31.01.2022
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Ein Putztrupp soll bald kommen

Auf Lokalaugenschein im alten Stadtspital: GRin Marielle Haidacher (UK) bringt erneut die Situation in den Gemeinschaftsräumen zur Sprache. Die Stadt Kitzbühel betont, dass eine Reinigung schon lange auf Schiene ist.

Kitzbühel | Vor Weihnachten sorgte die Liste UK mit ihrer Kritik an den Zuständen im  alten Stadtspital für Diskussionen. Vor allem die Vorgehensweise, noch vor dem Gemeinderat die Medien zu informieren, lieferte einen fahlen Beigeschmack.
Über einen Monat später lädt UK GRin Marielle Haidacher den Kitzbüheler Anzeiger zu einem Lokalaugenschein. „Anfang Jänner wurde mir bei einem Rundgang mit der zuständigen GRin Hedwig Haidegger signalisiert, dass eine Spezial-Firma mit der Reinigung der Gemeinschaftsräume beauftragt wird – passiert ist nichts,“ erklärt Haidacher.

Es ist sehr schmutzig
Eine Reinigungsfirma dürfte tatsächlich noch nicht da gewesen sein. Die Küche und die Sanitäranlagen sind überaus verdreckt. Gewöhnliche Haushaltsreiniger reichen für diesen Grad der Verschmutzung wohl nicht mehr aus.  Eine Bewohnerin lädt uns in ihr Zimmer ein: „Ich wohne gerne hier, weil alles so zentral erreichbar ist – aber die Bereiche, die alle benützen sind wirklich sehr schmutzig.“ Wir schauen uns die Gemeinschafts-WCs an. Ein WC darf die Dame, die derzeit einzig weibliche Bewohnerin, absperren, weil sie es selbst putzt. Den anderen WCs möchte man lieber nicht zu nahe kommen.

Wöchentliches Putzen
Das selbe Bild in den Duschräumen. Die Bewohnerin hat „ihre“ Dusche beschriftet. Sie ist sauber. Die anderen Duschen sind grau vor lauter Dreck. „Nach der Grundreinigung müssen die Gemeinschaftsräume einmal in der Woche professionell geputzt werden – das muss sich die Stadt Kitzbühel wohl leisten können. Das soll auch kein Vorwurf an die Mitarbeiter des Sozialsprengels sein, sie betreuen die Menschen sehr gut, haben aber andere Dinge zu tun, als die Gemeinschaftsräume zu putzen“, kritisiert Haidacher.

Stadt nimmt Stellung
Die zuständige GRin Hedwig Haidegger nimmt gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger schriftlich zur Situation im alten Stadtspital Stellung: „Ich bin wirklich enttäuscht. Die Mitarbeiter des Sozialsprengels und auch ich sind mindestens zwei mal die Woche bei den Bewohnern. Sie sind mit der Unterkunft zufrieden, das bestätigen sie mir immer wieder. Die gesundheitliche Betreuung funktioniert gut.  Ich bin auch froh, dass wir einen Bewohner ins Altenwohnheim bringen konnten. Über die neuerlichen Vorwürfe von GRin Haidacher kann man nur erstaunt sein. Sie  weiß, dass  bereits  eine Reinigungsfirma beigezogen wurde und die Reinigung erfolgt.“

Heizung wird saniert
In den Duschräumen des alten Gebäudes gibt es keine Heizung. Ein Bewohner, den wir im Hausgang treffen, erzählt uns, dass er einmal in der Woche zum Duschen ins Altenwohnheim gehen darf. Es sei ihm hier sonst einfach zu kalt. „Auch hier ist bekannt, dass die Sanierung, insbesondere die Heizungsreparatur budgetiert ist und erledigt wird. Die Diskussion ist leider unsachlich. GRin Haidacher hätte doch den direkten Weg zu mir suchen können. Man versucht nur die Arbeit unserer Sozialabteilung schlecht zu machen“, teilt Haidegger mit.

Zimmer nicht kostenlos
Die sonst von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen wohnen nicht kostenlos im alten Stadtspital, wie sich nun herausstellte. 150 Euro zahlen sie für ein Zimmer. „Seit November ist diese Zahlung aber ausgesetzt“, teilt man uns seitens der Stadt mit.
Langfristig fordert die Liste UK eine Sanierung – was wohl auch die Stadt vorhat. Im Budget 2022 finden sich für das alte Stadtspital rund zwei Mio. Euro. „Die weitere Entwicklung des Stadtspitals wird unter Beiziehung von Fachleuten des Denkmalamtes gut geplant. Schnellschüsse sind fehl am Platz“, erklärt Bürgermeister Klaus Winkler (VP). Johanna Monitzer

Bild: Kurz vor Weihnachten kam es bereits zu Diskussionen über das alte Stadtspital. Foto: Monitzer

Aus meiner Sicht - Immer braucht es Schuldige
Wer hat Schuld an den Zuständen im alten Stadtspital?
Es liegt an den Bewohnern, sagen die einen. Es liegt an den Verantwortlichen der Stadt, sagen die anderen.
Es handelt sich um eine unseriöse und auf´s Schärfste zu verurteilende Wahlkampftaktik, sagen die einen. Es handelt sich um monatelange Fahrlässigkeit und Ignoranz, sagen die anderen. Es braucht immer einen Schuldigen. Letzten Endes auch oft die Medien. So ein Bericht hat in der Lokalzeitung nichts zu suchen, sagen die einen. Die Lokalzeitung muss berichten, sagen die anderen.
Der Dreck ist hoffentlich bald weg – diese Schuld nehmen wir gerne auf uns. Johanna Monitzer, monitzer@kitzanzeiger.at

 
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