20.06.2016
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„Erpfendorf-Mitte“ beschlossen

Vor kurzem wurden im Kirchdorfer Gemeinderat die Pläne für das Projekt Erpfendorf Mitte vorgestellt. Von den Architekten Oswald Hundegger und Markus Fuchs wurden vier Varianten ausgearbeitet, im Zentrum des Projektes steht Betreutes Wohnen.

Auch die Zukunft von Volksschule und Kindergarten standen im Mittelpunkt der Diskussion. Die Mandatare zeigten sich durch die Bank von den Ideen angetan, sind sich aber einig, dass der dörfliche Charakter Erpfendorfs erhalten werden muss.

Kirchdorf, Erpfendorf | Bereits seit über einem Jahr laufen die Vorbereitungsarbeiten für ein mehr als ehrgeiziges Projekt in Erpfendorf: Auf Initiative von GR Hans Oberleitner haben sich die Architekten Oswald Hund­egger (bergwerk architekten) und Markus Fuchs gemeinsam mit Christian Struber (Wohnbau Salzburg) Gedanken gemacht, wie man dem Erpfendorfer Zentrum mehr Leben einhauchen kann. Der Zeitpunkt ist daher günstig, weil der Gasthof Alpenrose, angrenzend an die Loferer Bundesstraße, zum Verkauf steht.

Für Hans Oberleitner ideale Voraussetzungen für ein Wohnprojekt, da das benachbarte Grundstück im Besitz der Gemeinde ist und ein weiteres Grundstück ebenfalls zum Verkauf steht. Auch das anschließende Altenwohnheim, in dem derzeit noch der Kindergarten untergebracht ist, steht seit geraumer Zeit leer. Die Architekten haben vier Varianten ausgearbeitet, die sie am Montagabend im Gemeinderat präsentierten. Demnach könnten vier Gebäude errichtet werden, die u.a. für betreutes Wohnen genutzt werden und die auch Platz für dringend benötigte Miet- und Eigentumswohnungen bieten. Auch Geschäfte, etwa eine Apotheke, sind geplant.

Im sozialen Umfeld bleiben

Vor allem der Bereich „Betreutes Wohnen“ hat in Zukunft große Bedeutung, wie Christian Struber, Geschäftsführer der Wohnbau Salzburg, betonte. Das gemeinnützige Unternehmen hat bereits zahlreiche solcher Einrichtungen im Land Salzburg geschaffen, die es alten Menschen ermöglichen, meist in Zwei-Zimmer-Wohnungen ihren Lebensabend zu verbringen, aber je nach Notwendigkeit betreut zu werden und damit auch weiterhin am sozialen Leben teilnehmen zu können. „Die größte Krankheit des Alters ist die Einsamkeit, betreutes Wohnen garantiere jedoch nicht nur Sicherheit, sondern bietet auch die Möglichkeit, im sozialen Umfeld zu bleiben“, betonte Struber die Vorzüge gegen über einem Altenheim.

Volksschule adaptieren

Oswald Hundegger und Markus Fuchs präsentierten dann ihre Ideen – natürlich noch keine konkreten Entwürfe, sondern vorerst nur welche und wie viele Gebäude man dort bauen könnte. In allen vier ausgearbeiteten Varianten hat natürlich das „Betreute Wohnen“ den größten Stellenwert, aber auch weitere Miet- und Eigentumswohnungen für Kirchdorfer bzw. Erpfendorfer. In zwei Varianten wurden auch der Neubau der Volksschule, des Kindergartens und einer Turnhalle integriert. Vor allem die Variante vier fand im Gemeinderat viel Zuspruch – demnach würde Erpfendorf-Mitte als Wohnprojekt mit Geschäftsflächen realisiert.

Der bisher im Altenwohnheim untergebrachte Kindergarten würde an die bestehende Volksschule angegliedert und diese saniert und auf den neuesten Stand gebracht. Damit hat der Gemeinderat ein klares Bekenntnis für den Erhalt der Volksschule abgegeben. Ursprünglich war angedacht, mit der Fertigstellung des Bildungszentrums Kirchdorf die nicht mehr dem Stand der Zeit entsprechende Erpfendorfer Schule zu schließen. Das dürfte jetzt vom Tisch sein.

Überdies stehen die Mandatare dem Projekt „Erpfendorf Mitte“ positiv gegenüber. Einig waren sich alle – auch der größte Touristiker in der Region, Martin Unterrainer (Lärchenhof) - dass der dörfliche Charakter Erpfendorfs in jedem Fall erhalten werden muss und dass das neue Projekt die Chance bietet, um vielleicht ein weiteres Kaffeehaus oder ein Restaurant anzusiedeln. Wichtig ist den Kirchdorfern auch, dass jenes Gebäude, das direkt an der Bundesstraße errichtet werden soll, einen charmanten Anblick bietet und nicht abschreckt, ins Zentrum hineinzufahren.

Jetzt werden die Architekten noch an ihren Ideen weiterfeilen, bis sie auch tatsächlich abstimmungsreif sind. „Wir haben die Weichen gestellt und sind sicher heute ein Stück weitergekommen“, erklärte Bürgermeister Gerhard Obermüller. Jetzt müsse ein Masterplan erstellt werden, alles andere wäre verantwortungslos. Initiator Hans Oberleitner zeigte sich nach der Sitzung sehr zuversichtlich: „Es war alles in allem sehr positiv.“
Margret Klausner

Bild: Freuen sich über die positive Resonanz im Gemeinderat: die Architekten Markus Fuchs und Oswald Hundegger, Initiator Hans Oberleitner und Christian Streber (Wohnbau Salzburg, v.l.) Foto: Klausner

 
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