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Kitzbüheler Anzeiger
27.01.2024
News  
 

Erdbebenserie dürfte weitergehen

Die Erde bebt – und das seit Tagen – besonders im Umkreis von St. Johann. Hinweise auf ein stärkeres Beben gibt es nicht, sagen die Experten. Erdbebenserien wie derzeit kommen jedoch immer wieder vor.

St. Johann, Waidring | Das Bett wackelte, im Schrank klirrten die  Gläser – Dienstagfrüh wurde kurz vor fünf Uhr wurde der halbe Bezirk aus dem Schlaf gerissen. Wie schon in den vergangenen Wochen bebte die Erde rund um St. Johann einmal mehr. Mit der Magnitude 4.0 war es diesmal um einiges stärker als die letzten Male. Bei der „Geosphere Austria“ sind bereits am Dienstagvormittag hunderte Meldungen eingegangen.

Schäden allerdings dürfte es trotz der vielen Erdbeben kaum geben. Die diensthabende Seismologin Rita Meurers erklärte, „dass es Meldungen über kleinere Risse in Hausfassaden gibt.“ Unter anderem auch an der Waidringer Kirche.

Die Spannungen hätten sich in den letzten Jahren immer weiter aufgebaut, daher kommt es derzeit zu dieser Serie. Alleine in den vergangenen vier Wochen registrierten die Seismologen rund 30 Erdbeben mit Epizentrum in St. Johann bzw. Waidring. Höhepunkt war mit Stärke 4 – insgesamt gibt es zwölf Stufen – jenes Dienstag früh. Auch auf den Online-Seiten des Kitzbüheler Anzeigers kommentierten über 200 Leser ihre Erfahrungen. Das stärkste jemals in Tirol gemessene Erdbeben hatte übrigens die Stärke 5,3, heißt es seitens des Landes.

Bei der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel ist Mario Kastner für das Krisen- und Katastrophenmanagement zuständig. Die Behörde verfügt über einen Maßnahmenplan im Hinblick auf Erdbebenereignisse, bestätigt er.

Maßnahmenpläne für Katastrophenfall
Es gäbe regelmäßig runde Tische, bei denen sich die Vertreter der Einsatzorganisationen, wie etwa Feuerwehr und Rettung, austauschen. Sollte es zu einem größeren Ereignis kommen, würde in kürzester Zeit die Bezirkseinsatzleitung hochgefahren. Rund 50 Personen sind hier miteinbezogen. Er beruhigt jedoch: „Wir liegen im Bezirk Kitzbühel in der Gefahrenzone eins von vier.“  Innsbruck habe da eine deutlich höheren Gefahrenstufe. Es gibt auch Maßnahmenpläne,  die etwa die Versorgung der Bevölkerung betreffen; das Katastrophenmanagement beinhaltet überdies die Vorgehensweise etwa bei einem möglichen Ausfall der Gasversorgung oder bei Sperren von Verkehrswegen.

Einen umfangreichen Erdbebenschutz-Ratgeber, der auch Verhaltensempfehlungen enthält, gibt es ebenfalls: -> Erdbebenschutzratgeber

Doch wie die Experten betonen, gibt es in Tirol nur alle 300 bis 400 Jahre schwere Erdbeben. Wie die Seismologin Rita Meurers bekräftigt, „gibt es derzeit aber keinen Hinweis darauf, dass es zu einem stärkeren Beben kommt.“ Margret Klausner

Bild: Bei der „Geosphere Austria“ (ZAMG) zeichnen Seismologen die österreichischen Erdbeben akribisch auf, arbeiten aber auch mit Wahrnehmungen durch die Bevölkerung. Foto stock.adobe.com

Erdbeben - Waidring öfter Epizentrum
➤ Rund 1.300 Erdbeben wurden im Jahr 2023 in Österreich lokalisiert, davon waren 77 für die Bevölkerung spürbar. Aufzeichnungen über Erdbeben gibt es übrigens schon seit dem 13. Jahrhundert.

➤ Laut Geosphere Österreich bebt im Inntal häufiger die Erde. Registriert wurde im Bezirk ein ähnlich starkes wie sie derzeit in der Region Waidring vorkommen bereits im Jahr 1921 sowie im Jahr 1923. Weitere stärkere Erdbeben registrierten die Experten in den Jahren 1997 bzw. im Jahr 2013. Hier lagen die Epizentren in den Loferer Steinbergen bzw. auf der Steinplatte.

➤ Ab einer Magnitude – auch Richterskala genannt – von 2,5 werden Beben spürbar wahrgenommen.

➤ Die Seismologen bitten um -> Wahrnehmungsberichte

 
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