17.01.2021
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„Es geht um die Bewohner“

Seit September steht das Altenwohnheim Kitzbühel unter einer neuen Führung. Als neuer Geschäftsführer ist Sven Kolozs-Haid nicht nur für das Altenwohnheim sondern auch für das Tagesseniorenzentrum, die Kurz- und Übergangspflege, den Sozial- und Gesundheitssprengel, die Hauskrankenpflege, den Hort, die Kinderkrippe und das Jugendzentrum, das EKIZ, die Tagesmütter  sowie die Familienberatung zuständig.

Kitzbühel | Nur kurz war die Phase, in der der neue Geschäftsführer des Altenwohnheims Kitzbühel seine neue Wirkungsstätte kennenlernen und sich einarbeiten konnte. Mit 1. August trat Sven Kolozs-Haid seinen Dienst an. Seit Mitte September leitet er das Haus. „Jedes Haus ist eine eigene Welt. So wie man mir die Chance gibt, mich einzuarbeiten und alles kennenzulernen, gebe ich auch dem Haus die Chance mich kennenzulernen. Für alle Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige steht meine Tür offen“, sagt der gebürtige Grazer, der in Innsbruck aufgewachsen ist. Sven Kolozs-Haid ist verantwortlich für 118 Bewohner und 150 Mitarbeiter allein im Altenwohnheim in allen Bereichen.

„Es geht um die Betreuung der Bewohner“
„Für mich ist es wichtig, dass die Heimleitung bzw. Geschäftsführung von der Pflege Ahnung hat, denn es geht um die Betreuung der Bewohner“, sagt Sven Kolozs-Haid, der in seiner bisherigen Laufbahn alle Stufen der Pflege durchgemacht hat. Begonnen hat er als Hilfspfleger, machte dann die Ausbildung zum Pflegeassistenten und Diplompfleger. In seinen bisherigen Dienstverhältnissen baute er eine Demenz-Station auf, übernahm eine Stationsleitung in der Klinik, arbeitete als Pflegedienstleitung und war zuletzt Bereichsleiter im Privatklinikum Rum. „Nach 15 Jahren wollte ich aus der Pflege raus, aber ich wollte immer schon diesen Weg gehen, mein Ziel war das Management“, erzählt Kolozs-Haid, der bereits diverse Ausbildungen dafür absolviert hat und im März die nächste Weiterbildung mit dem MBA im Gesundheitswesen startet.

Start mit Hindernissen
Die Einschulungsphase verlief nicht gerade so, wie es sich der neue Geschäftsführer vorgestellt hatte, jedoch bleibt seine Sichtweise positiv: „Mit den Herausforderungen wächst man“, sagt Kolozs-Haid, der von den Mitarbeitern unterstützt wird und die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bei seinem Start im AWH Kitzbühel war die erste Phase der Pandemie vorbei, ehe im September/Oktober die zweite Welle startete. „Die Pandemie war sicherlich eine schwierige Zeit, um neu anzufangen und sich gut einzuarbeiten. Aber man lernt nie aus“, sagt Kolozs-Haid. Die wirtschaftliche Seite und die Anforderungen der Pflege unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung.

Der neue Geschäftsführer möchte sich auch bei seinen Mitarbeitern bedanken, denn die Anforderungen sind seit November, mit dem neuerlichen Lockdown, gestiegen. „Den ganzen Tag die Maske zu tragen ist belastend und ist auch eine zwischenmenschliche Barriere“, sagt Kolozs-Haid. Die Verschärfungen der Maßnahmen und laufenden Neuregelungen für die Besucher versucht man seitens des AWH Kitzbühel über alle möglichen Kanäle schnell zu kommunizieren. „Unsere Mitarbeiter sind sehr bemüht, alles zu tun, um die Bewohner zu schützen, aber auch um die Tage schön zu gestalten. Da keine Durchmischung der Stockwerke erfolgen soll, erfolgt die Animation in kleineren Gruppen. Es ist bewundernswert, was unsere Leute außerhalb der Pflege leisten“, sagt Kolozs-Haid, der auch die belastende Situation seiner Mitarbeiter kennt, die stets bemüht sind, das Virus vom Haus fern zu halten. „Es braucht hier mehr Wertschätzung. Klatschen alleine reicht nicht. Es braucht Gehör. Der Pflegeberuf soll attraktiver werden und der Mangel an Mitarbeitern behoben werden. Es gehört mehr bezahlt und die Arbeitszeit geändert“, richtet Kolozs-Haid seine Worte an die Regierung. „Wenn man jetzt nicht erkennt, wie wichtig diese Berufe sind, wird man es nie erkennen. Die Pflege ist viel mehr als nur ‚warm, sauber, satt‘. Viele glauben, Pflege ist einfach nur körperlich, aber das ist es bei Gott nicht, da gehört viel mehr dazu. Es muss auf die Leute in den Gesundheitsberufen mehr eingegangen werden“, sagt Kolozs-Haid.

Seitens des Trägers des Hauses, der Stadtgemeinde Kitzbühel, gab es eine Anerkennung für die Leistung der Mitarbeiter. Anstelle der Weihnachtsfeier, die aufgrund der Pandemie ja nicht stattfinden konnte, gab es Kitz-Zehner.
Was hier für die Mitarbeiter getan wird, ist toll. Angefangen vom Mitarbeiter-Frühstück bis zum Gratis-Kaffee – das gibt es nicht überall. Die Küche im Haus hat Restaurant-Status und kocht sehr gut,“ hebt Geschäftsführer Sven Kolozs-Haid die Vorzüge des Hauses hervor.
Handlungsbedarf sieht der neue Geschäftsführer am Gebäude. „Das Gebäude ist wirklich alt und viele Umbauarbeiten sind dringend notwendig, um es auf den neuesten Stand zu bringen“, blickt Kolozs-Haid künftigen Herausforderungen entgegen. Elisabeth M. Pöll

Bild: Der neue Geschäftsführer im AWH Kitzbühel, Sven Kolozs-Haid. Foto: Pöll

 
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