzt?

Sophie und Marco: Das ist ein Schmäh!
Sophie: Der Name ist eine freie Erfindung.
Marco: Die Ironie dahinter ist, dass der Name eigentlich nix bedeutet. Aber es wird viel darüber spekuliert.

Ihr habt mit eurem Debütalbum relativ schnell großen Erfolg gehabt. Wie seit ihr mit dem Druck nun beim zweiten Album „Sauna“ umgegangen?

Marco: Ich glaube Druck ist das falsche Wort. Wir wollten auf jeden Fall auf dem zweiten Album andere Musik machen. Wir wollten schauen, wo es uns hin treibt, was sich richtig anfühlt. Ganz wichtig ist es für uns, authentisch zu bleiben. Es checkt jeder, auch wenn er sich bei Musik nicht auskennt, wenn du etwas vorspielst, was du nicht bist. Man darf auch nicht zu viel über Musik nachdenken, sonst wird es schnell verkopft.

Was oder wer inspiriert euch?

Marco: Bei mir muss es nicht unbedingt Musik sein. Wir sind in den letzten zwei Jahren viel herumgereist – das inspiriert mich sehr.
Sophie: Wahrscheinlich inspiriert uns einfach das Leben. Wenn man Musik macht, versucht man die Dinge zu verarbeiten, die man tagtäglich erlebt.
Marco: Spezifische Künstler inspirieren uns eigentlich gar nicht. Wir wollen ja nicht nach irgendjemand anderem klingen. Ich hoffe, dass wenn man unsere Musik hört nicht sagt, die klingen wie der oder der.  

Worauf freut ihr euch in Zukunft?

Marco: Kommt darauf an, wie die Zukunft wird! Ich hoffe, wir können weiterhin vom Musikmachen leben.
Sophie: Dem stimme ich zu. Das Business ist so schwierig und kurzlebig. Also ist es eigentlich besser, sich nicht zu viele Gedanken über die Zukunft zu machen. Man weiß ja nicht mal, was in zwei oder drei Monaten sein wird. Wir leben von Tag zu Tag. Wir schauen, was passiert.

Johanna Monitzer

Daten & Fakten
Aus dem Nichts zum Erfolg
Das Trip-Hop-Duo „Leyya“, bestehend aus Sophie Lindinger und Marco Kleebauer, schafften es 2015 praktisch aus dem Nichts  zu einem bemerkenswerten Erfolgslauf. „Superego“ war der Anlassfall, der seither mehrere Millionen Spotify-Plays, Radioeinsätze und TV- und Werbeverwertungen auf der ganzen Welt nach sich zog.

Die Band erhielt 2017 den prestigeträchtigen „FM4 Award“ bei den Amadeus Austrian Music Awards. Sie spielen auf Festivals und Konzerten weltweit.

Im Februar dieses Jahres brachten sie ihr zweites Album „Sauna“ (derzeit Platz zwölf der Austrocharts) heraus.
Die beiden stammen ursprünglich aus Eferding (Oberöstereich), leben aber mittlerweile in Wien.

 
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