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02.06.2019
News  
 

Ein hundefreier Wanderweg in Kitzbühel

Kitzbühel | Ein in Zukunft hundefreier Wanderweg in Kitzbühel rief auf Social Media Kanälen eine hitzige Diskussion hervor. Nachdem die Hundehalter ihre Vierbeiner nicht an die Leine nahmen, sah sich der Grundbesitzer zu dieser Maßnahme gezwungen, um seine Kinder und sein Vieh vor immer wiederkehrenden Vorfällen zu schützen.

Seit circa zehn Jahren versucht Hermann Huber, die Hundehalter mit Tafeln darauf aufmerksam zu machen, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen, wenn sie an seinem Hof vorbeigehen. Die Erfolgsquote war aber sehr gering. Während dieser Zeit kam es auch immer wieder zu Vorfällen, wie Huber dem Kitzbüheler Anzeiger erzählt. Vorfälle bei denen seine Kinder in Gefahr waren, oder bei denen seine freilaufenden Hühner Opfer von nicht angeleinten Hunden wurden. Als dann auch noch ein Hund am Gartentisch sein Beinchen hob, während die Familie am Tisch saß, und Hubers Zuruf „geht‘s noch? Wollt ihr euren Hund nicht an die Leine nehmen?“ von den einheimischen Hundebeistzern mit den Worten „reg dich nicht auf, ist ja noch ein junger Hund“ abgetan wurde, war das Fass voll. Huber beschloss, dass auf seinem Grund, vorbei am Hof, keine Hunde mehr gehen dürfen – egal ob an der Leine oder nicht. Von seinen massiven Problemen mit uneinsichtigen Hundehaltern und seinem Vorhaben, den Wanderweg für Hunde zu sperren, informierte er den Tourismusverband, der diese Vorgehensweise zur Kenntnis nahm.
„Ich bin bei weitem kein Hundehasser, aber bei meinem Haus brauche ich sie nicht mehr. Der Lebenbergkopfweg, der auch über meinen Grund führt, ist auch weiterhin für Hunde zugänglich“, sagt Huber.

Beschimpfungen und wenig Verständnis
Nachdem Huber ein entsprechendes Schild auf seinem Grund aufgestellt hatte, das das Verbot für Hunde und die Sanktionierung (Besitzstörungsklage) ab 1. Juni ankündigte, brach auf den Social Media Kanälen eine Diskussion los. Verständnis für die Situation des Bauern gab es wenig, vielmehr wurde heftig ausgeteilt und auch Beschimpfungen wurden gepostet. Damit kann Huber leben und sieht sich in seiner Meinung bestätigt, dass die Zahl der „schwarzen Schafe“ bei den Hundehaltern sehr groß ist.

Informationsmaßnahmen des Tourismusverbandes
Seitens Kitzbühel Tourismus wird das Thema Hunde immer wieder thematisiert und durch gezielte Informationsmaßnahmen unterstützt. „Wir sind stets um ein gutes Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern bemüht. In welchem Rahmen diese die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, ist außerhalb unseres Wirkungsbereiches, gerade deshalb sind wir sehr darauf bedacht, im gemeinsamen Einvernehmen das touristische Wander-, Loipen- und Lauf-Angebot der Region zu pflegen“, sagt Kitzbühel Tourismus-Geschäftsführerin Viktoria Veider-Walser, die auch zu Bedenken gibt, dass in manchen Gemeinden kostenpflichtige Kontrollen durchgeführt werden. Elisabeth M. Pöll

 
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