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29.09.2021
News  
 

Ein außergewöhnliches Jubiläum

Das Ortszentrum von Fieberbrunn  wurde zum Schauplatz für den Umzug des Kameradschaftsbundes. Nach dem kurzen Marsch zur Johanneskapelle mit dem Kriegerdenkmal erfolgte eine Kranzniederlegung.

Fieberbrunn | Die Parade zum 150-jährigen Jubiläum des Kameradschaftsbundes wurde von der Knappenmusikkapelle Fieberbrunn angeführt. Sie lieferten den passenden Rhythmus für mehr als 100 Teilnehmer.  „Diese Art des Gedenkens durch Kranzniederlegung erfolgt normalerweise einmal jährlich zum Heldensonntag“ erklärt der Obmann des Kameradenvereins, Stefan Foidl. Der Feiertag, im Volksmund häufig auch Totensonntag genannt, fällt auf den ersten Sonntag nach Allerheiligen eines jeden Kalenderjahres. „In diesem Jahr, zu diesem ganz speziellen Anlass, marschieren wir eben zweimal“ führt der Vorsitzende weiter aus.
Schriftführer Michael Wörgetter präsentierte die eigens gefertigte Festschrift. In der dort aufgelisteten Reihe der Obmänner taucht der Name Foidl übrigens bereits dreimal auf. Neben Vorgänger und Onkel Sebastian wurde die Organisation bereits während des ersten Weltkrieges von einem weiteren Stefan Foidl geleitet.

Wissenswertes über Fieberbrunner Geschichte
„Es gibt einige Kameraden- und Veteranenvereine in Österreich, aber kaum einen, der besser dokumentiert ist“ erklärt Johann Bachler vom Heimatverein Pillersee. „Das liegt vornehmlich wohl auch an unserem Fund“, führt Wörgetter weiter aus. Der Ausschuss hat damals rein zufällig einen ganzen Koffer voller Fotos gefunden und vor der Entsorgung gerettet. Auf Beschluss der Kameraden wurde das gesamte Material dann dem Heimatverein Pillersee anvertraut. Dort wurden mit großem Aufwand die historisch wertvollen und aufschlussreichen Unterlagen aufgearbeitet und zu einem großen Teil digitalisiert.

Viele dieser Dokumente und Bilder sind heute im Archiv des Heimatvereins in Fieberbrunn zu sehen. Für die 150 Jahr- Veranstaltung hat man Schautafeln in den Festsälen aufgestellt, um die Geschichte der Kameraden für Teilnehmer und Gäste anschaulich zu machen oder ins Gedächtnis zu rufen.   
Auf die nächsten 150 Jahre der Erhaltung der Tradition und des Gedenkens an die Vorfahren. Aber bitte ohne „Auffrischung“ der Anlässe. Dieter König

Bilder: Die Heimkehrer aus dem 2. Weltkrieg. Foto: Heimatverein Pillersee
Obmann Stefan Foidl (M.) bei der Kranzniederlegung. Foto: König

Daten & Fakten - Aufgaben der Kameradschaft
Nach den verlorenen Kriegen gegen Italien und Preußen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Österreich die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.
Nach dem Ende des deutsch-französischen Krieges 1871 schlug die Welle der Gründung von Veteranenvereinen auch auf Österreich über und landete fast zwangsläufig auch in Tirol und Fieberbrunn.

Der II. Militär und Landesschützen Veteranenverein Fieberbrunn als zweiter registrierter Bund dieser Art überhaupt wurde durch den ehemaligen Militärarzt Dr. Gottlieb Erhart gegründet.  
Die Aufgabe der Vereine bestand lt. Statuten neben der Erhaltung und Pflege der sozialen (Mitglieder-) Kontakte vornehmlich in der Unterstützung im Krankheitsfall bis zur Begleitung im Todesfall. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurde der Verein zunächst in den NS Krieger- und Kameradschaftsverein umbenannt. 1955 erfolgte dann die Namensgebung zum Tiroler Kameradschaftsbund, Kameradschaft Fieberbrunn, die auch heute noch als offizielle Bezeichnung dient.

„Kein militärischer Hintergrund“
Bis heute hat sich die Zielsetzung also nicht wesentlich verändert. „So viele Jahre nach dem Ende des 2.Weltkrieges haben wir unser Gedenken und unsere soziale Aufgabe nicht vergessen und führen die Tradition fort. Wir sind aber kein Schützenverein, haben keinerlei militärischen Hintergrund – eher ein wenig Caritas oder Rotes Kreuz“ sagt Obmann Foidl. Dieter König

 
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