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16.05.2019
News  
 

Es fehlt das klare Bekenntnis

Der Tiroler Landtag beschäftigte sich vergangene Woche nach einem Dringlichkeitsantrag der Liste Fritz mit der Kinder- und Jugendstation am BKH St. Johann. Mehrheitlich beschlossen wurde der Abänderungsantrag der VP/Grüne, der sich für den Erhalt einer bedarfsorientierten Kinder- und Jugendstation aussprach.

Innsbruck | Man kann es als Teil­erfolg sehen. Der Tiroler Landtag sprach sich mehrheitlich für den Erhalt einer bedarfsorientierten Kinder- und Jugendstation am BKH St. Johann aus. Etwaige Einsparungsmaßnahmen und Reduzierungen wurden damit aber nicht gebannt. Genau so ein Bekenntnis hätte die Liste Fritz in ihrem Dringlichkeitsantrag gefordert, nämlich den vollständigen Erhalt der Kinder- und Jugendstation.

Fritz-Antrag wurde abgeändert

Der Dringlichkeitsantrag der Liste Fritz war für den vollständigen Erhalt der Kinder- und Jugendstation am BKH St. Johann. Dieser wurde von ÖVP/Grüne auf den Erhalt des Leistungsspektrums bedarfsorientiert zu erhalten abgeändert. Damit ist nicht sichergestellt, ob das Primariat erhalten bleibt und welche Größe die Station künftig haben wird. Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz) argumentierte in ihrer Rede: „Die Vollauslastung bei einem Krankenhaus liegt bei 75 Prozent, die Kinder- und Jugendstation im BKH St. Johann liegt mit 72 Prozent nahe an der Vollauslastung.“

Bezirks-Abgeordnete setzen sich ein

Im Tiroler Landtag machen sich besonders die beiden Abgeordneten aus dem Bezirk, Claudia Hagsteiner (SPÖ) und Alexander Gamper (FPÖ), für die Erhaltung stark. „Es ist ein erster Teilerfolg“, kommentiert Claudia Hagsteiner, die Entscheidung über die Kinderklinik in St. Johann. „Zufrieden bin ich aber nicht. Unser klares Ziel ist es, die qualitativ hochwertige und standortnahe Gesundheits- und Pflegeversorgung sicherzustellen.“ Hagsteiner sprach in ihrer Rede auch die Situation der Kinderärzte im Bezirk Kitzbühel an. „Derzeit gibt es für den ganzen Bezirk nur einen Kinderarzt mit Kassenvertrag. Dieser ist völlig ausgelastet und hat einen Aufnahmestopp.“ Auch das Argument, dass es weniger Kinder im Bezirk gibt, lässt sie nicht gelten: „Es gibt nicht weniger Kinder im Bezirk, die Zahl der älteren Menschen ist gestiegen, daher ist der Prozentanteil der Kinder geringer“, sagt Hagsteiner.

„Noch nicht in trockenen Tüchern“

Der FP-Abgeordnete Alexander Gamper warnt vor zu verfrühtem Aufatmen: „Die Kinderstation des BKH in St. Johann ist noch keineswegs in trockenen Tüchern. Der Abänderungsantrag von Schwarz/Grün ist ein reiner Prüfantrag, welcher auf Zeit spielt.“ Gamper kritisiert auch das Verhalten des politischen Mitbewerbers. „Die Grünen sind im Bezirk komplett auf Tauchstation gegangen, aber auch im Tiroler Landtag haben sich die Grünen jeglichen Wortes enthalten. Anscheinend interessieren sie sich nicht für Gesundheitspolitik. Aber auch das Doppelspiel der ÖVP zeugt von Uneinigkeit und Doppelzüngigkeit. Die JVP jedenfalls tut so, als ob sie mit ihrer Mutterpartei, welche die Misere verursacht hat, nichts zu tun hätte. Die FPÖ hat eine klare Linie und tritt geschlossen auf. Für uns ist klar, dass wir uns auch weiterhin unermüdlich für den Erhalt der Kinderstation in St. Johann auf allen politischen Ebenen einsetzen werden“, sagt Alexander Gamper.

Landesrat fehlte bei Debatte

Für Verwunderung im Tiroler Landtag sorgte die Abwesenheit des Landesrates bei der Debatte: „Landesrat Tilg hält es offensichtlich nicht für notwendig, zu seinen unüberlegten Sparmaßnahmen Stellung zu nehmen und der parlamentarischen Debatte beizuwohnen.“ Dem schließt sich auch Haselwanter-Schneider an, die Tilg vieles an Informationen und Argumenten für den Erhalt mitgeben wollte. Elisabeth M. Pöll, Foto: Ritsch

 
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