22.09.2021
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Emotionaler Abschied in der Weitau

Er war 40 Jahre lang Lehrer mit Leib und Seele – jetzt ging Franz Berger in den Ruhestand. Im Rahmen eines sehr persönlichen Festes dankten ihm seine langjährigen Weggefährten für das Engagement.

St. Johann | Es war ein sehr emotionaler Moment als Franz Berger vergangenen Freitag, von Schülern auf Pferden eskortiert, in der Kutsche auf den Hof der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Weitau einfuhr – Mitarbeiter und Lehrer standen Spalier. 40 Jahre war der gebürtige Loferer Lehrer in der Weitau, ein Vierteljahrhundert als Direktor der Einrichtung, mit einer kurzen Unterbrechung als Abgeordneter im Landtag.

Alte und junge Weggefährten, Freunde und Familie ließen es sich nicht nehmen, Franz Berger an diesem letzten Tag in seiner „Weitau“ zu verabschieden. Nicht nur sein Nachfolger Ernst Huber dankte ihm für seine langjährige Tätigkeit, auch Landesschulinspektor Stephan Prantauer streute Berger Rosen. Er habe als Pädagoge immer das Positive in den ihm anvertrauten Jugendlichen gesehen. Die Freude darüber mit jungen Menschen arbeiten zu können, stand immer im Vordergrund, betonte Prantauer in seiner Laudatio. Dank und Anerkennung für seine langjährige Tätigkeit gab es auch von LRin Beate Palfrader.

Der begeisterte Musiker und Sportler Berger stammt ursprünglich aus Lofer, wollte eigentlich den elterlichen Betrieb übernehmen und landete aber dann doch in der Weitau.
Als der heute 62-Jährige in der Institution anfing, handelte es sich noch um eine „klassische“ Landwirtschaftsschule. Als seinen größten „Wurf“ bezeichnet er selber die Einführung des Schulzweigs „Pferdewirtschaft“. Auch die Aufwertung des hauswirtschaftlichen Zweigs – heute dauert die Ausbildung drei statt zwei Jahre – kann er sich auf die Fahnen heften. Die Landesalmen in Aschau und Kirchberg wurden in seiner Zeit von den Weitauern übernommen.

Oft Baumaschinen am Schulgelände
Doch vor allem zahlreiche Baustellen prägten seine Dienstzeit – über zehn Jahre lang dominierten nämlich die Baumaschinen das Schulgelände in der Innsbrucker Straße. Über die Jahre wurden nicht nur die Schulgebäude ständig um- und ausgebaut, unter anderem wurden auch Pferde- und Rinderstall neu errichtet. Hier brachte sich Berger auch immer mit viel Begeisterung ein.
Nicht nur die schulische Ausbildung – in den vergangenen Jahren sind rund 13.000 Schülerinnen und Schüler unter seinen Fittichen gestanden – auch der soziale Aspekt stand für den Pinzgauer, der schon seit Jahren in St. Johann lebt, im Vordergrund. Benachteiligte Schüler fanden bei ihm immer ein offenes Ohr.

Auch wenn sich Franz Berger ins Privatleben zurück zieht, wird es alles andere als ein Ruhestand. Auch in Zukunft ist soziales Engagement ein wichtiger Bereich seines Lebens. So wird sich Berger erneut als Obmann des Sozial- und Gesundheitssprengels zur Wahl stellen.
Täglich wird jetzt die Gitarre herausgeholt. Berger ist begeisterter Musiker, hat mehrere CDs veröffentlicht und gibt gerne Konzerte, das will er intensivieren. Und damit auch ein bisschen Ruhe in Bergers Leben einzieht, schenkten ihm „seine“ Weitauer eine Liege aus Holz, die an der Schule gefertigt wurde. Margret Klausner

Bild: Petra Kramer (Vorstand Pferdewirtschaft), Marlene Margreiter (Vorstand Betriebs-/Haushaltsmanagement), Klaus Wallnöfer (Abteilungsleiter Landwirtschaftliches Schulwesen), LRin Beate Palfrader, Alt-Direktor Franz Berger, Maria-Luise Schnegg (Abteilungsleiter-Stv.), Stephan Prantauer (Landesschulinspektor), Direktor Ernst Huber (v.l.). Foto: Wörgötter

 
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